2014-02-16

Predigt über Römer 9,14-24 / Pfarrer Friedhelm Bühner

Liebe Gemeinde, liebe Konfirmanden, 

 

heute haben wir vor der Predigt mal wieder so ein richtig altes 

Lied gesungen. 

„Mir ist Erbarmung widerfahren, 

Erbarmung, deren ich nicht wert; 

das zähl ich zu dem Wunderbaren, 

mein stolzes Herz hat‘s nie begehrt ...“ (EG 355,1)

 

Aber manches Mal haben diese Lieder eine ganz tiefe Aussage, 

sind vom Leben getränkt, 

auch wenn wir sie fast „übersetzen“ müssen. 

 

Philipp Friedrich Hiller steht als Autor drunter. 

1767 hat er es gedichtet, noch vor der frz. Revolution, 

ein schwäbischer Pfarrer ...

 

Hat der nicht eine seltsame Logik?

 

Der besingt das Erbarmen Gottes („Mir ist Erbarmung widerfahren“)

um dann im zweiten Vers zu schreiben:

Wir hatten nichts als Zorn verdient, 

sind aber - durch Christus - mit Gott versöhnt!?

 

Was ist das für eine Logik?

Philipp Friedrich Hiller selber fragt so 

und dichtet: „Wo kam dies her, warum geschieht‘s?“

(Warum handelt Gott so, wie er handelt?)

und gibt die Antwort „Erbarmung ist‘s und weiter nichts!“ (V2)

 

Es gibt Dinge auf dieser Welt, 

die kann Hiller nicht begründen

und die können wir bis heute nicht begreifen. 

Vielleicht sollen wir es auch gar nicht!?

 

Womöglich deshalb, 

dass wir bereit sind, uns vom Erbarmen Gottes

füllen zu lassen - wie ein leeres Gefäß?

 

Hiller selber hätte auch ganz anders schreiben können. 

Denn ein locker-leichtes Leben hat er nicht gehabt:  

Von Kind an hat er sich mit dem Sprechen schwer getan. 

Und dann war er gerade mal drei Jahre auf seiner neuen 

Pfarrstelle in Steinheim auf der Ostalb, 

da war die Stimme weg, Totalausfall. 

Mit 52 ...

 

Was soll das?

Wozu das?

 

War das Gottes Wille, Gottes Erbarmen - ein stummer Pfarrer?

Warum hat er das zugelassen? 

Hiller war begabt, konnte gut predigen!?

 

Vor solchen Fragen stehen manche. 

Vor einer Woche bin ich mit einem jungen Studenten zusammen

gekommen, der zu 90% erblindet ist ... Netzhautablösung ...

eine weitere OP geht nicht ... er weiß das ... schon bald kann

er 100% blind sein. 

 

Warum, Gott?

 

So hätte Hiller grübeln können und auch dieser Student, 

aber sie tun es nicht, sie wollen es nicht!

 

Die Wege, die Gott führt, 

sind maches Mal total unbegreiflich, unausmessbar, 

mit unserer Logik nicht zu erfassen: 

»Wo kam dies her, warum geschieht’s?“ 

Hiller hält fest: „Erbarmung ist es, weiter nichts!“

 

Unser Predigttext heute geht in dieselbe Richtung, 

er ist nichts für Leute, die Gott „festnageln“ wollen auf ihr 

Verständnis von logisch und unlogisch, 

sondern lenkt den Blick weg von unserer eingeschränkten Sicht

auf die Dinge. 

 

Er steht in Römer 9, den Versen 14-24. 

Warum, ja warum, begreifen so viele Menschen nicht, 

wer Jesus für sie ist? 

Das macht dem Apostel Paulus zu schaffen. 

Vor allem eines tut ihm weh: 

Gerade sein eigenes Volk, die Juden, müssten Jesus doch 

eigentlich als Messias erkennen, aber sie lehnen ihn ab, 

statt dessen kommen viele Heiden zum Glauben!

 

Warum sorgt Gott nicht dafür, 

dass dem jüdischen Volk über Jesus endlich die Augen aufgehen?

Warum lässt er ihre Ablehnung zu und greift nicht ein?

Ist er ihnen gegenüber etwa ungerecht?

 

Das ist seine Ausgangsfrage des Paulus, 

wenn er weiter schreibt (Neues Leben Bibel): 

„14 Was sollen wir dazu sagen? War Gott ungerecht? 

