2017-01-08 Gemeinsamer Fusionsgottesdienst in der Christuskirche Dennach

Predigt über Matthäus 8,23-27 und Altarfenster / Pfarrer Friedhelm Bühner

Impressionen in Bildern von Melanie Hunsmann

DSC_3968.jpg

Fotografin Melanie Hunsmann

DSC_3972.jpg

DSC_3978.jpg
DSC_3983.jpg

DSC_4003.jpg
DSC_4009.jpg

DSC_4012.jpg
DSC_4013.jpg

DSC_4015.jpg
DSC_4025.jpg

DSC_4041.jpg
DSC_4043.jpg

DSC_4044.jpg
DSC_4045.jpg

DSC_4047.jpg
DSC_4058.jpg

DSC_4063.jpg
DSC_4064.jpg

DSC_4066.jpg
DSC_4069.jpg

DSC_4072.jpg
DSC_4073.jpg

DSC_4075.jpg
DSC_4076.jpg

DSC_4078.jpg
DSC_4079.jpg

DSC_4080.jpg
DSC_4082.jpg

DSC_4083.jpg
DSC_4084.jpg

DSC_4087.jpg
DSC_4088.jpg

DSC_4094.jpg
DSC_4097.jpg

DSC_4099.jpg
DSC_4100.jpg

DSC_4106.jpg
DSC_4121.jpg

Die Predigt vom "Fusionsgottesdienst"

Liebe Gemeinde, 

heute an diesem Festtag lade ich Sie dazu ein, 

einmal zusammen mit mir das Glasfenster über unserem 

Altar etwas genauer zu betrachten ( … )

Was sehen Sie?

Nehmen Sie sich ruhig ein bisschen Zeit! ( … )

    - Wellen

    - ängstliche Leute (Jünger), hinten im Boot, 

        einer sticht farblich heraus: Petrus?

    - Jesus steht vorne im Boot / Sticht in ins aufgewühlte Meer

    - Segel griech. Chi / Ro („der Friede Christi“)

    - das ganze Geschehen ist mit leuchtenden Farben eingerahmt: 

        Rot und Goldgelb auf schwarzem Hintergrund …

 

Hören wir dazu den Bericht des Evangelisten Matthäus 

(er steht in Kap. 8, die Verse 23-27):

"23 Und Jesus stieg in das Boot und seine Jünger folgten ihm. 24 Und 

siehe, da war ein großes Beben (griech.: seismos megas“ = ein Hurrikan, 

ein Seebeben) im Meer, sodass das Boot von den Wellen bedeckt wurde. 

Er aber schlief. 25 Und sie traten zu ihm, weckten ihn auf und sprachen: 

Herr, hilf, wir verderben! 26 Da sagt er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum 

seid ihr so furchtsam?, und stand auf und bedrohte den Wind und das Meer; 

und es ward eine große Stille. 27 Die Menschen aber verwunderten sich 

und sprachen: Was ist das für ein Mann, dass ihm Wind und Meer gehorsam 

sind?“

 

Immer wenn ich sonntags in unsere Kirche hier in Dennach 

herein komme, muss ich auf dieses großartige Altarfenster schauen.

Es strahlt in den ganzen Kirchenraum. 

Das einzige Sonnenlicht, das von dieser Seite 

in die Kirche kommt, 

muss durch dieses Fenster!

Jesus gebietet dem Sturm, steht im Schiff!

Der „Friede Christi“ ist das Segel.

Ein großartiges Motiv. 

 

Ich finde es wert, dass wir gerade heute 

am Festtag unserer Fusion zu einer Kirchengemeinde 

einmal darüber nachdenken, 

was das bedeutet, 

was es bedeutet, mit Jesus unterwegs zu sein, 

sowohl als Gemeinde 

wie für jeden von uns, der bei Jesus ins Boot gestiegen ist

oder überlegt, das zu tun. 

 

Auch als Landratten wissen wir, 

wie das ist, wenn die Wellen ins Schiff schlagen. 

Wenn der Lebenskahn so richtig hoch und nieder geht, 

Lebensangst und Sorgen einen in die Ecke drängen.

Auch als Kirchengemeinde kann es einem so gehen. 

Wenn man erlebt, welche Entwicklungen in unserer

Gesellschaft vor sich gehen, 

kann einem das Sorgenfalten ins Gesicht bringen. 

 

Auch der Gegenwind, den die „christliche Seefahrt“ heute 

erlebt, wenn die kleiner werdende Mannschaft der „Treuen“

einer Kirchengemeinde eher geneigt zu rufen „Wir vergehen!“ …

als mit „O HERR, hilf!“ Jesus in den Ohren zu liegen. 

„O HERR, hilf!“

„Du bist doch unser Kapitän!“

Übernimm’ das Steuer und nimm uns den Kleinglauben!“

 

Nach überstandenem Sturm stellten die Jünger erstaunt fest: 

„Auch Wind und Meer sind ihm gehorsam …“ 

und sie reiben sich die Augen. 

