2012-03-27 Seniorenwohnheim

Predigt über Hebräer 12,1-3 / Pfarrer Friedhelm Bühner

Wir hören auf Worte des Hebräerbriefes, Kapitel 12, die Verse 1-3:

„Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns 

haben, lasst uns ablegen alles, was uns beschwert und die Sünde,

die uns ständig umstrickt und lasst uns laufen mit Geduld in dem

Kampf, der uns bestimmt ist und aufsehen zu Jesus, dem An-

 

fänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude 

haben können, das Kreuz erduldete und die Schande gering 

achtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes.

Gedenkt an den, der soviel Widerspruch gegen sich von den Sündern

erduldet hat, damit ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst“.

 

 

 

Liebe Gemeinde im Seniorenheim,

 

auf unsere Blickrichtung kommt es doch immer wieder an!

 

Sehen Sie: Da ist ein Autofahrer, der geblendet wird

von einem entgegen kommenden Fahrzeug. 

Wie muss er sich verhalten, dass er keinen Unfall baut?

Er muss wegschauen von dem grellen Licht des anderen Autos

und ganz fest den Straßenrand im Blick behalten!

Damit er keinen Unfall baut. 

 

Auch bei einem Bergsteiger ist es. 

Wie oft sieht er den gähnenden Abgrund vor sich!

Da muss er sich ganz schnell entscheiden: 

Starre ich jetzt in den Abgrund und das kalte Grausen überkommt mich 

oder schaue ich weiter nach oben - zum Gipfelkreuz!?

 

So gibt es aber auch Menschen, die sind schon beruhigt (und

fühlen sich sicher), wenn sie beim Autofahren einfach den schönen 

Daimler-Benz-Stern vor sich sehen 

und andere, die überkleben ihren Rückspiegel leichtsinnig

mit dem Bild ihres Geliebten!

Das ist ziemlich dumm, kommt aber immer wieder vor!

 

Wir lernen Menschen kennen an dem, worauf sie schauen! ( - ) 

Und wir lernen Christen kennen - an dem, auf den sie schaeun: ( - ) 

auf Jesus Christus, den sie lieben als 

- ihren guten Stern auf allen Straßen -, als

- ihre große Liebe, die sie anbeten -, als

- ihr Vorbild, dem sie bewundernd nacheifern -, als 

- das verlockende Ziel am Gipfel, das alle Mühe lohnt, 

den Anfänger und Vollender ihres Glaubens. 

 

Dreifach fordert uns das Bibelwort heute auf, 

zu Jesus aufzuschauen, 

als den Sieger (1.), als unseren Vorkämpfer (2.) und als zu 

unserem Trainer (3.):

 

Aufsehen auf Jesus, den Sieger (1.)

Da kommt das Bild von einem Langstreckenläufer vor

für das Leben Leben Christen wird es benutzt 

und gesagt: Jesus Christus hat diesen Lauf schon hinter sich

und - ER hat diesen Lauf überhaupt erst begonnen!

 

In Jesus steigt Gott von der himmlischen Ehrentribüne herunter

auf die staubige Aschenbahn unseres Lebens. 

Er legt seine himmlische Herrlichkeit und Macht ab,

zieht sich um, das Sportdress der Menschen an

und geht an den Start!

 

Auf unser umkämpftes Leben (mit allen Härten: Krankheit, 

Leid, Enttäuschungen) hat er sich eingelassen, 

hat den Kampf des Glaubens gekämpft (hatte es nicht besser wie wir)

und - er hat Treue gehalten, 

Treue zu Gott und den Menschen!

 

Treue zu Gott, das heißt

- er war abhängig von Gott - trotz seiner Macht,

- er war gehorsam obwohl er auch anders konnte; 

- er geht den Weg der tausend Qualen, obwohl er als Gerechter von 

Gott eine andere Behandlung verdient hätte.

   - Er hält an Gott fest, obwohl der ihm in seinem Leiden
unendlich fern rückt 

 

und damit hat er uns Menschen die Treue gehalten!

- er hat uns in seinem Leiden nicht vergessen,.

- er ist uns treu geblieben, als er sich freiwillig dafür entschieden hat, am Kreuz 

zu bleiben - und nicht einfach - herunter zu steigen. 

 

Deshalb lebt mein Glaube von dem, was er für mich getan hat, 

so wie der Erbe von dem lebt, was jemand vor ihm erarbeitet hat! (

Er ist der „Sieger“ ... und darin 2. zu unserem Vorkämpfer geworden, 

zu dem wir aufsehen können (2). 

 

Jesus war kein Mitläufer, sondern unsere Voraus-Läufer!

Er ist uns immer einige Schritte voraus

und will uns anspornen, mitziehen, ermutigen

nicht aufzugeben!

