2012-01-22

Predigt über 2. Könige 5,1-19 / Pfarrer Friedhelm Bühner 

Gottes Wort für diesen Sonntag steht heute im 2. Königebuch, Kapitel 5, die Verse 1-19: 

"Naaman, der Feldhauptmann des Königs von Aram, war ein 

trefflicher Mann vor seinem Herrn und wertgehalten; denn durch 

ihn gab der HERR den Aramäern Sieg. Und er war ein gewaltiger

Mann, jedoch aussätzig. 

Aber die Kriegsleute der Aramäer waren ausgezogen und hatten 

ein junges Mädchen weggeführt aus dem Lande Israel; die war

im Dienst der Frau Naamans. 

Die sprach zu ihrer Herrin: Ach, dass mein Herr wäre bei dem Pro-

pheten in Samaria! Der könnte ihn von seinem Aussatz befreien!

Da ging Naaman hinein zu seinem Herrn und sagte es ihm und 

sprach: So und so hat das Mädchen aus dem Lande Israel geredet. 

Der König von Aram sprach: So zieh hin, ich will dem König von 

Israel einen Brief schreiben. Und er zog hin und nahm mit sich 

zehn Zentner Silber und sechstausend Goldgulden und zehn 

Feierkleider und brachte den Brief dem König von Israel; der lautete: 

Wenn dieser Brief zu dir kommt, siehe, so wisse, ich habe meinen 

Knecht Naaman zu dir gesandt, damit du ihn von seinem Aussatz 

befreist. 


Und als der König von Israel diesen Brief las, zerriss er seine Kleider

und sprach: Bin ich denn Gott, dass ich töten und lebendig machen 

könnte, dass er zu mir schickt, ich solle den Mann von seinem 

Aussatz befreien? Merkt und seht, wie er Streit mit mir sucht! 


Als Elisa, der Mann Gottes, hörte, dass der König von Israel seine

Kleider zerrissen hatte, sandte er zu ihm und ließ ihm sagen: Warum

hast du deine Kleider zerrissen? - Lass ihn zu mir kommen, damit

er innewerde, dass ein Prophet in Israel ist. 

So kam Naaman mit Rossen und Wagen und hielt vor der Tür am 

Hause Elisas. Da sandte Elisa einen Boten zu ihm und ließ ihm 

sagen: Geh hin und wasche dich siebenmal im Jordan, so wird

dir dein Fleisch wieder heil und du wirst rein werden. 

Da wurde Naaman zornig und zog weg und sprach: Ich meinte, 

er selbst - solle zu mir herauskommen und hertreten und den Namen

des Herrn, seines Gottes, anrufen - und seine Hand hin zum Heilig-

tum erheben und mich so von meinem Aussatz befreien. 

Sind nicht die Flüsse von Damaskus, Abana und Parpar, besser als

alle Wasser in Israel, so dass ich mich in ihnen waschen und rein 

werden könnte? - Und er wandte sich und zog weg im Zorn.

Da machten sich seine Diener an ihn heran, redeten mit ihm und 

sprachen: Lieber Vater, wenn dir der Prophet etwas Großes geboten 

hätte, hättest du es nicht getan? 

Wieviel mehr, wenn er zu dir sagt: Wasche dich, so wirst du rein? 


Da stieg er ab und tauchte unter im Jorden siebenmal, wie der Mann

Gottes geboten hatte. Und sein Fleisch wurde wieder heil wie das 

Fleisch eines jungen Knaben, und er wurde rein. 

Und er kehrte zurück zu dem Mann Gottes mit allen seinen Leuten.

Und als er hinkam, trat er vor ihn und sprach: Siehe, nun weiß ich, 

dass kein Gott ist in allen Landen, außer in Israel; so nimm nun eine

Segensgabe von deinem Knecht. 

Elisa aber sprach: So wahr der HERR lebt, vor dem ich stehe: Ich 

nehme es nicht. Und er nötigte ihn, dass er es nehme; aber er

wollte nicht. 

