2017-04-17 Ostern

Predigt über Lukas 24,36-45 / Pfarrer Friedhelm Bühner

Wir hören Gottes Wort für diesen Ostermontag aus dem 

Lukas-Evangelium, Kap. 24, die Verse 36-45:

„36 Als sie aber davon redeten, trat er selbst mitten unter sie 

und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! 37 Sie erschraken aber 

und fürchteten sich und meinten, sie sähen einen Geist. 38 Und er 

sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen 

solche Gedanken in euer Herz? 39 Seht meine Hände und meine 

Füße, ich bin's selber. Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat 

nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe. 40 Und 

als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und Füße. 41 

Da sie es aber noch nicht glauben konnten vor Freude und sich 

verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? 42 

Und sie legten ihm ein Stück gebratenen Fisch vor. 43 Und er 

nahm's und aß vor ihnen. 44 Er sprach aber zu ihnen: Das sind 

meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch 

war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht 

im Gesetz des Mose und in den Propheten und Psalmen. 45 Da 

öffnete er ihnen das Verständnis, dass sie die Schrift verstanden.“

 

 

Liebe Gemeinde, lieber Konfirmanden, 

 

kennen Sie das auch, 

diese bohrenden Fragen und Zweifel?

Es gibt im Glauben diese Momente … und das nicht zu knapp!

Wie gehen Sie denn damit um?

 

Mich beschleicht manchmal der Gedanke, 

alle Unsicherheit würde sich auflösen, 

wenn ich nur einen kleinen Blick 

auf den lebendigen Jesus werden könnte, 

wenn ich ihn nur selber fragen könnte, 

wenn er mir nur einmal … so ganz direkt und sichtbar

vor Augen stehen würde!

 

Theoretische Auferstehung

Der Bericht von Lukas lässt allerdings stutzen.

Die Jünger erleben nämlich genau das: 

Jesus zum Greifen nach, 

sichtbar vor ihren Augen und ganz real bei ihnen. 

Aber zunächst einmal löst sich gar nichts

in Wohlgefallen auf.

Nicht ihre Schockstarre vom Karfreitag

oder ihren Fragen und auch nicht ihre Sorgen. 

 

Im Gegenteil, sie scheinen sich eher zu verstärken. 

Dabei haben sie gerade noch gehört, 

was Petrus und die Emmausjünger vom Auferstandenen

berichten (unser Bibelwort schließt sich unmittelbar daran an!)

 

Jesus ist in dem Augenblick das Thema. 

Seine Erscheinung … könnte einfach bestätigen, 

was die drei oder vier berichten!?

 

Aber nichts davon. 

Voller Unglaube starren die Männer auf die Person in ihrer Mitte.

Die Gestalt erinnert sie stark an Jesus. 

Aber er konnte es doch nicht sein!

Das war doch nicht möglich!

Waren sie denn alle verrückt geworden?

Was hatte das jetzt schon wieder zu bedeuten?

 

Der Anblick des Auferstandenen … brachte mehr Fragen

als Antworten …, ein klarer Hinweis darauf, 

wie gefangen wir Menschen doch in unserem Weltbild sind. 

Das Normale, Alltägliche und Natürliche ist vorstellbar. 

Für Gottes Dimension ist … in der Theorie Platz. 

Aber in der Praxis?

 

Wir wüschen uns, dass er eingreift, 

aber wenn es passiert, 

können wir’s kaum glauben

oder schrecken sogar zurück! 

(Beispiel: Gebete um Hilfe, dann kam die Hilfe auf eine

unerwartete Weise und wir nehmen es nicht als Bestätigung

sondern übergeben die „Antwort“ einfach …)

 

Dabei wäre bei den Jüngern damals 

doch alles so einfach gewesen. 

Mehrmals hatte Jesus gesagt: 

„Ich werde sterben und auferstehen!“. 

Das hatten die Jünger schon gehört, 

aber eben nicht verstanden. 

Sie hatten sich eher gewundert

und den Kopf geschüttelt. 

Aber auch das war vergessen, 

als ihr HERR schließlich am Kreuz hing. 

 

Genauso wie es vergessen war, 

als Jesus am dritten Tag - wohl gemerkt, wie angekündigt! - 

zu ihnen kam. 

 

Der Anblick von Jesus allein war noch nicht genug, 

damit sie glauben konnten. 

Dafür war die Auferstehung … einfach nicht zu fassen. 

 

 

Leibliche Auferstehung

Aber Jesus wendet sich nicht ab. 

Er macht nicht kehrt und sagt: 

„Wenn ihr nicht wollt, dann finde ich andere, 

die mir mehr Glauben schenken!“

 

Nein, Jesus bleibt mitten unter seinen Jüngern, 

stellt sich … ihren Fragen und Zweifeln. 

In großer Liebe und Geduld lässt er sie einfach 

mal entdecken: Seine Hände und Füße. 

 

Sie sollen sehen und dürfen sie berühren. 

Und er unterstreicht ihre suchenden Blicke

mit dem vertrauten Wort „Ich bin’s!“.