 

Natürlich nicht! 15 Denn Gott sagte zu Mose: »Ich schenke meine 

Gnade und mein Erbarmen, wem ich will.« 

16 Gottes Zusagen erhalten wir also nicht, indem wir sie uns 

wünschen oder uns darum bemühen, 

sondern Gott erbarmt sich über den, den er erwählt. 

17 Denn in der Schrift heißt es, dass Gott zu Pharao sagte: »Ich 

habe dich berufen, um an dir meine Macht zu zeigen und meinen 

Namen auf der ganzen Erde bekannt zu machen.« 

18 Ihr seht also, dass Gott sich über den erbarmt, über den er will, 

und dass er das Herz eines anderen verschließt, sodass er nicht 

auf ihn hört. 

19 Jetzt wendet jemand vielleicht ein: 

»Warum wirft Gott den Menschen dann noch vor, dass sie nicht 

auf ihn hören? Kann sich denn jemand seinem Willen widersetzen?« 

 

20 [Aber] was denkst du, wer du bist? 

Du bist doch nur ein Mensch und willst dich mit Gott streiten? 

Sagt das Geschaffene etwa zu seinem Schöpfer: 

»Warum hast du mich so gemacht?« 

 

21 Wenn ein Töpfer Gefäße aus Ton formt, hat er da nicht das Recht, 

aus demselben Klumpen Ton ein Gefäß für besondere Anlässe 

und ein anderes für den gewöhnlichen Gebrauch herzustellen? 

22 Wenn Gott seinen Zorn zeigen und seine Macht ausüben will, 

kann er viel Geduld mit den Gefäßen seines Zorns haben, 

die zum Verderben bestimmt sind, 

23 und dadurch den Reichtum seiner Herrlichkeit denen erweisen,

die er als Gefäße seines Erbarmens dafür vorbereitet hat. 

24 Das gilt auch für uns, die er aus dem jüdischen Volk und aus

den anderen Völkern erwählt hat.“

 

    

 

Liebe Gemeinde, liebe Konfirmanden, 

 

„war denn Gott ungerecht?“, fragt der Apostel Paulus. 

Wenn er gerade diesen Weg mit Israel geht?

Wenn er nicht verhindert, dass ein junger Student 

fast erbilindet, ein Pfarrer seine Stimme verliert?

Was soll das?

 

Diese Frage kennen wir. 

 

Sie ist vielleicht auch schon Deine Frage gewesen, 

in stiller Verzweiflung Gott hingeworfen!?

Und sie begegnet mir in so manchen Gesprächen:

Warum geht es denn auf dieser Welt so ungerecht zu?

    - Warum sind Recht haben und Recht bekommen 

           so oft zwei Paar Stiefel?

Warum verhindert Gott nicht Unfäll und Katastrophen?  Warum lässt Gott gerade den so unheilbar krank werden,
     der so freundlich war und mit viel Elan in der
      Gemeinde mitgearbeitet hat?

Wer kann das begreifen?

Warum lässt Gott zu, dass manche Kinder und Enkel
zum lebendigen Glauben an Christus kommen und andere nicht? 

Obwohl so viel für sie gebetet worden ist.
Ist Gott ungerecht? 

So fragt Paulus und so fragen wir.

 

Was kann auf solche Fragen überhaupt geantwortet werden?

 

Auch Paulus wirkt zunächst ziemlich unsanft unsanft: 

20 Was denkst du [eigentlich], wer du bist? 

Du bist doch nur ein Mensch und willst dich mit Gott streiten? 

Sagt das Geschaffene etwa zu seinem Schöpfer: 

»Warum hast du mich so gemacht?«

 

Das sieht nach einem Frageverbot aus, 

so wie wenn Eltern einem Kind sagen würden:

„Ach, frag doch nicht so dumm, das verstehst Du sowieso nicht!“?

Ist es aber nicht. 

Paulus verbietet hier das Fragen nicht. 

Überhaupt hat die Bibel nie etwas dagegen, 

wenn wir Gott unsere Fragen hinlegen!

Da sind z. B. die Klagepsalmen: 

„Warum, Gott, hast Du mich verlassen?“

Das dürfen, ja das sollen wir sogar: Zu Gott rufen!