Jesus hat eingegriffen. 

Kaum einer hat wohl damit gerechnet!?

 

Viele von uns kennen diese Geschichte

und wahrscheinlich auch die beliebteste Auslegung dazu:

    - Jesus hilft in den Stürmen des Lebens … 

    - Er hilft Dir aus den Stürmen des Lebens heraus …?!

 

Aber ist es so? 

Ist es so gemeint?

 

Sicherlich. 

Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. 

Denn wie sind die Jünger in dieser Geschichte 

eigentlich erst in das Schlamassel hinein geraten?!

 

Auch das müssen wir sehen. 

Sie sind mit Jesus geradewegs in die Stürme des Lebens hinein

geraten! Denn da heißt es doch: 

„Und Jesus stieg in das Boot … und seine Jünger folgten ihm“. 

 

Erst durch diesen Jesus 

sind sie die Jünger in diese schwierige Situation gekommen!

Ohne ihn wären sie an Land geblieben, 

hätten festen Boden unter den Füßen behalten. 

Sie hätten Jesus nicht wecken müssen. 

Sie hätten sich auch nicht so komisch fragen lassen müssen:

„Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam?“

 

Alles wäre viel gemütlicher gewesen,

berechenbarer, abgesicherter …

 

Nur: Dann wären sie Jesus nicht nachgefolgt

und hätten nie erfahren, was für eine große Kraft 

hinter diesem Mann aus Nazareth steht. 

 

Die erlebt nämlich nur, wer Jesus folgt, 

wer nachfolgt. 

 

Schon Martin Luther hat einmal über diesen Bibelabschnitt

gepredigt. Das war 1530. Um das Augsburger Konzil herum.

Auch damals ging es hoch her … für die Evangelischen. 

Man könnte sagen: Es herrschte Weltuntergangsstimmung. 

Er (Luther) wurde steckbrieflich gesucht und gesagt: 

Das Evangelium, das er predigt, verführt zum Unglauben. 

Er solle sich endlich unterwerfen, aufgeben. 

 

Aber Luther predigt: „Diese Geschichte lasst uns wohl merken

und ein Sprichwort daraus machen, dass wir sagen:

So geht’s; kommt Christus in das Schiff, 

so wird es nicht lange still bleiben, 

es wird … ein Ungewitter kommen! …

Deshalb bedenke vorher 

ob du ein Christ sein willst oder nicht. 

Denn so du ein Christ sein willst, 

so richte dich auf dieses Ungewitter und diesen Unfrieden, 

anders wird es nicht werden …“

 

Christus ist also nicht der, 

der uns aus den Stürmen des Lebens heraus hält!

Er steht da vorne im Schiff (siehe Altarbild), 

um die Seinen zu führen

und dabei wird er sie prüfen …
im Glauben weiter bringen (erziehen) …

will ihnen den Kleinglauben vertreiben.

 

Kleinglaube und Mutlosigkeit

sind zwei Faktoren, die auch heute Christen lähmen können. 

Sie tauchen immer auf, 

wo Christus nicht mehr im Blick ist. 

Und wo ist das der Fall?

Da, wo wir vor allem auf uns schauen 

oder auch auf die anderen um uns herum, 

was die so sagen.  

 

Wenn wir heute die Fusion unserer Kirchengemeinden feiern, 

dann bewahre uns Gott davor, dass wir diesen
HERRN, der über alle Gewalten gebietet (nicht nur
über die Naturgewalten, 

sondern auch über alle anderen Mächte und Zwänge) 

aus dem Blick verlieren!

 

Allein Christus und Gottes Wort ist es, 

auf die es letztlich ankommt. 

Denn von diesen beiden geht die Kraft und Orientierung aus, 

die wir in stürmischer See brauchen. 

Für unser Kirchenschiff 

und unser privates Schiff. 

 

Als gemeinsame Kirchengemeinde sind wir jetzt losgefahren. 

Wir haben uns nicht ängstlich am Ufer orientiert, 

unserer Gemeindestrukturen,

wie sie seit dem 17. Mai 1903 bestanden haben.

Sondern haben die Gemeindefusion angestrebt,

weil uns (Dennach und Schwann) seit Jahren ein 

gemeinsames „Leitbild“ verbindet: 

„Wir wollen den Mitgliedern unserer Kirchengemeinde

eine geistliche Heimat bieten und noch mehr Menschen 

für Jesus gewinnen.“

 

Jesus Christus ist es, der uns verbindet, 

sein Auftrag, Menschen in die Nachfolge zu rufen,
missionarisch unterwegs zu sein. 

Diese Gestalt im Boot: Jesus Christus!

Der, der alle Kraft und Macht hat

und an dem alles hängt, 

was Verheißung (und damit Zukunft) hat in dieser Welt. 

 

Auch Menschliches verbindet uns, 

die Dennacher und die Schw(ä)nner,

gemeinsame Wege, die wir schon beschritten haben, 

Vertrauen zueinander, das gewachsen ist, 

aber entscheidend ist Jesus, 

von dem wir uns in die Zukunft führen lassen wollen.

