2014-06-01 Vorstellung Konfirmanden

Predigt über Johannes 7,37-39a / Pfarrer Friedhelm Bühner

Wir hören Gottes Wort für diesen Sonntag aus dem 

Johannes-Evangelium, Kapitel 7, die Verse 37-39a:

„37 Aber am letzten Tag des Festes, der der höchste war, trat Jesus 

auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! 38 Wer 

an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme 

lebendigen Wassers fließen. 39 Das sagte er aber von dem Geist,

den die empfangen sollten, die an ihn glaubten ...“

 

 

Liebe Gemeinde, liebe Konfirmanden, 

 

ich will Ihnen (Euch) heute von einem Fest erzählen, 

das jedes Jahr in Jerusalem gefeiert worden ist, 

ein Mega-Fest,

zu dem die Leute aus allen Ecken des Landes angerückt

sind mit Rucksack und Feldbett ( … )

Da grüßte man alte Bekannte, da trafen sich Jugendliche 

und da wurden bestimmt auch so manche zarten Bande geknüpft. 

Man lacht, singt und trinkt gemeinsam ein gutes Tröpfchen. 

Und natürlich gehört zum Abschluss auch der große

Fest-Abschluss-Gottesdienst. 

 

Während vor dem Tempel die Posaunen blasen und drinnen 

die Gemeinde das Lied aus Jesaja 12 singt: „Ihr werdet mit Freuden

Wasser schöpfen aus dem Brunnen des Heils“, 

holt ein Priester aus einer Quelle Wasser in einer goldenen Schale, 

schleppt es hoch in den Tempel, 

balanciert es durch die ehrfürchtige Menge bis vor zum Altar

und gießt es dort aus. 

 

Ein feierlicher Augenblick, unvergesslich für die Massen, 

keiner wagt, auch nur einen Mucks zu sagen: 

Es herrscht tiefe, ergreifende Stille. 

 

Da brüllt plötzlich einer wie ein Bierverkäufer auf dem Jahrmarkt: 

„Heeeeeh! - Her zu mir, wer Durst hat!

Bei mir gibt‘s was zu trinken!“

 

Natürlich ist sofort die ganze feierliche Stimmung im Eimer. 

Kein Mensch interessiert sich mehr für den Priester mit seiner

liturgischen Wasserkanne, sondern alles dreht sich um nach dem Kerl, 

der da mitten in die Liturgie rein gebrüllt hat. 

Dieser Randalierer war Jesus!

In unserem Text heißt es: „Am letzten Tag, auf dem Höhepunkt des 

Festes, trat Jesus auf vor der Menge und rief mit lauter Stimme: 

Wer Durst hat, soll zu mir kommen und trinken!“

 

Heute ist kein besonderer Festtag, aber Gottesdienst,

mit Bibelübergabe an die neuen Konfirmanden …

Und da sollen wir nicht nach Hause gehen ohne den Ruf von 

Jesus zu hören: Kommt her zu mir!

 

Nicht so klar. 

 

Sie werden jetzt vielleicht sagen: „Was soll das heißen?

Wir sind doch keine von der Straße reingelaufenen Leute, 

sondern wir sind extra gekommen, 

weil wir schon längst zu Jesus gehören. 

Wir sind ja überhaupt erst deswegen hierher gekommen, 

weil wir an ihn glauben. Das ist doch klar.“

 

Aber so klar ist das gar nicht. 

Es gibt Leute, die gehen jahrelang mit Jesus, 

die beschäftigen sich mit ihm, 

die finden ihn sogar einsame Spitze - aber sie glauben nicht

an ihn. 

Ich denk‘ da zum Beispiel an zwei junge Männer, 

die waren von Jesus so begeistert, 

dass sie sogar eine Oper über ihn geschrieben 

haben, die weltberühmt geworden ist, 

die Rockoper „Jesus Christ Superstar“. 

Ist schon lange her, ich weiß, 

sie wird aber immer noch aufgeführt. 

Superstar nannten sie Jesus - aber sie glaubten - nicht an ihn!

 

Genau solche Leute waren auch die Brüder von Jesus. 

Von denen wird kurz vor unserem Text (7,5) ausdrücklich festgestellt: 

„Seine Brüder glaubten nicht an ihn.“

 

Fromme Berieselungsanlage?

 

Dabei hatten sie ihn überhaupt erst eingeladen und gesagt: 

„Hör mal, Bruder Jesus, wir gehen heute mal zum Gottesdienst, 

ich meine: zum Laubhüttenfest nach Jerusalem, das muss sein. 