 

Gott will nicht, dass wir ihm nur unsere geduldige, 

schön wohl temperierte Seite zeigen. 

Auch alle Fragen, die uns umtreiben, 

die uns vielleicht nicht mehr schlafen lassen,

das Ungelöste, jedes „Warum?“, mit dem wir nicht fertig werden, 

wir dürfen, ja wir sollen, es ihm hinlegen!

 

Nur seine Antwort - die können wir ihm nicht vorschreiben!

Da geht Gott seine Wege mit uns. 

 

Es kann sein, er antwortet schnell, 

manchmal anscheinend gar nicht. 

 

Es kann auch sein, er stellt Rückfragen an uns:
    - „Wo bist du, Adam?“
    - „Wo ist dein Bruder Kain?“
    - „Wer bist du [eigentlich], Mensch, dass Du es mit
           Gott aufnehmen willst?

Das hält uns der Apostel Paulus heute vor Augen. 

 

Und er gibt drei Antworten auf seine und unsere Fragen:

    1. Gott hat uns geschaffen – nicht umgekehrt.

    2. Gott wird uns richten – nicht umgekehrt.

    3. Gott will uns mit seinem Erbarmen füllen – heute.

 

 

1. Gott hat uns geschaffen - nicht umgekehrt

Paulus nimmt einen Vergleich, ein Bildwort:
Wir sind wie Gefäße („Tongefäße“), 

bei den Propheten Jesaja und Jeremia hat er das abgeschaut ...

 

In Gedanken sieht er eine Töpferwerkstatt vor sich

und vergleicht sie mit Gottes Schöpfer-Werkstatt: 

Wir alle sind wie Gefäße, Produkte aus Gottes Hand. 

Aus der Töpferhand entsteht kunstvoll ein Gefäß ...

Da nimmt der Töpfer nichts Wertvolles, kein Edelholz, kein Edelmetall, 

keine edlen Steine, sonden unedlen Lehm, 

legt ihn auf seine Scheibe und fängt an zu formen. 

So wird aus einem Klumpen Erde ein Kunstwerk, etwas Brauchbares.

 

Schon die Schöpfungsgeschichte beschreibt so unsere

Menschwerdung: Gott nimmt einen Klumpen Lehm und formt daraus

Adam, den Erdmann - aber das ist noch nicht alles - 

er bläst ihm das Leben ein, 

Gottes Atem, seinen Odem - und jetzt kann dieses Geschöpf leben.

Es trägt den Würdestempel: Made by God ...

Aus seiner Hand geschaffen, einzigartig, jeder Mensch ein Unikat ...

 

Wer das weiß, hat Achtung vor seinem Dasein, 

der sieht sich nicht mehr nur als Lehmklumpen, 

sondern als Idee Gottes, 

ist kein Dreck, 

sondern ein wertvolles Gefäß aus Gottes Werkstatt!

 

Aber fängt es da nicht schon an

mit dem Zweifel?

 

Warum macht Gott die einen schön und attraktiv, 

andere eher „grau“ und unattraktiv?

Warum gibt Gott denen einen die Gene für ein langes Leben, 

andere dagegen werden krank und behindert?

Warum bekommen die einen große Begabungen als Mitgift

und andere nicht?

 

Vielleicht denken Sie jetzt besonders an Menschen, 

die einfach mehr als andere leiden müssen - und Sie kommen 

immer wieder bei der Frage raus: 

    Was hat sich Gott bei denen eigentlich gedacht?
    Warum hat er sie so gemacht?

 

Ganz schnell stehen wir wieder bei der Eingangsfrage: 

„Ist Gott nicht ungerecht?“

 

Paulus gibt darauf keine philosophisch befriedigende Antwort.

Denn alle philosophischen Antworten tun so, 

als könnten wir Menschen für „Gott“ antworten ...

 

Er geht zurück in das Alte Testament, 

nimmt das Bild von der Töpferwerkstatt und sagt:

 

Wie schnell sind wir Geschöpfe doch dabei, 

uns beim Schöpfer zu beschweren!

Aber das geht nicht, sagt Paulus, 

weil der Ton - naturgemäß - nicht zu seinem Töpfer sagen kann: 

„Warum machst du mich so?“

 

Wir würden Gott klein machen, 

wenn wir sein Schaffen nur nach unseren Maßstäben beurteilen!

