2017-04-16 Auferstehungsfeier

Andacht am Ostermorgen über Johannes 20,1-18 / Pfarrer Friedhelm Bühner

Wir hören auf den Bericht vom Ostermorgen nach dem Johannes-

Evangelium, Kap. 20, Vers 1-18 …

„1 Am ersten Tag der Woche kommt Maria Magdalena früh, 

als es noch finster war, zum Grab und sieht, dass der Stein vom Grab 

weggenommen war. 2 Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus 

und zu dem andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht 

zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, 

und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. 3 Da gingen 

Petrus und der andere Jünger hinaus, und sie kamen zum Grab. 

4 Es liefen aber die beiden miteinander, und der andere Jünger lief 

voraus, schneller als Petrus, und kam als Erster zum Grab, 5 schaut 

hinein und sieht die Leinentücher liegen; er ging aber nicht hinein. 

6 Da kam Simon Petrus ihm nach und ging hinein in das Grab und 

sieht die Leinentücher liegen, 7 und das Schweißtuch, das auf Jesu 

Haupt gelegen hatte, nicht bei den Leinentüchern, sondern daneben, 

zusammengewickelt an einem besonderen Ort. 8 Da ging auch der 

andere Jünger hinein, der als Erster zum Grab gekommen war, und 

sah und glaubte. 9 Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, dass 

er von den Toten auferstehen müsste. 10 Da gingen die Jünger 

wieder zu den anderen zurück.

 

11 Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun 

weinte, beugte sie sich in das Grab hinein 12 und sieht zwei Engel 

in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern 

zu den Füßen, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte. 13 Und die 

sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie 

haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie 

ihn hingelegt haben. 14 Und als sie das sagte, wandte sie sich 

um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. 15 

Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie 

meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn 

weggetragen, so sage mir: Wo hast du ihn hingelegt? Dann will 

ich ihn holen. 

16 Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht 

zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister! 17 Spricht 

Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht 

aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage 

ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem 

Gott und eurem Gott. 18 Maria Magdalena geht und verkündigt 

den Jüngern: »Ich habe den Herrn gesehen«, und was er zu ihr 

gesagt habe.“

 

 

 

Ansprache

 

Liebe Frühstaufsteher am Ostermorgen, 

 

vom französischen Schriftsteller Albert Camus stammt das

Wort: „Christus ist gekommen, zwei Hauptprobleme zu lösen: 

Das Böse und den Tod“. 

 

Und tatsächlich sind das doch die zwei Baustellen, 

die diese Welt seit Menschengedenken vor sich herschiebt: 

    - die Frage nach dem Bösen (und)

    - das Rätsel des Todes.

 

Was ist darüber nicht schon geschrieben worden!

Was ist nicht schon versucht worden, 

hier weiter zu kommen. 

 

Wir brauchen nur die täglichen Nachrichten zu schauen, 

dann erleben wir es immer und immer wieder, 

wie hilflos die Menschheit doch 

den immer massiveren Krisen, Verfolgungen und Kriegen 

gegenüber ist. 

Wer hätte sich vor 20 Jahren vorstellen können, 

was Taliban und IS, aber auch verbrecherische Regierungen

an Gräueln verüben!?

 

Aber das Böse zeigt seine Fratze nicht nur in Bürgerkriegen

und Terroranschlägen, sondern auch über die Macht des 

Geldes, der Gier, des Materialismus, der Lieblosigkeit, 

die gerade in unserer westlichen Welt 

so unglaublich stark zugenommen haben. 

 

In dem Maße, wie die Menschen den lebendigen Gott

vergessen haben. 

 

Interessanterweise hat bereits Albert Camus, 

der ja ein Atheist war, betont, 

dass Christus gerade deshalb gekommen ist, 

um diese beiden Hauptfragen zu lösen: 

Die Macht des Bösen - und die Macht des Todes. 

 

Und er hat diese Hauptfragen gelöst!

Auch wenn wir mit Blick auf den Zustand dieser Welt

daran zweifeln könnten. 

 

Aber wie sah dann diese Lösung aus?

 

Zunächst muss ich sagen: 

Diese Lösung ist noch nicht der finale Akt mit Blick auf

diese Welt. 

Diese Welt ist im Ganzen gesehen noch immer ein gottferner

Raum. Deshalb braucht sich niemand wundern, 

wenn da, wo der lebendige Gott keine Rolle spielt, 

die Macht des Bösen und des Todes weiterhin 

am Werk ist, sogar noch zunimmt.

 

Aber Gott hat die Lösung des Grundproblems dieser 

Welt in die Wege geleitet: 

Karfreitag und Ostern, das war Gottes kraftvolle Antwort

auf die unlösbaren Konflikte in dieser Welt. 

 

An diesen beiden Tagen hat Gott Stellung genommen 

zur Frage der Schuld und zur Frage des Todes. 

Jesus Christus, der direkt aus der Sphäre Gottes kam, 

ist für die Schuld der Menschen am Kreuz gestorben

und Gott hat ihn am dritten Tag (am Ostermorgen, heute!)

von den Toten auferweckt!

 

Ostern, liebe Gemeinde, ist Gottes Antwort 

auf die Trauer und Tränen der Menschen. ( -  )

 

Bei Johannes ist das besonders deutlich: 

„Maria aber stand vor dem Grab und weinte“. ( - ) 

So wie auch heute vielen geht, 

die liebe Menschen gehen lassen müssen …

die fassungslos sind …

 

An Gräbern … die der Inbegriff des Endes sind!

