2014-03-16

Predigt über Hebräer 11,8-10 / Pfarrer Friedhelm Bühner

Liebe Gemeinde, liebe Konfirmanden, 

 

Vorbilder können uns motiveren. 

Spitzensportler geben durch ihre Leistungen so manchen jungen 

Leuten den Anstoß, selber aktiv zu werden: 

„Das gefällt mir, so will ich auch sein, solche Erfolge will ich auch 

einmal feiern!“

 

Und manche schaffen es tatsächlich. 

Vom Fan zum bekannten Athleten

und auch die andern, die es nicht zur Berühmtheit bringen, 

haben sich immerhin körperlich udn geistig betätigt. 

Allemal besser als daheim vor dem Fernseher 

das Vorbild als Fan zu bestaunen!

 

Wie ist das mit unserem Glauben?

Haben wir da auch Vorbilder?

Menschen, von denen wir sagen: „So will ich auch auf Gott vertrauen!

Solche Erfahrungen will ich auch gerne mit Gott machen!“ 

Gibt es die?

 

Im Hebräerbrief unserer Bibel - Kapitel 11 - werden verschiedene

Glaubensvorbilder erwähnt. 

An ihnen wird uns gezeigt, was Glauben bedeuten kann ...

 

Ich lese Gottes Wort aus Hebräer 11, die Verse 8-10: 

„8 Durch den Glauben wurde "Abraham" gehorsam, als er berufen wurde, 

in ein Land zu ziehen, das er erben sollte; und er zog aus und wusste nicht, 

wo er hinkäme. 9 Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen in 

dem verheißenen Lande wie in einem fremden und wohnte in Zelten 

mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung. 10 Denn er 

wartete auf die Stadt, die einen festen Grund hat, deren Baumeister und 

Schöpfer Gott ist.“

 

 

 

Abraham und Sara haben Erfahrungen mit Gott gemacht - 

Glaubenserfahrungen (Ihre Berufung, der Zug in die Fremde, Unsicherheit

und nicht nur einmal Warten auf weitere Order ...) 

und ihr Vertrauen auf Gottes Zusagen ist nicht enttäuscht worden. 

 

Ihr Beispiel soll uns ganz offensichtlich anspornen, 

nicht in falscher Angst oder Demut hocken zu bleiben, 

sondern auf Gottes Befehl losmarschieren, 

fest darauf zu vertrauen, dass Gott Wort hält!

 

 

Liebe Gemeinde, liebe Konfis, 

 

Glauben heißt auf Gottes Zusagen felsenfest zu vertrauen (1.)

Wenn uns jemand etwas zusagt, 

dann kann das mehr oder weniger wahrscheinlich klingen und sein

und je nachdem werde ich ihr trauen (d. h. „glauben“) 

oder auch nicht. 

 

Es macht enorm viel aus, 

in welcher Beziehung jemand zum „Absender“ einer Botschaft steht, 

ob mir mein Gegenüber vertrauenswürdig erscheint - oder nicht!

 

Kann ich der Person (und damit auch dem, was sie sagt) Glauben schenken?

Glaube ist zu allererst eine Frage der Beziehung!

 

Das ist genau so bei Gott: 

Kann ich mich denn auf sein Wort verlassen?

Ist die Bibel überhaupt „Gottes Wort“ oder bewegen wir uns hier 

im Bereich „teils wahr, teils im übertragenen Sinne noch interessant, 

aber im vielen Bereichen doch überholt“?

Das bewegt heute viele, schon in der Schule werden wir so „geimpft“, 

dass bereits Viertklässler, also Grundschüler, nachfragen: 

Aber was stimmt denn jetzt?

    - „Gell, wir stammen doch von den Affen ab ...?!“

    - „Wo ist denn Gott, wie kann der zu den Menschen sprechen?“

Um die Weihnachtszeit herum habe ich ein mal in der Grundschule Bilder 

aus Israel gezeigt, über Galiläa, Jerusalem, Bethlehem ...