Wir würden uns vermessen, 

wenn wir Got in seinem Tun und Lassen „durchleuchten“ wollen. 

 

Er ist immer noch eine Nummer größer als wir!

 

Und unsere Würde besteht offenbar nicht darin, 

dass wir Gott begreifen, 

sondern dass Gott uns begreift

als Gefäße aus seiner Hand, 

egal wie wir aussehen (auf jeden Fall von IHM gemacht, 

von IHM nicht weggeworfen, sondern aufgehoben und 

festgehalten). 

 

Festgehalten trotz allem, 

was an unserem Leben so unheilig ist 

und was sich darin angesammelt hat an Leid und Schuld. 

 

Manche Wege, die Gott uns gehen lässt, 

begreifen wir nicht. 

Aber wir können uns vom heiligen, lebendigen Gott festhalten lassen, 

auch und gerade in schweren Wegen, 

wo nur ER sieht, wie ER es hinausführt. 

Gott hat uns geschaffen, nicht umgekehrt!

 

Ein Zweites sagt Paulus: 

 

 

2. Gott wird uns richten – und nicht umgekehrt

20 Was denkst du [Mensch], wer du bist?  

... und willst dich mit Gott streiten?

 

So fragt Paulus.

20 Was denkst du [Mensch], wer du bist?  

... und willst dich mit Gott streiten?

 

Paulus will uns dazu helfen, 

dass wir die Verhältnisse nicht auf den Kopf stellen. 

Ganz schnell sind wir dabei, 

Gott nach unseren Maßstäben zu beurteilen!

Dann setzen wir ihn auf die Anklagebank

und machen selbst einen auf Richter und Herr der Welt. 

Dabei wird der lebendige Gott zu unserem Pagen, Diener ...

 

Das muss schief gehen, sagt Paulus. 

Denn dem lebendigen Gott gebührt Ehrfurcht!

Akzeptiert doch, dass dieser Gott so frei ist, auch anders zu sein!

Anders, als wir ihn haben möchten und ihn uns vorstellen!

 

Hätten wir nicht alle gerne einen Gott nach Bestellung, 

nach Maß - nach unserem Maß und Bild!?

 

Aber noch einmal: Gott ist nicht nach unserem Bild, 

sondern wir sind nach seinem Bild geschaffen. 

Er ist der Schöpfer - nicht wir!

Er ist auch der Richter - nicht wir!

 

In einer Teppichknüpferei haben die Besucher der Teppich-

knüpferin zugeschaut. 

Die saß auf ihrem Schemel und hatte vor sich ihren Teppcih. 

Immer mehr staunten die Besucher: 

Was sie sahen, war ein reines Durcheinander, 

    - Fäden hingen wirr heraus,
    - die Farblinien schienen keine Ordnung zu haben,
    - alles chaotisch und ohne erkennbares Muster.
Bis zum dem Augenblick, 

als die Teppichknüpferin ihr Werk umdreht!

Was die Besucher bisher gesehen hatten,

war nur die Unterseite des Teppichs.

Jetzt sahen sie zum ersten Mal auch die Oberseite 

und siehe da: Der Teppich hatte ein klares Muster, saubere Linien, 

war ein echtes Kunstwerk!

Liebe Gemeinde, liebe Konfirmanden, 

auch wir sehen unser Leben auf dieser Erde

nur von der Unterseite her. 

Da ist viel Wirres, Chaotisches und wir können uns hin und 

wieder die Frage nicht verkneifen: Wo denn da ein sinnvolles

Muster ist, nach dem Gott führt!?

Aber es ist nur der Blick auf die Unterseite (des Teppichs, des Lebens). 

 

Üben wir uns doch darin, 

bewusst die andere Seite sehen zu wollen, die Oberseite 

und wir werden schon bald auch das gute Muster von Gottes Führung, 

Segenslinien von Gott erkennen!

 

Wer wirklich die Fäden in der Hand gehalten hat, 

das wird uns erst am Ende eines Lebens, einer Epoche, 

ganz sicher aber am Ende dieser Welt deutlich werden!

 

In dem Zusammenhang erwähnt Paulus auch den Pharao. 

Seine Verstockung und die Lage des Mose.