Komm doch mit!“

Sie glaubten nicht an ihn. 

Aber bei der religiösen Feier, da wollten sie ihn dabei haben. 

So was gibt‘s - und deshalb frage ich Sie und Dich: 

Glaubst Du an Jesus?

Oder ist der für Dich bloß eine fromme Berieselungsanlage für

Sonn- und Feiertage?

 

Jesus will uns nicht berieseln - der will unseren Durst löschen!

Und dabei geht‘s nicht um den Durst, den man mit Sprudel, 

Cola oder ein paar Bierchen für eine Weile los wird. 

Sondern es geht um was ganz Anderes. 

In uns allen steckt das Heimweh nach dem verlorenen Paradies, 

nach einem Leben, das anders und besser ist, 

einfach nach einem Leben, das o.k. ist.

In uns allen steckt eine ungeheure Sehnsucht nach Befriedigung, 

nach Glück!

 

Aus welcher Quelle leben?

 

In uns allen steckt ein ungeheurer Lebensdurst!

Jeder von uns versucht, 

seinen Lebensdurst auf seine Weise zu befriedigen. 

Und Sie wissen ja selber aus Ihrem Leben, 

was sie schon alles ausprobiert haben, um glücklich zu werden: 

Der eine sucht Befriedigung im Sex, der Andere in der Arbeit, 

im Sport, in der Natur und so mancher im Alkohol. 

 

Alles, was die Menschen tun 

und wofür sie die größten Opfer bringen,

dient letztlich nur dem einen Ziel: den Lebensdurst befriedigen. 

Von irgendeiner Quelle muss jeder trinken. 

 

Von welcher Quelle lebst Du?

 

Ich kann mit allen Wassern der Philosophie gewaschen sein, 

meine Adern mit Drogen voll pumpen. 

Ich kann aus dem Ozean der Weltreligionen Weisheiten schlürfen, 

aus den trüben Pfützen der Horoskope trinken, 

aber meine Seele wird dabei verdursten!

Auf dem Markt der Möglichkeiten wirst Du überschwemmt mit 

Hoffnungen -, mit dem Bibelwort für diesen Sonntag aber - preise

ich Dir Jesus an, der wie ein Marktschreier schreit: „Her zu mir, 

wer Durst hat!“

 

Nicht aus der Distanz

 

Damit meint Jesus: Ich kann deinen Lebensdurst stillen. 

Im Kapitel 6, Vers 35 sagt er direkt: „Wer an mich glaubt, den wird

nie wieder dürsten.“

Das ist zunächst eine Behauptung. 

Ob sie stimmt, können Sie aus der Entfernung nicht beurteilen. 

Sie erfahren die Wahrheit nur, wenn Sie das distanzierte Verhältnis

zu Jesus aufgeben, wenn Sie zu ihm kommen. 

 

[Demo: Weinglas]

 

Wenn ich sage: Hier in diesem Glas ist Wein ...

Dann ist das zunächst nur eine Behauptung. 

Ob sie stimmt oder ob es gewöhnliches Wasser ist, 

kannst Du aus der Entfernung nicht beurteilen. 

Du erfährst die Wahrheit nur, 

wenn Du herkommst und selber trinkst. 

 

Die beste Quelle nützt dir nichts, 

wenn du nicht zu ihr hingehst. 

Das Hingehen zur Quelle nützt dir nichts, 

wenn du nicht den Mund aufmachst und trinkst. 

Ohne deinen Entschluss zu kommen und zu trinken, 

wirst du verdursten. 

 

Deshalb sagt Jesus als Erstes: Her zu mir!

Her mit deinen Zweifeln, deinen Problemen, 

deinen Tränen und Plänen, 

mit deinen Zielen und Hoffnungen, 

her mit deinem ganzen Leben! - 

Haben Sie ihm ihr Leben schon übergaben? - 

 

Ein nüchterner Entschluss ist das. 

 

Die Frage ist nicht, ob jemand getauft ist, 

wie viel er über Jesus weiß, 

wie lange du schon mit ihm gehst. 

Die Frage ist: Haben Sie ihm ihr Leben schon übergeben? -

 

Irgendwann im Leben muss jeder Christ einmal ganz bewusst 

diesen Schritt tun. Bewusst tun!

