2015-04-02

Andacht über Johannes 13,1-15 / Pfarrer Friedhelm Bühner

Wir stellen uns vor, dass auch Jesus in unserer abendlichen 

Runde ist, ähnlich wie am ersten Gründonnerstag, 

wo sie 12+1 zusammen waren …

 

Jesus und seine Getreuen. 

Er wollte sie vorbereiten auf Schweres …

Keine leichte Kost … sie werden herausgefordert sein

       - zusammen zu halten

      - zu entdecken, dass sie einander brauchen, 

      - zusammen ihn zu verkündigen.

 

Dazu hat Jesus ein „Gedächtnis gestiftet seiner Wunder“: 

Das Abendmahl - eine Brücke und ein Bindeglied

zu dem, was sie erst nach und nach verstehen werden: 

Jesus stirbt für die Sünden der Welt

und er hat unter uns „aufgerichtet das Wort von der 

Versöhnung“ …

 

Auch wir heute Abend gehören zur „Kerntruppe“ des Jesus. 

Deshalb treffen wir uns an einem Donnerstagabend, 

haben dafür alles stehen und liegen lassen. 

 

Und dürfen jetzt wissen: Jesus ist da, 

er will uns vorbereiten auf Neues, 

er nimmt uns an die Hand und führt uns. 

 

( … ) 

 

Wir hören den Predigttext für diesen Gründonnerstag aus dem 

Johannes-Evangelium, Kapitel 13, die Verse 1-15:

„1 Vor dem Passafest aber erkannte Jesus, dass seine Stunde 

gekommen war, dass er aus dieser Welt ginge zum Vater; und 

wie er die Seinen geliebt hatte, die in der Welt waren, so liebte 

er sie bis ans Ende. 2 Und beim Abendessen, als schon der 

Teufel dem Judas, Simons Sohn, dem Iskariot, ins Herz gegeben 

hatte, ihn zu verraten, 3 Jesus aber wusste, dass ihm der Vater 

alles in seine Hände gegeben hatte und dass er von Gott 

gekommen war und zu Gott ging, 4 da stand er vom Mahl auf, 

legte sein Obergewand ab und nahm einen Schurz und umgürtete 

sich. 5 Danach goss er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern 

die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, mit dem 

er umgürtet war. 6 Da kam er zu Simon Petrus; der sprach zu ihm: 

Herr, solltest du mir die Füße waschen? 7 Jesus antwortete und 

sprach zu ihm: Was ich tue, das verstehst du jetzt nicht; du wirst 

es aber hernach erfahren. 8 Da sprach Petrus zu ihm: Nimmer-

mehr sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Wenn 

ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil an mir. 9 Spricht zu 

ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die 

Hände und das Haupt! 10 Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen 

ist, bedarf nichts, als dass ihm die Füße gewaschen werden; denn 

er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle.11 Denn er kannte 

seinen Verräter; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. 12 Als er 

nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte 

sich wieder nieder und sprach zu ihnen: Wisst ihr, was ich euch 

getan habe? 13 Ihr nennt mich Meister und Herr und sagt es mit 

Recht, denn ich bin's auch. 14 Wenn nun ich, euer Herr und 

Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr euch 

untereinander die Füße waschen.15 Ein Beispiel habe ich euch 

gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.“

 

 

 

Liebe Gemeinde, 

es war ein langer, aufregender und ermüdender Tag

für die Jünger gewesen. 

 

Jetzt sind sie mit ihrem Herrn 

in einem gemieteten Saal zusammen, 

um zusammen das Passafest zu feiern. 

 

Reinigung und Erfrischung der müden, 

verstaubten Füße täte gut - und eigentlich war es auch üblich, 

dass einer kam und die Füße wusch, 

wenn man sich zu Tische legte. 

Allerdings: Diese „Drecksarbeit“ war niedrigster Sklavendienst - 

und ein Sklave war offensichtlich nicht da. 

 

Die Jünger selbst kommen nicht auf die Idee, 

sich hier zu betätigen

und so beginnt das Fest ohne diese Reinigung und Erfrischung. . 

Doch dann gibt’s eine Sensation:

Der, den sie ihren Herrn und Meister nennen, 

der absolut Ranghöchste, legt sein Obergewand ab,

bindet sich einen Sklavenschurz um

und fängt an, ihnen der Reihe nach die Füße zu waschen -, 

er, der nun wirklich allen Grund und alles Recht hätte, 

ihnen die Köpfe zu waschen!

 

Die erklärenden Worte von Jesus dazu machen deutlich, 

dass es ihm dabei nicht darum geht, 

seine Jünger bloß zu stellen 

und ihnen eine Lektion in Demut zu erteilen. 

 

Die Fußwaschung ist ein symbolisches Tun, 

also ein Zeichen, das auf etwas viel Größeres, 

ja Entscheidendes im Leben der Jünger aufmerksam machen will.

Hier geht es um etwas Unverzichtbares für ihr Leben 

und Überleben in dieser Welt -, 

wenn ihr Herr und Meister von ihnen gegangen sein wird

und dann nicht mehr persönlich bei ihnen ist. 

 

Konkret heißt das: 

Wo Christen im Alltag dieser Welt unterwegs sind, 

da bleibt es nicht aus, dass sie schlapp machen. 

Sie können auch nicht vermeiden, 

dass sich der Staub dieser Welt in ihren Poren festsetzt

und sie verschmutzt. 

Deshalb brauchen sie Tag für Tag neu, 

dass sie belebt und gereinigt werden. 

Und das geht von Jesus Christus selber aus!

 

Die Gründonnerstagsgeschichte bezeugt, 

dass er sich an die Drecksarbeit macht: 

Er reinigt und erfrischt. 

Er gibt den Seinen auf diese Weise Anteil an sich selbst 

und stellt so die Gemeinschaft mit ihm wieder her. 

 

Jesus überträgt dann aber - dieses Füße Waschen 

auch seinen Jüngern!

Da beginnt etwas, was er später - nach seiner Auferstehung -

seinen Jüngern so sagen wird: 

„Wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch!“

 

Die Jünger sind also aufgefordert, 

so miteinander umzugehen, wie Jesus es - mit ihnen tat. 

Sie sollen einander so dienen, 

wie er - ihnen gedient hat. 

Das heißt auch: Sie lassen sich - von den anderen dienen!

 

Damit geben sie sich auch untereinander Gemeinschaft und 

Frieden. Es gilt hier zwar, um’s mit Zinzendorf zu sagen: 

„Und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein, 

also wird die Welt erkennen, dass wir deine Jünger sein“ -, 

aber eben so - gilt es dann auch wirklich, 

in dieser Reihenfolge!

 

Jünger sind nicht dazu berufen, 

sich gegenseitig die Köpfe zu waschen. 

Sie sind dazu aufgerufen, 

sich immer wieder bei der Bewältigung ihrer Sünden 

gegenseitig zu helfen, 

also einander wechselseitig zu ermutigen und voran zu bringen!

 

Und über dem Ganzen liegt die große Verheißung: 

„Selig seid ihr, wenn ihr es tut!“ -

sowie die Zusage: „Daran wird die Welt erkennen, 

dass ihr meine Jünger seid“ -, 

die Leute des Heilands Jesus, der heil macht. 

Amen




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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