Da sprach Naaman: Wenn nicht, so könnte doch deinem Knecht 

gegeben werden von dieser Erde eine Last, soviel zwei Maultiere 

tragen können! - Denn dein Knecht will nicht mehr anderen Göttern

opfern und Brandopfer darbringen, sondern allein dem HERRN.

Nur darin wolle der HERR deinem Knecht gnädig sein: Wenn mein 

König in den Tempel Rimmons geht, um dort anzubeten, und er 

sich auf meinen Arm lehnt und ich auch anbete im Tempel Rimmons,

dann möge der HERR deinem Knecht vergeben. 

Er sprach zu ihm: Zieh hin in Frieden! 

 

 

 

Liebe Gemeinde, liebe Konfirmanden, 

was muss das für ein Schlag für so einen „Naaman“ gewesen sein! 

Er ist ein hohes Tier, strotzt nur so von Gesundheit, 

war erfolgreich im Krieg gegen Israel, der Feldhauptmann

aus Syrien, der sich als als Beutestück „eine junge Frau für den Haushalt“

aus Israel geholt hat.  

Über Recht und Unrecht hat er sich keine Gedanken gemacht, 

er hatte Erfolg, sein König war zufrieden mit ihm, 

das war‘s doch, was zählte!

 

Bis dieser Tag kam, an dem er beim Anziehen seiner stolzen 

Uniform diesen kleinen hellen Fleck am Fuß entdeckt hat

und eine seltsame Ahnung in ihm aufgestiegen ist: „Ich muss zum 

Doktor!“, denkt er und dort hört er ohne Umschweife: 

„Du hast Aussatz, Naamann, Bu bist leprakrank, 

Dich hat‘s erwischt!“

 

Und da war mit einem Mal alles anders!

Gestern noch kern gesund und heute den Keim einer tödlichen 

Krankheit in sich!

 

An‘s Sterben hat er noch nie gedacht. 

Warum sollte er auch? 

Aber jetzt, auf die Nachricht hin, was das anders: 

Alles ist offen, alles in Frage gestellt, der Tod so nah.

Wer sollte und vor allem, wer konnte, ihm da helfen?

Naamann war ein gebrochener Mann. 

 

Vorher noch das blühende Leben, jetzt auf der Suche 

nach Leben, nach heilem Leben. 

Und die Ärzte zucken nur mit den Schultern: „Nein, es tut mir leid, 

aber dagegen ist kein Kraut gewachsen!

Wir können dir nicht helfen!“

 

Nur, wer dann?

 

Noch ahnt Naamann nicht, dass er es auf der Suche nach 

heilem Leben mit dem lebendigen Gott zu tun bekommen wird. 

Nein, nicht dass er im Innersten vielleicht noch einen Glauben hatte -

den Gott Israels hat er höchstens vom Hörensagen gekannt -, 

aber was geht der ihn an?

 

Und dann erlebt es dieser Feldhauptmann, 

wie es ist, wenn Gott in ein Leben hinein wirkt!

Und wie Gott auch Heiden, Nichtchristen, Atheisten, Humanisten ...

geheiltes Leben finden lassen will. 

 

Es macht mich unheimlich froh, wie Gott das hier angestellt hat. 

Und wie Menschen sich dafür zur Verfügung gestellt haben, 

die nicht gefragt haben: Warum hat Gott es nur zugelassen, 

dass ich in Kriegsgefangenschaft verschleppt werde, 

sondern hörbereit geblieben sind für Gottes Aufträge - genau in 

dieser besch...eidenen Situation. 

 

Es sind drei Schritte, durch die Gott Naamann zu sich geführt hat:

1. durch einen hörbereiten Mitmenschen, 

  1. durch einen vertrauenden ersten Schritt, den Naaman tun muss, 

3. dessen ganze Hingabe. 

 

 

Da war zum Ersten 

Ein hörbereiter Mitmensch (1)

 

Ein Mädchen, von dem wir nicht einmal den Namen kennen. 