Und deshalb gab es bei uns überhaupt kein Gerangel um 

Pfründe und Besitzstände … 

 

Das hat mich persönlich am meisten gefreut:

Dass uns Gott Einigkeit gegeben hat … in der wichtigen 

gemeinsamen Blickrichtung: 

Wir wollen gerade als künftig eine Gemeinde 

entschieden und klar auf Jesus schauen

und nicht aufhören andere für diesen Steuermann zu gewinnen. 

Weil von Jesus eine Kraft ausgeht, 

die alles Chaotische und Zerstörerische dieser Welt

in den Schatten stellt. 

Weil Jesus hilft und rettet. 

 

Wir wissen heute noch nicht exakt, 

was noch auf uns zukommen wird …

innerkirchlich … wie im persönlichen Leben …

 

Es bleibt spannend!

Aber: Gemeinde Jesu Christi schaut auf Jesus

und folgt Gottes Wort.

Das macht sie überhaupt erst zur „Kirche“.

 

Wir wollen mit Jesus und Gottes Wort in See stechen, 

sollen die Wellen ruhig kommen

und uns heraus fordern!
Jesus hat die Kraft, allen Mächten dieser Welt zu gebieten, 

nicht nur den Naturgewalten, sondern allen Mächten, 

wie und woher sie auch immer kommen und heißen mögen.

 

Wo Jesus vorne im Schiff steht - nicht ich selber

und wo Gottes Wort unser Kompass bleibt - nicht der

gesellschaftliche Mainstream, 

da werden Kleinglaube und Zukunftsangst keine Chance 

bei uns haben!

 

Noch einmal Martin Luther (1530): 

„Das ist das erste Stück [aus diesem Evangelium], 

dass du lernst, … dich auf das Unwetter einzustellen …
Wetter und Verfolgung werden nicht ausbleiben … 

Fürchte dich [aber] vor solchem Wetter nicht, sondern 

fürchte dich vor Gott, dass du der Welt wegen von seinem 

Wort nicht abweichst und wag es trotzig darauf.“

 

Mit Christus vorne im Boot

wird der „Friede Christi“ (siehe Segel) bei uns regieren, 

uns Mut und Freude geben - in unserem privaten Lebenskahn

wie auch in unserem Gemeindeschiff. 

 

Er wird uns als Mannschaft zusammen schweißen …

Damit hat der Kleinglaube keine Chance, 

und die Stürme können kommen!

 

Schauen wir auf Jesus … und los geht’s!

 

Denn dann gilt: 

„Jesus stand auf und bedrohte den Wind und das Meer; 

und es ward eine große Stille“. 

Amen

 

Mit einem fröhlichen Festgottesdienst und anschließenden Mittagessen im Dennacher Gemeindehaus ist die seit Jahresbeginn fusionierte „Evang. Kirchengemeinde Schwann-Dennach“ gestartet. Der Posaunenchor wirkte darin mit. Jan-Sebastian Hermann vom Oberkirchenrat in Stuttgart sowie Dekan Joachim Botzenhardt  stellten sich nach dem Gottesdienst zusammen mit Vikar Simon Wandel, Pfarrer Friedhelm Bühner mit den zweiten Vorsitzenden Heinz Bodamer, Steffen Reiber sowie Jürgen Härter zum Gruppenbild auf. Sie alle brachten ihre Freude über den gelungenen Fusionsprozess zum Ausdruck.

Auch Bürgermeister Horst Martin von Neuenbürg, der erste stellvertretende Bürgermeister Horst Reiser von Straubenhardt sowie mehrere Stadt- und Gemeinderäte waren zum „Fusionsgottesdienst“ gekommen. Nach einem vorzüglichen Mittagessen für die zahlreichen Gäste sprach Horst Reiser ein Grußwort für die Gemeinde Straubenhardt und der scheidende Kirchenpfleger Eugen Lauser gab einen kurzen Einblick in die jüngste Geschichte der Kirchengemeinde Dennach. Der erste gemeinsame Festtag war auch ganz praktisch sehr gelungen. Denn die Zusammenarbeit klappte auf Anhieb hervorragend. 

Vorankündigung Presse




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

Sonntag, 24.06.2018
9:15 Uhr:
Gottesdienst in Dennach (Pfarrer M.Gerlach)
10:00 Uhr in Schwann:
Kindergottesdienst
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Pfarrer M.Gerlach)
Dienstag, 26.06.2018
17:45 Uhr:
Jungschar für alle Jungen und Mädchen im GH in Dennach
19:45 Uhr:
Chorprobe im GH in Schwann
Mittwoch, 27.06.2018
19:00 Uhr:
Teenkreis 13+ im GH Schwann
Donnerstag, 28.06.2018
18:30 Uhr:
Biblellesen und Austausch für Jugendliche im GH Schwann