Weil Jesus uns nicht mit frommen Gefühlen überschwemmen

oder von einer religiösen Welle mitreißen lassen will. 

 

Ich und Du, wir sollen einem klaren, bewussten, 

nüchternen Entschluss fassen, mit dem ganzen Willen sagen: 

„Ja, Herr Jesus, ich komme. Ich will dir gehören. 

Ich will dir mein Leben übergeben.

Und ich will auch das neue Leben, das du mir versprichst, 

das will ich haben!“

Es reicht nicht, unter den einen Arm den Taufschein zu klemmen

und unter den Anderen meine Kirchenmitgliedschaft 

und zu denken, mit diesen zwei Papierflügeln 

kann ich schon in den Himmel fliegen. 

 

Nein! Ohne deinen persönlichen Entschluss 

kommst du nicht in Gottes Reich! 

Deshalb hat Jesus damals einfach in die fromme Masse 

reingerufen: „Her zu mir!“

Und diesen Schritt können Sie / kannst Du heute tun!

 

Überströmend

 

Liebe Gottesdienstbesucher, 

natürlich weiß ich, dass viele von Ihnen

schon lange zu Jesus gekommen sind. 

Sie sind gekommen, sie haben getrunken, 

ihr Durst ist gestillt, 

Sie haben ein neues Leben bekommen - erreicht, was Jesus sagt: 

„Wer Durst hat, komme zu mir und trinke!“

 

Aber ist das alles?

Haben Sie auch erreicht, was Jesus im nächsten Vers sagt: 

„Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, 

von dessen Leibe werden Ströme des lebendigen Wassers fließen?“

 

Mir gefällt dieses Wort sehr.

Es ist eine schönsten Verheißungen der Bibel. 

Da wird uns nicht nur Leben, 

sondern tief erfülltes Leben versprochen

und ich hoffe, dass heute in dieser Kirche eine große Sehnsucht 

entsteht nach dieser tiefen Erfüllung, 

die von Gottes Kraft kommt. 

… bei Euch Konfirmanden, dass Ihr euer Leben aktiv gestalten wollt, 

die Verheißungen von Gott (Jesus) wirklich erproben wollt.

… bei Ihnen als Eltern der Konfirmanden, 

dass Sie ihre Jugendlichen begleiten zum Gottesdienst, 

sich selbst auf den Weg machen 

und so ein Vorbild sind. 

 

 

 

Uns allen, besonders denen, die ihm schon gehören, 

ruft Jesus hier zu:

Gib‘ Dich doch nicht zufrieden mit dem Schluck, der Dich gerettet hat,

sondern strecke Dich aus nach dem ganzen Segen Gottes, 

den Dir Gott geben will ... 

 

Und denke daran, was Segen ist: 

„Segen ist nicht das [in meinen Augen] gelingende Leben, 

nicht mein Plan, der in Erfüllung geht, 

nicht das Ziel, das endlich erreicht wird und allen gängigen 

Standards entspricht“, sondern, so drückt es einmal Basilea Schlink aus, 

„Segen entsteht, wo wir unsere gesammelten Stückwerke und 

Scherben [Jesus] hinlegen, 

es ihm zutrauen, dass er daraus noch etwas ganz Neues 

machen kann: 

aus einer krummen Biografie ...einer gescheiterten Lebensplanung ... einem verfehlten Beruf und einer zerbrochenen Partnerschaft ...“ 

 

 

Einflussreich.

 

Stell dir vor, was das heißt: 

Du brauchst nicht zu bleiben, wie Du bist. 

Du kannst eine Persönlichkeit sein, von der Segen ausgeht. 

Du kannst mit dem Apostel Paulus sagen: „Ich kann alles durch den, 

der mir die Kraft gibt - Jesus!“

 

Ja Du / Sie „Ich kann alles“ - das hängt nämlich nicht davon ab, 

wie fähig Du bist, sondern ob Du den Heiligen Geist hast. 

Vers 39: „Das“ - das mit dem überströmenden Leben - „sagte er aber

von dem Geist, welchen empfangen sollten, die an ihn glaubten.

Denn der Geist war noch nicht da, 

denn Jesus war noch nicht verherrlicht.“

 

Damals im Tempel von Jerusalem, da war der Geist noch nicht da. 

Aber heute, eine Woche vor Pfingsten 2014 in Dennach / Schwann, 

da ist er da. 

Pfingsten, die Ausgießung des Geistes, hat stattgefunden. 