Noch dazu eine Sklavin, im Krieg verschleppt, 

eingesetzt in der Küche, am hintersten Feuer, beim Geschirrspüren 

und Kartoffelschälen. 

 

Aber was in unseren Augen Leute auf niederen Plätzen sind, 

das sind oft Menschen, die Gott gut gebrauchen kann. 

"Wie?", hört sie, "mein Herr ist krank, aussätzig, vom Tod 

gezeichnet?"  

 

Alle im Haus waren hilflos und ratlos - nur sie erinnert sich. 

Sie rennt zur Chefin, zur Frau des Naamann: „Ich weiß einen 

Mann Gottes, einen Propheten, der deinen Mann heilen kann. 

Wenn überhaupt jemand, dann der!“

 

Die verschleppte Sklavin wusste den Weg zur Rettung. 

Das Küchenmädchen ist zum Engel geworden.  

Die Kleinste in der Hierarchie des Hauses hat Gott benützt

zur Rettung des Naamann. 

Entscheidend war jetzt nicht, wie hoch sie im Haus stand, 

sondern wie nah sie bei Gott stand. 

 

Überhaupt ist bei Gott nie entscheidend, ob jemand Chef oder 

Hilfsarbeiter ist, sondern entscheidend ist, 

ob jemand im richtigen Augenblick Gottes Arbeiter wird, 

ob einer Gottes Ruf hört und dann folgt. 

 

Wer nur auf sein Image bedacht ist, tut sich immer schwer im Hören 

auf Gott; deshalb ruft Gott ganz oft die Kleinen, Leute wie 

dieses Mädchen!

 

Wie gut, dass Naamann diese Sklavin gehabt hat! 

Wie gut, wenn eine Gemeinde solche Menschen hat! 

Wie gut, wenn uns im richtigen Augenblick solche Wegweiser 

zur Rettung begegnen: Ein Mitmensch, der uns einen Weg zum 

heilen Leben zeigt, 

den Weg zum Vertrauen, 

den Weg zu Gott.

 

So fängt die Heilungsgeschichte des Naemann an 

mit einem Mädchen, die zur Botin für Gott geworden ist. 

 

Und Naaman hat auf das Wort dieser Sklavin gehört. 

Warum auch immer. 

Er macht jetzt das einzig Richtige: Er geht zu seinem König 

und erzählt ihm, was die Küchensklavin wusste. 

Er hat sich an diesen Strohhalm der Hoffnung gehalten!

 

 

Und das Zweite, was wir jetzt sehen, ist 

 

ein vertrauender erster Schritt, 

den Naamann geht (2)

 

Naemann tut diesen Schritt. 

Und sein König lässt ihn ziehen. 

Er gibt ihm sogar noch Geld mit, ganze Kisten voller Gold, 

„nicht kleckern, sondern klotzen“, denkt er. 

Auf jeden Fall bedeutet ihm sein Feldhauptmann viel, 

das bringt er damit zum Ausdruck, aber auch eine Haltung, 

die völlig daneben ist: 

- als ob man sich Gesundheit kaufen könnte, 

    • als ob man sich ein heiles Leben mit Geld eintun könnte. 

 

Aber Naemann kommt damit nicht weit. 

Als er in Samaria ankommt, 

der Hauptstadt des kleinen und von seiner Ankunft sicher nicht 

begeisterten Staates Nord-Israel,

da merkt er schnell: Er war an der falschen Adresse. 

 

Der König von Samaria erbot ihm zwar alle Ehre, 

nur heilen konnte er nicht. 

Er lässt ihn wissen: Für Handel und Beziehungen, 

da bin ich zuständig, aber nicht für das, was du suchst. 

Du suchst Heilung!

Du suchst ein geheiltes Leben 

und das hat etwas mit Gott zu tun!

Der König von Israel weiß: Gesundheit ist eine Gabe Gottes. 