 

Schließlich lässt er sich was zu essen bringen

und sie können ihm zusehen, 

wie er den Fisch verdrückt. 

 

Vor den Jüngern, das erfahren sie jetzt, 

steht kein Geist, keine Vision, kein Tagtraum, keine Erscheinung

wie sie Menschen in Trauer manchmal haben, 

sondern der einzigartige, einmalige, lebendige und 

gegenwärtige Jesus von Nazareth, 

leiblich sichtbar und fassbar. 

Und Jesus … gibt ihnen Zeit, 

das zu begreifen

und in sich aufzunehmen. 

 

Die Nägelspuren an Händen und Füßen

aber sagen mehr als „Er ist’s!“.

Sie sind Zeichen dafür, 

dass der Tod am Kreuz kein Malheur war, kein Regiefehler, 

sondern das Ziel der Sendung des Sohnes Gottes! 

 

Von jetzt an werden alle es sehen, 

die Jesus sehen, 

dass das Kreuz ganz einfach zu ihm gehört. 

Jesus … gibt es nicht ohne seinen Tod.

Und es gibt ihn auch nicht … ohne seine Auferstehung. 

 

Weil Ostern den Karfreitag nicht rückgängig macht, 

sondern vollendet, 

weil Ostern den Karfreitag gültig macht, 

ihn … und die Versöhnung, 

die Jesus hier gewonnen hat. 

 

 

Ewiges Leben schon jetzt

Eine neue Zeit ist damit angebrochen, 

eine neue Schöpfung, an der wir teilhaben, 

wenn Jesus unser HERR ist, 

aber nicht als geisterhafte Wesen, 

sondern wie Jesus … als Person mit einer einmaligen 

Identität, die Gott geschaffen hat

und die er über den Tod hinaus liebt

und bei sich haben will. 

 

In der Gewissheit dieser Liebe schreibt ein Christ, 

den sie verfolgen und bedrängen:

„Es heißt, man drohe mir mit dem Tod. 

Wie dem auch sei, ich bin ganz ruhig. 

Denn selbst wenn man mich tötet, 

kann mir dennoch keiner das Leben nehmen. 

Ich nehme es auf jeden Fall mit wie einen Beutel

über der Schulter. Mir drohe der Tod, heißt es …

Uns Christen droht nicht der Tod. 

Was uns „droht“, ist die Auferstehung!

Denn der Auferstandene ist nicht nur der Weg und die 

Wahrheit, sondern auch das Leben.“

 

Die Auferstehung von Jesus, 

liebe Gemeinde, hat die Tür aufgestoßen.

Das ewige Leben ist in unserer Welt angekommen!

 

Es wird noch eine Weile gedauert haben, 

bis die Jünger diese Tragweite so voll und ganz begriffen haben!

„Voll und ganz“, damit meine ich: „Soweit es Menschen 

möglich ist“, auch Christen. 

 

Denn wer mit Jesus unterwegs ist, der weiß, 

dass es immer und immer wieder 

noch was Neues zu entdecken und zu verstehen gibt. 

 

Zeiten der Fragen und Anfechtungen gibt es immer wieder. 

Entscheidend ist, dass der Glaube aber in der Begegnung

mit dem Auferstandenen wächst.

Deshalb treffen wir uns ja auch regelmäßig mit ihm …

im Gottesdienst, aber auch in Hauskreisen,

lesen und hören auf sein Wort …, 

weil das … Begegnung mit ihm ist!

 

Der Auferstandene weiß und sieht das, 

deshalb bestätigt er sich hier auch …,

lässt uns immer wieder Dinge aufgehen über IHN und uns. 

Hier gibt er uns ein festes „Standing“, 

zeigt uns den nächsten Schritt, stärkt uns 

und spornt an. 

 

Und deshalb ist es so wichtig, 

dass wir darin beständig bleiben, 

die Begegnung mit dem Auferstandenen suchen. 

 

Hier … kommt er bis heute zu denen, die ihn suchen

und bleibt mitten unter ihnen, 

im Hören auf sein Wort (die Bibel), in der Gemeinschaft 

und im Abendmahl. 

 

Der HERR lebt!

Wir können ihn erfahren!

Nicht allein theoretisch, sondern leiblich konkret. 

Als Nachfolger von Jesus hast du Teil an seinem neuen Leben, 

hast ewiges Leben … schon jetzt. 

Amen

 

 

(Ich danke Pfarrerin Meike Sachs für ihre Vorarbeiten zum Predigttext!)




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

Sonntag, 21.10.2018
9:15 Uhr:
Kirchweih in der Schwabentorhalle in Dennach (Pfarrer Held)
10:00 Uhr in Schwann:
Kindergottesdienst
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Prädikant Schäfer)
Dienstag, 23.10.2018
19:45 Uhr:
Chorprobe im GH in Schwann
Mittwoch, 24.10.2018
18:00 Uhr in Schwann:
Gitarre für Anfänger
19:00 Uhr in Schwann:
Gitarre für Fortgeschrittene
20:00 Uhr in Schwann:
Hauskreis Tankstelle für junge Erwachsene bei Steffi