2013-12-24 Musikalische Christvesper

Predigt zur Musikal. Christvesper des Ensemble VARIOTON über Lukas 2,1-20 / Pfarrer Friedhelm Bühner

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Liebe weihnachtliche Gemeinde, 

wir haben in diesem Jahr die musikalische Weihnachtsgeschichte

nach dem Lukasevangelium gehört ...

mit Instrumenten und Gesang ...

 

Der ganze Melodie des Evangelisten Lukas ist auf den 

Grundton der „Freude“ gestimmt, 

der Freude jener Menschen, 

die damals bei Maria und Joseph im Stall von Bethlehm

zu Gast waren und die anscheinend so groß war, 

dass sie es Wert ist, bis heute - in Gottesdiensten weltweit - 

verkündigt zu werden. 

 

Wie ist das eigentlich mögich? - 

Und wie kann diese Freude - auch unser Leben heute - 

noch erreichen, ja womöglich sogar - verändern? 

 

... und wickelte ihn in Windeln ...

so lesen wir hier in der Weihnachtsgeschichte. 

 

Ein Pfarrer hatte eine neue Weihnachtskrippe mit Figuren aus 

Pappe - und zeigte sie in der Kirche den Kindern.

"Seht doch", sagte er, "welche Freude und Zufriedenheit das 

Jesuskind ausstrahlt. Und seht doch mal die glückstrahlenden 

Gesichter von Maria, Josef und den Hirten. 

Und schaut mal die Tiere an: Die Schafe stoßen sich nicht; 

Ochs und Esel schlagen nicht aus. 

Warum sind die wohl so friedlich und verträglich?" ( - ) 

Da meldete sich ein Mädchen und sagte: 

"Weil die alle aus Pappe sind." ( - ) 

 

Liebe Gemeinde, ist die ganze Weihnachtsgeschichte vielleicht 

auch bloß "Pappe"? ( - )

Dann wäre das, was wir in diesen Tagen feiern (in unseren Gottes-

diensten und daheim) alles "Pappe"! (Eine glanzvolle Show -, nicht

weniger, aber auch nicht mehr). 

Und nicht nur das: Dann wäre alles (aber auch restlos alles),
was wir in der Gemeinde tun, "Pappe", 

vergangene Freude, 

die jedes Jahr um diese Zeit schnell aufgewärmt wird. 

Eigentlich wäre es dann ehrlicher, 

wir würden die Kirche schließen und nie mehr aufmachen.

 

Oder aber stehen wir hier vor Realitäten, vor Wirklichkeiten?

Einem Anlass zu wahrer Freude, die zu mir kommen 

und bleiben will? 

 

Dass Menschen sich als Gott feiern lassen, 

das gab's schon oft in der Geschichte
(ganz bizarr in diesen Tagen in Nordkorea).

Oder dass Verliebte sich gegenseitig "vergöttern", 

das gibt's immer noch oft, wenn auch meist nur für kurze Zeit.

Aber dass Gott - Mensch wird, 

dass Gott so "herunterkommt", 

sich in Windeln wickeln lässt 

und sich dann gar noch hinrichten lässt am Kreuz, 

das ist einzigartig!

 

Doch was steckt denn dahinter? - Warum das Ganze? 

"Gott wird Mensch dir, Mensch, zugute." 

Warum sollte Gott so was tun? 

 

Die folgende Geschichte hat sich in Indien vor langer Zeit 

zugetragen:

Ein König hatte einen Minister, der Christ wurde 

und seinen Glauben vor dem ganzen Volk bekannt hat. 

Er erklärte, dass er jetzt dem Retter gehöre, 

der in diese Welt gekommen sei, 

um die Menschen zu erlösen von Schuld und Tod. 

Dem König war das unverständlich. 

Er sagte: "Wenn ich will, dass etwas geschehen soll,

dann gebiete ich meinen Dienern, und das reicht. 

Warum sollte der König aller Könige - selbst - in diese 

Welt kommen?"

 

Der indische König wollte den Minister wegen seines 

Glaubens an Jesus entlassen. 

Weil er ihn aber gern hatte, versprach er ihm Gnade, 

wenn er eine Antwort auf diese Frage wüsste.

 

"Gewährt mir 24 Stunden, Majestät", erwiderte der Minister, 

"und ich will euch antworten."

 

Das ließ der Minister einen Schnitzkünstler kommen 

und gab ihm den Auftrag eine Puppe anzufertigen 

und sie genau so zu kleiden wie das zweijährige Kind 

des Königs. 