Und so auch Heilung, ein heiles Leben an Leib und Seele. 

Die kommen von höchster Hand

und sind nicht einfach verfügbar, 

nicht einmal für viel Geld. 

 

Selbst Ärzte können ja Gesundheit nicht machen, 

und das Leben schon gar nicht, 

sie können nur dazu beitragen, soweit es in ihrer Macht steht. 

 

Also, der König von Samaria kann nicht heilen: Fehlanzeige!

 

Und da meldet sich Elisa zu Wort!

„Wenn du“, so lässt er ausrichten, „wenn du geheiltes Leben suchst -, 

ich weiß, wo du das finden kannst!“

 

Elisa ist ein Prophet, ein Mann Gottes. 

Er bewohnt ein bescheidenes Haus In der Nähe von Samaria. 

 

Da fährt Naamann hin zu ihm!

Die Nachbarn werden nicht schlecht gestaunt haben: 

„Was für prächtige Wagen, jeder mit echten vier PS vorne dran!“

„Da schau hin, ein syrischer Feldherr persönlich!“

Ein hoher Militär besucht einen armen Propheten! 

 

Noch sitzt Naamann in seinem „Pferde-Daimler“, 

er schickt seinen Adjutanten vor: „Geh ins Haus und melde dem Elisa, 

dass ich da bin!“

„Jawohl!“ kommt die schnittige Antwort. 

Und Naamann wartet ...

Er wartet und wartet ...

und eines ist klar: Hohe Tiere mögen es nicht, wenn man sie warten lässt. 

 

Jetzt müsste der Prophet doch endlich kommen, 

den Konvoi bestaunen und den General ins Haus bitten. 

Da endlich geht die Tür auf

und ein junger Kerl kommt heraus. 

Unbekümmert läuft er zu Naamann: "Du bist der Kranke?"  

 

Naemann will schon aussteigen; aber der Bote winkt ab: 

"Nein, nein, fahr weiter zum Jordan, etwa 40 Kilometer von hier, 

wasch dich dort und tauche siebenmal unter, dann wird dein 

Körper wieder gesund. Dann bist du wieder heil." 

Und weg war er, der Junge.

Keine Spur von Elisa!

 

Da platzt dem Feldhauptmann Naamann der Kragen: 

"Jetzt komme ich extra den weiten Weg hierher. 

Kann da der Prophet nicht rauskommen und mich als seinen 

Privatpatienten begrüßen?  

 

Ich darf doch wohl davon ausgehen, dass er mir eine

Sonderbehandlung angedeihen lässt, vielleicht die Hand auflegt

oder ein feierliches Zeremoniell abfährt!?

Und jetzt speist er mich mit einem Boten ab, 

verordnet mir eine Badekur im Jordan, 

im dem unbedeutenden Rinnsal!?

Baden kann ich auch daheim und sogar besser!

 

Namann hatte anderes erwartet. 

Er wollte eine religiöse Behandlung und jetzt

sollt er auf einmal selber handeln!? 

Er wollte bedient werden und jetzt 

soll er der Anweisung des Propheten gehorchen und ihr folgen!? 

Er ging davon aus, dass die Wunderheilung in einem großen Schritt 

zu ihm kommt und jetzt 

soll er selber einen Schritt tun:

"Geh in den Jordan!“?!

Er wollte von einem Mann Gottes versorgt werden, 

hat erwartet, dass der ihn in göttliche Heilkräfte eintaucht und jetzt

soll er selber eintauchen.

 

Der erste Schritt hat so gut angefangen, 

das Mädchen, als Wegweiserin zur Heilung!

 

Der zweite Schritt war auch noch ok:

Er macht sich vertrauensvoll auf den Weg.

 

Aber jetzt - dieser dritte Schritt -, 

sich ganz untertauchen, sich ganz hineingeben, 

das erfordert erfordert schon eine glaubende Hingabe. 