Da hat ein Viertklässler völlig erst meinend nachgefragt: 

„Ach, den Jesus gab es echt ...?“

 

Wenn Glauben heißt, auf Gottes Zusagen felsenfest zu vertrauen, 

dann müssen wir heute den Menschen auch aufzeigen,

warum wir die Bibel allen Ernstes als Gottes Wort nehmen können, 

ihr vertrauen (wenn wir darin auch so manches nicht verstehen ...). 

Die Grundlage für alles Vertrauen auf Gott ist dieses Wort!

Nicht meine Worte oder die Worte anderer Menschen -, 

denn Menschen sind immer fehlbar ... und sie ändern ihre Positionen ...

sind nach außen anders als nach innen ...

 

Wenn das auch für Gottes Zusagen gelten würde, 

dann gute Nacht Christenheit, 

dann wollte ich nicht länger Pfarrer sein!

 

„Es ist aber der Glaube ein zuversichtliches Vertrauen auf das, 

was man hofft, ein festes Überzeugtsein von Tatsachen, 

die man mit den Augen nicht sieht“ (hat Hermann Menge Vers 1

dieses Kapitels übersetzt). 

... „ein zuversichtliches Vertrauen“ ... auf welcher Basis?

... auf der Basis von „Tatsachen, die man mit den Augen nicht sieht“, 

auf der Basis des Wortes der Bibel. 

 

Abraham „glaubte dem HERRN“ heißt in diesem Zusammenhang: 

Er ist Gott wirklich begegnet (eine geschriebene Bibel gab es noch nicht). 

Er hat seine Stimme gehört (wie auch immer) 

und er hat den Auftrag Gottes gehört: 

„Geh aus deiner Heimat weg in ein neues Land“ - und - 

er hat Gottes Zusage „Ich will dir das Land geben 

und dich zu einem großen Volk machen und dich segnen“ (1. Mose 12,1ff)

deshalb geglaubt. 

 

Wäre es nur ein schlechter Traum gewesen, 

warum hätte er dieses Risiko auf sich nehmen sollen?

 

Das Wissen: Der lebendige Gott hat mit mir gesprochen, 

ist die Basis für Abrahams Vertrauen in ihn, 

wird sein Antrieb, sein Motor. 

 

Und aus dem Vertrauen auf Gottes Zusage handelt er. 

Er spürt: Ich kann diesem Gott mein Leben / meine Zukunft anvertrauen!“

 

Wie geht es Ihnen?

Auf welche Zusagen Gottes vertrauen Sie?

Welcher Auftrag bringt Sie in Bewegung?

Jesus hat uns mitgegeben: 

„Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. 

Deshalb geht hin ...! Siehe, ich bin bei euch ...“ 

(Mt 28,18ff - der Missionsbefehl)

 

„Raus aus der Komfortzone ... rein in die Fremde!“

Über Gemeindegrenzen uns bisherige Freundeskreise hinweg ...

Die drei Abende mit den „Boten“ waren so eine Möglichkeit, 

aber es kostet Überwindung ... erstens muss man hingehen 

und zweitens auch noch andere einladen!

Aber der Auftrag von Jesus steht. 

Es liegt einzig an uns, ob wir ihm vertrauen!

 

Im November wollen wir (hier) in der Schwanner Kirche

erstmals eine „Abendbibelschule“ anbieten, stärker zur 

Glaubensvertiefung, aber auch für Außenstehende geeignet ...

Das gab‘s noch nie!

Der „gesunde Menschenverstand“ rät deshalb eher davon ab, 

menschliche Logik widerspricht, 

Bequemlichkeit findet Ausreden ...

„aber auf dein Wort hin“ - sagte ein müder Petrus zu Jesus - 

„werfe ich die Netze aus“ 

und er machte einen großen Fang (ein Berufsfischer geht 

tagsüber auf Fischfang, wenn alle darüber lachen, weil es zu 99%

sicher ist, dass da nichts zu holen ist). 

Sein Vertrauen gründet sich auf Jesus und sein Wort, 

dem glaubt er. Und wird nicht enttäuscht. 

 

Wer sich aufmacht, erlebt Spannendes - aber auch Schweres. 

Mit der Zeit merken wir: Es ist kein Spaziergang. 

 

 

Glauben heißt geduldig an Gott festhalten (2.)

