2013-03-28 Gründonnerstag

Predigt über 2. Mose 12,1-4 und Markus 14,17-26 / Pfarrer Friedhelm Bühner

Liebe Gemeinde, 

es sind ja nicht wir, hier in Dennach / Schwann, 

die darauf gekommen sind, das Abendmahl zu feiern. 

Warum feiern wir es eigentlich? ( - ) 

Weil unser Herr, Jesus Christus, es eingesetzt hat!

 

Damals, am Abend vor seinem Tod, 

war Jesus mit seinen Jüngern zusammen und hat, 

wie alle gläubigen Juden, den Sederabend gefeiert, 

der steht am Anfang des Passafestes. 

 

Es ist ein fröhliches Essen, 

eine Erinnerung an die Befreiungstat Gottes schlechthin, 

der sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten herausgeführt hat. 

 

Deshalb fragt der Jüngste am Tisch: 

„Warum ist diese Nacht so anders als alle übrigen Nächte?“

Und sein Vater erzählt die Geschichte von Mose, 

wie er das Volk Israel aus Ägypten heraus geführt hat. 

Er erzählt diese Befreiungsgeschichte, 

indem er die Speisen auf der Sedertafel erklärt: 

  1. Das Salzwasser - es erinnert an die Tränen, 

die unsere Vorfahren in Ägypten geweint haben. 

        2. Die bitteren Kräuter - sie erinnern an das bittere Leben, 

das die Israeliten als Sklaven zugebracht haben. 

        3. Charosset, ein Brei aus Äpfeln, Zimt und Nüssen -, 

es erinnert an die Lehmziegel, die die Israeliten als Sklaven 

schleppen mussten. 

        4. Und bei den ungesäuerten Mazzen erklärt der Hausvater: 

„Das ist das Brot des Elends, das unsere Väter im Land Ägypten 

gegessen haben!“

Nur aus Mehl und Wasser gebacken, 

ist es zum Brot des Aufbruchs geworden, 

zum Dauerproviant in der Wüste. 

       5. Dazu kommt noch der Wein. 

Er darf bei keinem Festmahl fehlen, 

mit ihm wird die Befreiung gefeiert!

 

So erinnern sich die Juden - damals zur Zeit von Jesus und bis heute -

am Sederabend an den Auszug aus Ägypten, 

an die Zeit, als Israel in Ägypten war

und von Gott großartig errettet worden ist. 

 

Das Passamahl ist bei den Juden ein fröhliches Fest: 

Miteinander essen, trinken, sich gegenseitig erinnern

und freuen an der Treue und Liebe des Gottes Israels. 

 

Der erste Gründonnerstag - damals vor 2000 Jahren - 

war aber kein fröhlicher Festtag wie alle andern: 

Es war der „Grein-Donnerstag“, 

der „Donnerstag der Tränen“. 

Da ging es um den Abschied

und deshalb hat dieses Essen eher traurig gemacht. 

 

Denn die Jünger ahnen es, 

ja sie hören es sogar mit eigenen Ohren: Jesus wird sie verlassen. 

Sein Weg führt ans Kreuz, ins Leiden, in den Tod. 

Lähmende Stille liegt über der Tischgemeinschaft. 

Keiner spricht mehr ein Wort. 

Alle scheinen in sich versunken, 

beschäftigt mit der Fragen wie diesen: 

    • Warum muss Jesus sterben?
    • Wie soll es weitergehen - mit ihm und mit uns?

 

Während sie so ihren Gedanken nachgehen, 

da nimmt der HERR Jesus das Brot, sagt Dank und bricht es, 

gibt es seinen Jüngern und spricht: 

„Nehmt hin und esst; 

das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. 

Das tut zu meinem Gedächtnis!“

 

Alle Jünger schauen sich ratlos an: 

Nanu, kann Jesus den Text nicht mehr?

Der sagt ja was ganz anderes als sonst. 

Normal kommt doch jetzt der Segensspruch über dem Brot, 

statt dessen deutet Jesus seinen bevorstehenden Tod!

 

Desgleichen nach dem Mahl, da nimmt er den Kelch, 

sagt Dank, gibt ihn den Jüngern und sagt: 

„Trinkt alle daraus; 

das ist mein Blut des Neuen Bundes, 

das für euch und für viele vergossen wird 

zur Vergebung der Sünden. 

Das tut zu meinem Gedächtnis!“

 

Jesus nimmt die bekannten Elemente, nicht alle - nur zwei: 

Brot und Wein. 

 

Er nimmt sie und deutet damit im Voraus seinen Tod, 

gibt seinen Jüngern eine Verstehenshilfe an die Hand, 

für den kommenden Karfreitag und das ganze Leben: 

Wer das Kreuz verstehen will -, der feiere Abendmahl!

Wer wissen will, warum Jesus am Kreuz gestorben ist -, der 

höre die Einsetzungsworte zum Abendmahl:

„Nehmt und esst! Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird!“

Und „Trinkt alle daraus; das ist mein Blut des Neuen Bundes, 

das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden!“

 

„Für Euch!“

„Für Dich!“ - ganz persönlich. 

„Christi Leibt, für dich gegeben!“

„Christi Blut, für dich vergossen!“

 

Das ist das Geheimnis des Kreuzes 

und der Kern des Abendmahls: 

Dir - sollen deine Sünden vergeben werden!

Dir - will Christus begegnen!

Dein Vertrauen in Gott soll gestärkt werden!

 

So feiern wir heute gemeinsam das Abendmahl - wie damals: 

Ein Stückchen Brot, ein Schluck Wein. 

So soll es sein. 

 

Wenn wir das Brot nehmen und von dem Kelch (heute aus Einzel-

kelchen) trinken, will unser HERR Jesus Christus bei uns sein. 

Mit seiner Vergebung, seiner Gemeinschaft, 

seiner Hilfe für unseren Glauben. 

Wer in dieser Haltung kommt, der empfängt: 

Das ist noch sicherer wie das „Amen“ in der Kirche. 

 




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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