 

Als unser Vorausläufer im Glauben möchte Jesus mir das Tempo angeben, 

will, dass wir dadurch durchhalten, dass wir auf ihn schauen!

 

Denn darum geht es beim Christsein: um das Durchhalten! 

Darum, den Glauben nicht nach einigen Enttäuschungen über mich 

oder andere Christen einfach wegzuwerfen,

auch nicht, wenn ich Gegenwind verspüre von Leuten, 

die ihn schon längst abgehängt haben und jetzt spotten. 

 

Das ist gemeint, wenn in der Bibel von der Geduld steht: 

Nicht geduldig wie ein Esel sollen wir sein, 

sondern so wie eine Katze, kurz vor dem Sprung. 

Wenn sie zum Beispiel vor einem Mauseloch sitzt und 

voller Spannung, jeden Muskel bis zum Zerreißen angespannt, 

konzentriert auf ihr Ziel (die Maus vor dem Loch) wartet ...

So geduldig will uns Jesus machen. 

 

Geduld heißt, von Gott die Kraft erbitten, 

darunter zu bleiben, 

Anspannung auszuhalten und durchzuhalten, 

sich nicht anzupassen und sich damit aufgeben. 

 

Wie geht das?

Wenn wir uns jeden Morgen im Gebet vor Jesus stellen

und ihn um die richtige Blickrichtung bitten, 

und um seinen Heiligen Geist, 

der mit der Gegenwart von Jesus erfüllt ...

 

Auch gerade hier im Seniorenwohnheim ...

Mut haben anders zu sein ... 

mit Jesus rechnen an jedem Ort und in jeder Lage ...

Das werden Ihre Mitbewohner spüren und merken!

 

Wenn Jesus mein „Vorkämpfer“ ist und ich das auch laut sage, 

dann wird Jesus auch hier im Seniorenwohnheim groß gemacht

und Sie erleben, wozu Sie hier vielleicht noch wohnen ...

 

Ein 3. und letztes ist Jesus hier in diesem Bibelwort, 

er will für die Christen so was wie ihr Trainer sein!

 

Denken wir nur einmal daran, 

wie Sportler monatelang auf entscheidende Wettkämpfe vorbereitet 

werden!

Etwas Ähnliches sagt uns der Hebräerbriefschreiber hier: 

Auch Jesus will sowas wie unser persönlicher Manager und 

Betreuer sein, der uns die besten Tipps zum Durchhalten gibt!

 

Dazu zeigt er uns z. B. die richtige Laufkleidung: 

wir sollen möglichst wenig Gepäck rumschleppen im Training, 

alles ablegen, was beschwert!

Im Sport ist das ganz normal. 

Aber tun Sie das auch? - Ablegen, was Sie beschwert?

 

Man kann nicht mit Jesus unterwegs sein 

und daherkommen wie ein Kofferträger! 

Das sagt uns die Bibel. 

 

Und dann gibt es da so viel Hochtrabendes und Beeindruckendes

am Wegrand, das würden wir gerne alles einpacken und mitnehmen!?

Vieles ist ja gar nicht schlecht, aber: Es ist Gruscht, es hindert doch bloß!

Vieles ist auch nicht böse, aber es lenkt mich ab

  1. B. ganzer Tag Fernsehen schauen ... warum nicht ein gutes Buch

lesen und sich Zeit für Gott nehmen!?)

 

Wenn wir uns den ganzen Tag berieseln lassen, 

dann sind unsere Gedanken wo ganz anders

und wir schalten den Einfluss unseres HERRNN ab.

 

Der Trainer Jesus möchte unseren Blick immer wieder auf die 

Hauptsachen lenken: Nämlich IHM nachzufolgen, 

IHM die Treue zu halten im Glauben, 

sich ganz auf IHN zu verlassen.
Jesus will keine Nebenrolle, sonst geht er weg ... 

Er will mich und Sie führen dürfen ...

durch dieses Leben, Schritt für Schritt ... Ihnen im Glauben Kraft

und Mut geben. 

 

Denn nur mit IHM können Sie auch das ewige Leben finden. 

 

Und das Schöne dabei: Jesus ist wirklich unglaublich gut zu uns. 

Er ist der Sieger - wer sich an ihn hält, gewinnt ebenfalls. 

Er ist der Vorkämpfer - hören Sie auf seine Worte, auf seinen Zuruf, 

auch auf seine Ermahnungen. 

Und dann ist er automatisch auch ihr Trainer. 

 

Mit ihm können wir in Geduld laufen in dem Kampf (des Lebens), 

der uns verordnet ist. 

 

Vertrauen Sie dabei nicht auf die eigene Kraft!

Sondern schauen Sie jeden Tag zu ihm auf, 

dem Anfänger und Vollender des Glaubens.

Amen

 

 




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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