Auf dem Weg mit Gott bleiben Krisen nicht aus, 

manches Mal brauchen wir einen langen Atem

und erhoffte Erfolge lassen auf sich warten. 

 

Sara und Abraham haben 25 Jahre auf Nachkommen gewartet, 

Land wirklich zu besitzen bleibt ihnen versagt, 

Geduld kann furchtbar anstrengend sein!

Wie kann ich unter diesen Bedingungen an Gott festhalten?

 

Das Schlüsselwort in diesem Zusammhang heißt „treu“: 

Sara hielt den für treu, der es verheißen hat“ (11,11). 

Gottes Treue ist der Anker. 

ER ist absolut zuverlässig, steht unverrückbar zu seinem Wort, 

was er sagt, das gilt und wird, ist nicht mal so mal so gewendet, 

je nach Zweck, der verfolgt wird. 

- Vielleicht denken wir jetzt an den Hoeneß-Prozess ..., 

aber zeigen wir nicht zu schnell auf andere!

Der Mann muss jetzt seine Strafe absitzen, 

ist aus dem Fußballhimmel gefallen ... und ich würde ihm so wünschen, 

dass er Gott kennen lernt, der „treu“ ist. 

In wie vielen Ehen und Beziehungen ist die versprochene Treue 

nicht das Problem!? Niemand will Untreue erleben

und doch tun es sich so viele gegenseitig an!

Aber auch die Treue im Kleinen ist nicht von ohne: 

- Bei uns daheim waren die Kinder immer die besten Aufpasser: Wenn ich 

was versprochen und dann wieder vergessen habe, hats nicht lange

gedauert, bis sie gekommen sind: „Du hast uns aber was versprochen!“

 

„Treue“ - Gott ist anders. 

Er ist treu und verlässlich. 

Und das will auf uns abfärben, Er will uns Kraft zur Treue schenken, 

IHM gegenüber und in jeder Situation, gegenüber Menschen. 

 

Wir können das aus uns heraus nicht, 

brauchen Gottes Hilfe dazu, 

Jesus und seinen Heiligen Geist, 

der uns von innen heraus verändert. 

„Er wird euch in alle Wahrheit leiten“ sagt Jesus (Joh 16,13)

Dabei kann das Wort „Wahrheit“ auch mit „Verlässlichkeit“ 

übersetzt werden: 

Der Heilige Geist leitet also Menschen in eine verlässliche Treue. 

Menschen, die ihr Leben Jesus anvertraut haben

und sich nicht mehr selbst leben wollen, 

sind treue Menschen. 

 

Ein Punkt, der gerade für junge Menschen mit Blick auf die Partnerwahl

sehr wichtig ist: Ist mein Partner wirklich Christ?

Lebt aus der verlässlichen Treue Gottes? - 

Denn wird sie mehr und mehr sein Wesen ausmachen 

und dieser Mensch ist ebenfalls ein treuer Mensch!

Von anderen - sie können noch so süß und nett sein - 

kann man das nicht von vorne herein erwarten!

 

Aber auch Christen kann es schwer aufstoßen, 

wenn sich manche Verheißungen und Zusagen Gottes

zu meinen Lebzeiten überhaupt nicht erfüllen. 

Das ist schwer zu ertragen.

Das kann mein Vertrauen auf Gott erschüttern 

und vielleicht erschrecke ich dann über mich selbst!

 

Jesus hat seine Jünger mehrmals „Kleingläubige“ genannt ...

und sind wir das nicht oft?

Dabei gehören Anfechtungen und Zweifel zum Glauben, 

sie sind kein Zeichen von Unglauben oder Abfall von Gott!

Aber aus mangelndem Vertrauen oder Ungeduld

kann ich z. B. sehr schnell hektisch werden und dabei auch 

Schaden anrichten (Zorn, böse Worte, vielleicht verletzende Worte ...)

Gott sei Dank gibt es dafür Vergebung

und das ist nicht das Ende des Glaubens!

 

Ein Drittes: 

Glauben heißt nach einem Sturz wieder aufstehen (3)

Das Sprichwort sagt: Fallen ist menschlich, 

aber Aufstehen ist göttlich. 