Das Untertauchen im Jordan, diese Anweisung des Elisa, 

das war ja ein symbolischer Akt, ein zeichenhaftes Hineintauchen: 

Da muss man sich bücken und sagen: Ich gebe mich da jetzt 

ganz hin, ganz hinein, nicht einfach in das Wasser, sondern ganz 

in Gottes Hand, in seinen Herrschaftsbereich. 

 

Früher und in manchen Kirchen bis heute, tauchen Menschen 

bei der Taufe so unter, um zu bekennen: 

Ich will ganz zum Herrschaftsbereich von Jesus gehören, 

will ganz in seiner Hand leben, 

mit meinem Körper und mit meiner Seele, 

mit meinem Verstand und mit meinen Kräften, 

mit meinem Leiden und auch einmal mit meinem Sterben. 

 

Elisa hat dem Naemann gesagt: Siebenmal sollst du untertauchen. 

Sieben, d. h. ganz, total, 

dein ganzes Leben. 

Gott will keine halben Sachen. 

Gott will nicht nur die religiöse Zeremonie, er will ganze Hingabe!

So will Jesus auch nicht nur unser halbes Leben von Dir und von mir, 

das am Sonntag und an kirchlichen Festen, 

sondern er will Dein Leben ganz!

Im Glauben geht es immer um die Frage: Tauche ich mit allem, 

was mein Leben ausmacht, hinein in den Herrschaftsbereich von Jesus?!

 

Und deshalb 3. ...

die vertrauensvolle Hingabe - Sich ganz

Hineingeben (3),

das ist der dritte und wichtigste Schritt, 

den Naamann schließlich bereit war zu gehen. 

Am Anfang hat er sich noch gesträubt, 

geht davon aus, dass er „religiös bedient“ wird von diesem Propheten, 

von Gott -, er will sich aber selber nicht auf die unterste Stufe stellen. 

Lieber hätte er für eine schnelle „Hilfe“, so wie er sie verstanden hat, 

bezahlt, gut bezahlt ...

 

Aber sehen Sie: Genau diese Haltung des Naamann ist doch 

auch unsere Gefahr!

Oder denken wir nicht auch oft so: 

Also, was für mich gut ist, das kann ich doch nur selber wissen!

Und wenn es mir dann mal mies geht, ja, dann wird Gott schon 

für mich sorgen!?

Dann strecke ich ihm sozusagen meine kranke Stelle hin und 

bitte ... um Reparatur. 

 

Durch Elisa hat Naamann gelernt, dass Glaube mehr ist!

Dass das noch kein Glaube ist, wenn ich sage: 

„Ach, guter Gott, mach‘ doch, dass es wieder gut wird mit mir, 

dass ich bald wieder gesund werde!“

 

Das wollte Naamann auch, 

aber sich ganz Hingeben, 

sich mit allem ganz Anvertrauen?

Einen Weg gehen, dessen Ziel er nicht kennt

und den er nicht gehen will?

 

"Tauche siebenmal ein, ganz ein!“

Es hat nicht viel gefehlt und Naamann hätte in seinem Stolz

„NEIN“ gesagt, wäre gefrustet abgereist

und damit - am Heil vorbei gefahren!

 

Aber Diener stimmen den selbstbewussten Offizier um. 

"Versuch's doch!" 

Und dann geht Naamann den kleinen und doch so großen Schritt, 

taucht unter und erlebt Gottes Macht: 

Einen geheilten Körper, aber mehr noch: 

Ein geheiltes Leben in ihm. 

 

Schnell fährt er zu Elisa zurück: "Jetzt weiß ich, dass kein Gott 

wirklich Gott ist als allein der Gott Israels!" 

Naamann hatte seinen gesunden Körper wiederbekommen 

und - was noch viel wichtiger ist - er hatte gemerkt, wer Gott ist.

 

Nicht jedem Kranken geht es wie Naamann. 

Nicht jeder wird körperlich geheilt.