Denn er wusste, dass der König am darauf folgenden Tag

eine Spazierfahrt im Boot machen würde. 

 

Der Minister hatte den Schnitzkünstler angewiesen, 

sich am Ufer des Flusses aufzuhalten

und auf ein vereinbartes Zeichen hin 

die Holzpuppe ins Wasser zu werfen. 

Und genau so machte er es. 

Der König sah die Puppe fallen -, und sprang - in der 

Meinung, es sei sein Kind - ins Wasser!

Da fragt ihn der Minister später, warum er selber

sein Kind habe retten wollen, 

wo doch ein Wort an seine Diener genügt hätte. 

Und der König sagte: "Es ist das Herz des Vaters, 

das so handeln musste!" 

Darauf der Minister: "So hat sich auch Gott nicht damit 

zufrieden gegeben, den Menschen nur eine Botschaft zu senden, 

sondern seine große Vaterliebe ließ ihn selbst aus der 

unsichtbaren Welt heraus treten, um uns zu retten." 

 

 

  ... und wickelte ihn in Windeln ...

 

Liebe weihnachtliche Gemeinde, 

stellen Sie sich vor: So tief ist Gott (bildlich gesprochen) 

"herunter gekommen", 

dass er sich neben dich und mich gestellt hat 

und unser Bruder geworden ist 

und das aus lauter Liebe zu dir und mir. 

Er hat es nicht in der Herrlichkeit ausgehalten. 

Seine Liebe hat ihn zu uns getrieben.

 

Aber er hat sich nicht nur neben uns gestellt, 

er ist noch weiter runter gegangen, ganz in die Tiefe: 

In die Tiefe unserer Schuld, 

in die Tiefe unseres Leids.

Deshalb ist er gekommen: Um sich unter uns zu stellen 

und uns zu tragen. ( - ) 

 

Brauchen wir nicht alle so einen, der „herunter kommt“ 

und uns trägt? - Durch das ganze Leben? 

Gerade auch nach diesen Feiertragen!? 

 

Die starken Typen, für die wir uns gerne ausgeben,

sind wir doch gar nicht!

Und wir wissen auch etwas vom Gewissen, 

das uns in stillen Minuten mächtig zusetzen kann, 

wir wissen etwas von der Gier, 

von der Lebens- und Todesangst,

von den Dingen aus unserer Vergangenheit, 

die wir gerne ändern würden, 

aber nicht mehr ändern können!

 

Und da hinein - kommt einer runter

und stellt sich unter uns vielgesichtige Menschen, 

trägt uns (bis ans Kreuz), 

und bietet uns eine Befreiung an, 

die nur Gott schenken kann. 

 

Und am Ostermorgen durchbricht Jesus sogar noch

die Schallmauer des Todes 

und verspricht jedem, der ihm sein Leben anvertraut, 

der ihm nachfolgt und auf seine Stimme hört, 

ihn sicher ans Ziel zu bringen: 

Zum Vater in die Herrlichkeit, in den Himmel. 

 

Liebe Gemeinde, 

Weihnachten ist das Ende bloßer Religiosität. 

In allen Religionen muss der Mensch nach oben greifen 

und streben, um seinen Gott zu erreichen. 

Weihnachten ist auch das Ende einer Sicht, 

die das Göttliche durch gutes Tun im Leben erstrebt. 

Alle diese Leitern nach oben oder nach innen führen ins Nichts ...

 

In Jesus ist Gott "herunter gekommen", zu uns, 

um uns ans Ziel zu tragen. 

Und das alles aus Liebe, aus Sehnsucht nach uns. 

Deshalb heißt der Name Jesus auf Deutsch „Gott rettet“. 

Nomen est omen, 

dieser Name „Jesus“ ist Programm: 

Gott will Menschen retten durch Jesus. 

Weihnachten ist der Startpunkt ... Ostern der Höhepunkt ...

und die Wiederkunft von Jesus oder unser eigener Tod

der Schlusspunkt. 

 

Kaum zu glauben: 

Der in Windeln Gewickelte ist tatsächlich die krasseste

Einladung Gottes, seine Liebe zu erwidern, 

seit wir Menschen aus dem Paradies geflogen sind. 

 

Aber wahr!

Jesus bringt das Leben zurück, er bringt uns den 

gnädigen Gott zurück. Er ist Gottes Liebe. 

 

Wer vor ihm niederfällt, steht als neuer Mensch auf, 

für den hört Weihnachten am 26.12. nicht auf. 

Amen




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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