 

Jeder Christ, liebe Gemeinde, liebe Konfis, 

kennt auch Glaubensschwäche, 

aber wird nur nicht bei allen gleich stark sichtbar: 

Manche sehen aus wie „Glaubenshelden“, ohne Fehler, 

aber das ist eben nur die sichtbare Seite!

 

Manche Vorbilder des Glaubens kommen uns unerreichbar vor, 

ein Martin Luther, eine Mutter Teresa ..., 

ihr Vertrauen auf Gott scheint immer ungebrochen gewesen zu sein. 

Erst wenn man genauer hinsieht, merkt man, dass sie oft

schwere Kämpfe hatten und selber nie als Glaubenshelden 

dastehen wollten. 

 

Die Bibel verschweigt die Schwächen, die „Macken“, 

ja sogar die Schuld von „Glaubensvorbildern“ überhaupt nicht. 

Sie ist sehr realistisch und kehrt sie nicht unter den Teppich. 

Das hat mir selbst schon manchmal geholfen!

Weil es in meinem Leben als Christ nämlich auch nicht 

nur Höhenwege gab und gibt ... da gibt es auch Versagen 

und Schuld ... und ich danke Gott von Herzen dafür, 

dass er bei mir geblieben ist, 

mir geholfen hat wieder aufzustehen. 

 

Abraham und Sara, die im Kapitel 11 des Hebräerbriefs so gelobt

werden ob ihres Glaubens, von denen wird nicht verschwiegen, 

dass die beiden versucht haben, Gott ins Rad zu greifen

       und auf andere Weise den versprochenen Nachkommen 

    herbei zu zwingen.

dass Sara gelacht hat über die Verheißung, 

    noch in diesem hohen Alter ein Kind zu bekommen (1. Mose 18,12ff)

und davor Abraham genau so (1. Mose 17,17)

 

Oder da ist der Bericht über Simon Petrus, der im Glauben 

aus dem Boot tritt, auf dem Wasser geht, 

dann aber auf die Wellen schaut ... und versinkt. 

 

Trotz und mit den Schwächen von Menschen, 

die ihm nachfolgen wollten, 

hat Gott mit ihnen Geschichte geschrieben, 

er hat ihnen nach ihrem Sturz wieder auf die Beine geholfen. 

 

Darin zeigt er seine Treue und Gnade, bis heute, liebe Leute!

Schuldhaftes Verhalten von Menschen beschönigt er nicht, 

aber wir müssen damit auch nicht stehen oder liegen bleiben.

 

Entscheidend und ermutigend ist für mich, 

dass Gottes Treue zu uns in Jesus Christus fest steht. 

In ihm sagt Gott „Ja“ zu allen seinen Verheißungen (2. Kor 1,20). 

In ihm legt er das Fundament für eine Zukunft in der Ewigkeit bei Gott, 

wenn wir unsere Zelte hier abbrechen müssen

und wenn wir unser ganzes Leben IHM anvertraut, 

seine Vergebung angenommen haben. 

 

Dann ist Gottes Treue in meinem Leben zum Ziel gekommen. 

 

Dann darf ich seiner Treue schon heute trauen, 

mutige Schritte gehen, 

an ihm festhalten, wenn Schwierigkeiten zunehmen, 

auf seine Gnade hoffen, wenn ich stürze. 

 

Der lebendige Gott wird mir wieder auf die Beine helfen 

wie Sara, wie Abraham, wie Petrus ...

und mich nicht aufgeben, 

bis ich am Ziel bin. 

Amen




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

Sonntag, 22.04.2018
10:00 Uhr in Schwann:
Kindergottesdienst im Gemeindehaus (unten)
10:15 Uhr:
Konfirmations-Gottesdienst in Schwann (Pfarrer Wassermann)
Dienstag, 24.04.2018
17:20 Uhr in Schwann:
Teenie-Gitarrengruppen
17:45 Uhr:
Jungschar für alle Jungen und Mädchen im GH in Dennach
19:45 Uhr:
Chorprobe im GH in Schwann
Mittwoch, 25.04.2018
19:00 Uhr:
Teenkreis 13+ im GH Schwann
Donnerstag, 26.04.2018
18:30 Uhr:
Biblellesen und Austausch für Jugendliche im GH Schwann