Noch so viele Blumen und Kränze können es nicht 

überdecken: Am Grab scheiden sich Leben und Tod. 

 

Auch Maria hat das so empfunden. 

Wie alle anderen Jüngern ist sie nach der Kreuzigung 

von Jesus fix und fertig. 

War es das?

Soll das das Ende des HERRN sein, 

den sie große Wunder hat tun sehen?

Und jetzt … hat der Tod auch über ihn … gesiegt?

 

Nochmals Albert Camus: 

Christus wollte doch zwei Hauptprobleme lösen: 

Das Böse und den Tod!?

Das Böse -, das ist Karfreitag, 

und der Tod -, das meint Ostern! 

 

Und wie ging es Maria am Grab?

Wie ist es für sie doch noch Ostern geworden?

 

Das leere Grab an sich … hat sie noch nicht überzeugt!

Nicht einmal die Engel … haben ihr die Trauer genommen!

Das hat erst der auferstandene Jesus Christus fertig gebracht!

Er hat ihr die Augen und Herz aufgemacht

für das, was da passiert ist!

Für Gottes großes Tun!

 

Wie kommen wir heute dazu, 

dass wir Gottes großes Tun (dass wir Ostern) begreifen?

 

Damals wie heute passiert das so, 

dass sich Christus durch sein Wort zu erkennen gibt! (1)

Das was wir sehen, erkennen, denken, 

das ist in etwa so wie bei Maria: Sie hält Jesus für den „Gärtner“, 

den Friedhofswächter!

 

Erst, wo Christus etwas Unverwechselbares tut, 

da erkennt sie ihn!

 

Wie ist das bei uns heute?

Unsere eigenen Jesusbilder führen nicht zu ihm!

Wir müssen der Spur folgen, die er selbst gelegt hat: 

In der Bibel, im Alten und Neuen Testament. 

Dann werden wir Christus erkennen!

Dann werden wir Ostern begreifen!

Als etwas Einzigartiges!

 

Maria erkennt Jesus erst dort, 

wo er sie mit ihrem Namen ruft: „Maria!“

Da sind Trauer und Tränen weg … sie erkennt ihn. 

Jesus ist auferstanden. 

 

Auch heute gilt, was Jesus sagt: 

„Meine Schafe hören meine Stimme und ich kenne sie …“

 

Sein Wort schlägt die Brücke zu uns, 

auch zur Dir und mir, zu jedem er es hören will. 

„Ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen

gerufen, du bist mein … heute muss ich in deinem Haus

einkehren!“

 

An Ostern wird deutlich: 

Gott lässt sich finden, durch sein Wort. 

Durch Jesus … spricht er uns an!

 

Und dann stellt er uns auf einen festen Grund. 

Maria hätte Jesus am liebsten gleich berührt …

um dann sagen zu können: Ja, ich weiß es ganz sicher!

Ich habe ihn angefasst mit meinen eigenen Händen. 

 

Bis heute sind viele Fernseh-Sendungen zu Ostern 

so gestrickt: Man müsste Ostern beweisen können …

Aber … Aber Beweise führen nicht zum Glauben!

 

Die unvergleichliche Bedeutung, 

dass im Tod von Jesus am Kreuz Heil liegt, 

dass dort meine Schuld weggetragen wird, 

das passt in kein Raster unseres Gehirns!

    „Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater,

    zu meinem Gott und zu eurem Gott ...“

 

„Mein Vater ist eurer Vater“ -, sagt Jesus damit, und

„mein Gott ist (jetzt) euer Gott!“

 

Darin steckt die ganze frohe Botschaft vom Kreuz

und von Ostern: 

Im Tod und der Auferstehung von Jesus

wird uns Gott zum Vater, 

öffnet uns der lebendige Gott die Tür zum Himmel. 

 

Der Weg zu Gott ist frei. 

Das Böse und der Tod stehen nicht mehr dazwischen. 

 

Deshalb können Menschen, 

die an Jesus glauben, heute beim Sterben sagen: 

„Ich gehe heim zum Vater!“

„Mit Christus bin ich vom Tod zum Leben hindurch gedrungen!“

 

Am Ende des Tunnels 

erwartet mich Christus, die ewige Gemeinschaft mit ihm. 

 

Deshalb macht uns Ostern zu Zeugen des Lebens, 

zu Zeugen für das Leben, das Jesus Christus schenkt, 

ewiges Leben … allen, die an ihn glauben. 

 

Für die, die zu Jesus gehören, 

gibt es keine Verdammnis mehr. 

 

Deshalb, lasst uns IHN bezeugen

und noch viele einladen zum Leben. 

 

„Der HERR ist auferstanden!“ …

[Er ist wahrhaftig auferstanden!]

 

Amen

 




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

Sonntag, 21.10.2018
9:15 Uhr:
Kirchweih in der Schwabentorhalle in Dennach (Pfarrer Held)
10:00 Uhr in Schwann:
Kindergottesdienst
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Prädikant Schäfer)
Dienstag, 23.10.2018
19:45 Uhr:
Chorprobe im GH in Schwann
Mittwoch, 24.10.2018
18:00 Uhr in Schwann:
Gitarre für Anfänger
19:00 Uhr in Schwann:
Gitarre für Fortgeschrittene
20:00 Uhr in Schwann:
Hauskreis Tankstelle für junge Erwachsene bei Steffi