Hat etwa damals einer das Ganze begriffen (fragt Paulus), 

als die Israeliten gefangen waren in Ägypten 

und als der Sklavenhalter Pharao 

in seiner mächtigen Sturheit sich Gott widersetzt hat

und das Leid immer größer wurde –,

hat denn damals jemand geahnt, 

dass Gott gerade auf diesen undurchsichtigen Wegen 

sein Erbarmen groß werden ließ 

und sein Volkin die Freiheit führte? 

 

Dank Gottes Erbarmen ist aus diesem Leidensweg ein Heilsweg geworden. 

 

Dank Gottes Erbarmen ist aus der anschließenden Wüstenstrecke

eine hilfreiche Erfahrung geworden. 

 

So kenne ich Menschen, die nach schwerem Leiden das Krankenhaus

wieder verlassen konnten und rückblickend sagen: 

Diese schwere Zeit war ganz wichtig für mich. 

Mir ist kein Tag mehr einfach selbstverständnlich. 

Da ist mir Gottes Güte groß geworden, 

gerade weil Gott mich so in die Tiefe geführt hat

und ich nicht wusste warum!

 

Weil Gott der Schöpfer und letzte Richter ist, 

kann ich ihm mein Leben heute anvertrauen. 

Auch wenn ich gerade nur die Unterseite sehe. 

Dazu lädt uns Paulus ein

und deshalb noch ein Drittes und Letztes: 

 

 

 

3. Gott will uns mit seinem Erbarmen füllen – heute.

Wir sind ein Gefäß, von Gott gemacht

und dazu bestimmt, 

dass wir uns von seiner Barmherzigkeit füllen lassen!

Das will Gott mit unserem Leben. 

 

Über keinem Leben, und wenn es noch so verworren aussieht

und so sinnlos – über keinem Leben 

steht Gottes Verachtung oder Willkür. 

(<-> Legalisierung von Sterbehilfe sogar bei Jugendlichen in Belgien 

diese Woche)

 

Sondern jedes Leben -, jedes Gefäß aus seiner Hand, 

ist dazu bestimmt, dass seine Güte hineinfließt, 

dass seine Barmherzigkeit den Innenraum ausfüllt, 

dass seine Liebe zum wertvollen Inhalt wird.

 

Paulus verfällt hier schlicht ins Staunen: 

ER, der große Gott, ER füllt uns kleine Gefäße – 

uns, die wir manchmal so angefüllt sind mit Fragen und Sorgen, 

mit Gottvergessenheit und mit Schuld. 

Und trotz allem: 

»ER hat uns gemacht zu Gefäßen für seine Herrlichkeit.« 

 

Der heilige Gott selber will in uns hineinkommen. 

»Da zog Gottes Herrlichkeit in den 

Tempel ein und wohnte darin.« 

hieß es bei der Einweihung des Tempels durch Salomo. 

 

Heute – und das ist wirklich zum Hören und Staunen – 

heute will Gott mit seiner Herrlichkeit in uns hinein und uns füllen – 

und dabei all das, was nicht zu Gott passt,

aus unserem Lebensgefäß hinaus schütten. 

 

Dazu hat er ja Jesus in diese Welt gesandt –, 

Jesus, das Erbarmen Gottes in Person,

mitten in eine Welt voller Fragen und Klagen, 

mitten in eine Welt voller Leid –

und Jesus als das Erbarmen Gottes in Person sagt nicht: 

»Ich will mit dem ganzen Leid nichts zu tun haben«, 

sondern er steigt selber hinein, 

geht in die Tiefen, die uns so erbarmungslos vorkommen. 

Er geht in den Tod ans Kreuz. 

Dorthin, wo wir unseren Schrott hinkippen können,

um uns dann wieder neu füllen zu lassen – 

füllen mit all dem, was Jesus für uns mitgebracht hat:

erneuernde Liebe, 

vergebende Güte,

Barmherzigkeit ohne Maßen. 

 

Ist das zu begreifen?

 

Nein. Es ist zum Staunen. 

Und zum Freuen. Und zum Singen: 

 

»Mir ist Erbarmung widerfahren« -, 

so wie der stumme Pfarrer Philipp Friedrich Hiller 

es dann nicht mehr laut sagen, aber noch viel lauter aufschreiben konnte. 

 

Gerade ihn, der keine Sprache mehr hatte, hat Gott zum Sprach-

rohr des Evangeliums gemacht. 

»Wo kam dies her, warum geschieht’s? 

Erbarmen ist’s und weiter nichts.«   

Amen.




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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