Aber es fällt auf, dass Naamann am Ende gerade nicht jubelt, 

wie wir das erwarten: "Super, ich bin wieder gesund!", 

sondern: "Halleluja, ich hab‘ Gott kennengelernt." 

Es steckt in diesem Bericht von der Heilung des Naamann also

die Botschaft: Heil werden, das ist mehr als einen gesunden 

Körper haben. 

Viele sind äußerlich gesund, aber geistlich krank, tot für Gott. 

 

Und verborgen bleibt in ihnen die Sehnsucht nach einem 

heilen Leben, nach einer Heilung in der Tiefe, 

in ihrer Beziehung zu Gott, vor dem sie davonlaufen. 

 

Umgekehrt aber gibt es immer wieder Menschen, 

die oft sogar viel leiden müssen, 

körperlich vielleicht nie ganz gesund werden, 

und doch von sich sagen:

Wichtig ist mir, dass ich zu Jesus gehöre, 

er hat mein Leben gerettet. 

Wenn ich heute sterbe, dann weiß ich, dass ich bei dem sein werde, 

der mir meine Sünden vergeben hat. 

Da ist das Heil Gottes bei einem Menschen angekommen, 

auch ohne Heilung!

 

Naamann muss davon etwas kapiert haben. 

Denn er hat den kleinen, aber entscheidenden Schritt des Glaubens, 

gemacht: „Ich tauche mich ganz ein!“

 

Und als er wieder zum Propheten Elisa zurück kommt,  

da lernte er noch einmal, wo heiles Leben herkommt. 

 

Eigentlich will er jetzt den Propheten dafür kräftig beschenken, 

eine ansehnliche Spende übergeben, 

aber Elisa winkt ab: „Du“, sagt er, „Du sollst nicht mich ehren, 

sondern Gott!“

Also: Spenden als Dank an Gott sind nichts Schlechtes, 

aber nur als Dank an IHN!

„Denke daran: Du hast Dein heiles und neues Leben von Gott!

Jetzt vergiss das nicht, dass dafür auch Gott die Ehre zusteht!

 

Schade, dass wir nicht wissen, 

wie das Leben des Naamann dort in Damaskus weiter gegangen ist. 

Ob er sich daran gehalten hat?

Ob er Gott weiterhin die Ehre gegeben hat, 

nicht eingeknickt ist angesichts seiner Position in einem 

heidnischen Umfeld?

 

Für so manche unserer jungen Leute im Teenkreis und Jugendkreis

unserer Gemeinde ist das größte Herausforderung: 

Werden sie zuhause, in der Schule, im Verein das durchhalten, 

was sie entdeckt haben?

 

„Vergiss nicht, dass Gott allein die Ehre zusteht!“, gibt Elisa dem

Naamann mit auf den Heimweg. 

 

„Nur wenn du ganz zu diesem Gott gehörst“ (und ich ergänze mit einem Wort von Jesus: „und bei ihm bleibst“), wird dein Leben heil. Wenn du ihm die Ehre gibst, dann wird dein Leben reich.

In drei Schritten hat Gott den Naamann zu sich geführt: 

1. durch einen hörbereiten Mitmenschen, 

2. durch einen vertrauenden ersten Schritt des Naamann und 

3. dessen ganze Hingabe

 

Und wo stehe ich? 

Amen.




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

Dienstag, 16.10.2018
19:45 Uhr:
Chorprobe im GH in Schwann
Donnerstag, 18.10.2018
14:30 Uhr in Schwann:
Paul Gerhardt (Pfarrer i.R. Herrmann Schwarze)
Freitag, 19.10.2018
17:30 Uhr in Schwann:
Mädchenjungschar
Sonntag, 21.10.2018
9:15 Uhr:
Kirchweih in der Schwabentorhalle in Dennach (Pfarrer Held)
10:00 Uhr in Schwann:
Kindergottesdienst
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Prädikant Schäfer)
Dienstag, 23.10.2018
19:45 Uhr:
Chorprobe im GH in Schwann