 

Wir brauchen nicht mehr zu bitten, dass er doch kommen soll, 

sondern können danken, dass er da ist. 

Wir können mit Paulus sagen: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in 

unser Herz durch den Heiligen Geist, welcher uns gegeben ist.“

 

Nicht warten - danken!

 

Danken wir für diesen Geist Gottes, dann werden wir ihn erleben!

Dann wird in Deinem Leben eine Revolution stattfinden!

Danke Gott dafür, dass er Deinen Leib gewürdigt hat, 

seine Wohnung zu sein - und Du wirst erleben, 

dass von Deinem Leib Kraftwirkungen ausgehen. 

 

Auf der Flutseite

 

Sie und ich, wir leben auf der Flutseite von Pfingsten.

Um uns herum ist der Boden trocken. 

Sehen Sie sich doch die Gesichter der Menschen an, 

wie ausgedörrt sie sind von Enttäuschung, 

wie versessen auf ein bisschen Glück. 

Sie können ihnen abgeben von der Liebe, 

die Sie empfangen haben. 

Jesus hat Sie dazu berufen, 

dass von Ihrem Leib Ströme des lebendigen Wassers ausgehen. 

 

Und was ist los, wenn bei Ihnen / Dir nichts fließt?

Dann fragen Sie sich einmal, ob Sie nicht ein Christ sind, 

der dem Toten Meer gleicht. 

Da fließt immer nur Wasser rein, aber nie welches raus. 

Was ist los, wenn es so ist?

 

Dann ist irgendetwas verstopft. 

Dann kann es sein, dass an irgendeiner Stelle Ihres Lebens eine Barriere 

(in der Sprache der Bibel: eine Sünde) steckt, die den Strom blockiert. 

Dann sagen Sie zu Jesus: 

„Herr, zeige mir, woran‘s liegt, was Du ändern möchtest, 

was raus muss!“

 

Und dann raus damit - und Gottes Segensstrom kann beginnen, 

so, dass Sie und viele andere nur staunen können. 

Das hat Jesus denen versprochen, die an ihn glauben.  

Aber nochmals: Segen, wie Gott ihn versteht!

 

Volle Pulle. 

Haben Sie es gemerkt: Es kommt alles darauf an, klar und 

entschieden an Jesus zu glauben. 

Dann fließt Gottes Kraft!

Die Probe können Sie gleich diese Woche machen. 

Morgen früh seid Ihr Konfirmanden wieder in Eurer Klasse, 

wo Du vielleicht nur einer von wenigen Christen bist. 

Wieder in Deiner Familie, die Dir so stinkt. 

Unter Deinen Freunden, die mal so, mal so sind. 

 

Die Atmosphäre wird sich ändern - und zwar durch Dich -, 

wenn Du an Jesus glaubst. 

 

Glauben heißt nicht: Für wahr halten. 

Glauben heißt: Ich nehme in Anspruch. 

Nimm in Anspruch, was Jesus spricht: „Wer an mich glaubt, 

wie die Schrift sagt, von dessen Leibe werden Ströme lebendigen 

Wassers fließen.“

 

Jesus erinnert hier an ein Wort aus dem Alten Testament. 

Durch den Propheten Jesaja hatte Gott gesagt: „Ich will Wasser gießen

auf das Durstige und Ströme auf das Dürre, 

ich will meinen Geist auf deinen Samen gießen und 

meinen Segen auf deine Nachkommen.“

 

Diese Verheißung hat sich zum ersten Mal erfüllt, 

als Gott an Pfingsten seinen Geist ausgoss. 

Und diese Verheißung erfüllt sich auch heute für jeden, 

der glaubt - für Dich und mich. 

Amen

 

(Ich danke Pfarrer Dr. Theo Lehmann für seine Vorarbeiten zu diesem Predigttext)




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

Dienstag, 16.10.2018
19:45 Uhr:
Chorprobe im GH in Schwann
Donnerstag, 18.10.2018
14:30 Uhr in Schwann:
Paul Gerhardt (Pfarrer i.R. Herrmann Schwarze)
Freitag, 19.10.2018
17:30 Uhr in Schwann:
Mädchenjungschar
Sonntag, 21.10.2018
9:15 Uhr:
Kirchweih in der Schwabentorhalle in Dennach (Pfarrer Held)
10:00 Uhr in Schwann:
Kindergottesdienst
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Prädikant Schäfer)
Dienstag, 23.10.2018
19:45 Uhr:
Chorprobe im GH in Schwann