2011_12_24 Christvesper

Predigt über Jesaja 9,1-6 / Pfarrer Friedhelm Bühner

Liebe Gemeinde, 


alle Jahre wieder feiern wir an »Weihnachten« den 
Geburtstag von Jesus.
Gott wurde Mensch wie wir. 
Aber können wir begreifen, was da vor 2.000 Jahren wirklich 
passiert ist? 
Was hat sich durch die Geburt dieses Kindes für die Menschheit 
verändert? Hat sich überhaupt etwas verändert? 
Auch für uns heute? 

Auf solche Fragen kann uns nur die Bibel Antwort geben. 
Gott selber muss uns antworten durch sein Wort und durch 
seinen Geist.
Heute Abend hören wir von einem Propheten Gottes, 
der rund 700 Jahre vor der Geburt dieses Kindes gelebt hat. 
Es ist der Prophet Jesaja.
Durch das, was er sagt, wird uns die Geburt des Jesus
von Nazareth aus der Perspektive des Himmels vor Augen geführt.
 So, dass wir gleichzeitig einen Überblick über Gottes Pläne
mit dieser Welt bekommen. 

Und wir erfahren, was Gott in seiner unbegreiflichen Liebe 
damals und heute gewirkt hat - und noch in Zukunft tun wird. 
Die großen Fragen der Menschheitsgeschichte, einschließlich 
der Frage nach der Zukunft, werden darin beantwortet. 
Damit auch die Frage: Was wird sich noch ändern,
 nachdem Weihnachten geschehen ist?


Hören wir die Botschaft Gottes aus Jesaja 9, 1–6: „1 Das Volk, das 
im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da 
wohnen im finstern Lande, scheint es hell. 2 Du weckst lauten Jubel, du 
machst groß die Freude. Vor dir wird man sich freuen, wie man sich freut 
in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt. 3 Denn du 
hast ihr drückendes Joch, die Jochstange auf ihrer Schulter und den 
Stecken ihres Treibers zerbrochen wie am Tage Midians. 4 Denn jeder 
Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, 
wird verbrannt und vom Feuer verzehrt. 5 Denn uns ist ein Kind geboren, 
ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; 
und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; 6 auf dass 
seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron 
Davids und in seinem Königreich, dass er's stärke und stütze durch Recht 
und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer 
des HERRN Zebaoth.“



1. »Das Volk, das im Finstern wandelt, … sieht ein großes Licht
Der Prophet Jesaja hat für damals und heute die menschlichen
 Realitäten treffend beschrieben: »Denn siehe, Finsternis 
bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker;« (Jesaja 60,1) … 
Daran hat sich in Jahrtausenden wenig zum Besseren gewendet. 
Eher sieht es danach aus, dass uns die Probleme zunehmend über den 
Kopf wachsen. 
Aber das ist ja nur die eine Hälfte der Prophetenbotschaft. 
Denn ihr steht das »Aber« Gottes gegenüber: »… aber über dir geht 
auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.« (Jesaja 60, 2). 
Die Dunkelheit unserer Welt wird vom Licht erhellt.


»Das Volk, das im Finstern wandelt, … sieht ein großes Licht«. 
Damit hat Jesaja Jahrhunderte bevor es soweit war vorausgesagt, 
dass Gott Mensch werden wird. 
Ein paar Hirten liegen bei Bethlehem auf den Feldern bei ihren Schafen.
Sie wurden in der Heiligen Nacht die ersten Zeugen, 
als erste von der Herrlichkeit Gottes angestrahlt.
»Der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete 
um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: 
Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, 
die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, 
welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids«. (Lukas 2, 8–11)


Himmlisches Licht, Gottes Herrlichkeit umstrahlt sie mitten in der Nacht. 
Aber das nur wenige Minuten, wie ein Leuchtrakete, 
die die Nacht in gleißendes Licht taucht, dann aber ausbrennt
und wieder verlischt. 
Danach war es um sie wieder so dunkel wie vorher. 

So sieht es vordergründig aus. 
Aber sie sind Zeugen geworden für Gottes Licht
und Gottes Heil ist mehr als eine Leuchtrakete, 
es ist Licht und Leben, wirkt wie ein starker Halogen-Strahler, 
der nicht verpufft, sondern die Nacht der Menschheit für immer hell macht. 
Jesaja hat dieses Licht angekündigt: »Das Volk, das im Finstern wandelt, 
sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, 
scheint es hell.« 

Mit der Geburt von Jesus, dem Gottes Sohn, hat dieses Licht zu leuchten
begonnen.

Am Anfang der Schöpfung sprach Gott: »Es werde Licht … und 
es ward Licht«. 

So jetzt wieder in der Heiligen Nacht. 
Dass Jesus in diese Welt kommt, ist wie ein neuer Schöpfungsakt Gottes. 
In IHM leuchtet das Licht Gottes für unsere Welt auf. 
Jetzt ist unsere Nacht nie mehr wie früher. 

Acht Tage nach der Geburt bringen Josef und Maria ihren Sohn in den Tempel. 
Dort nimmt der greise Prophet Simeon das Jesuskind auf seine Arme, 
lobt Gott und spricht: Herr, … meine Augen haben deinen Heiland gesehen, 
den du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Völker 
und zum Preis deines Volkes Israel. (Lukas 2, 28–30)


»Das Volk, das im Finstern wandelt, … sieht ein großes Licht«. 

Heute fürchten viele Menschen,
dass in dieser Welt nach und nach die Lichter ausgehen. 
Viele leben nach dem Motto: Nach mir die Sintflut ... und es 
werden viel zu wenige Kinder geboren in Deutschland. 
Der Weltklimagipfel vor einigen Wochen war auch so ein tragisches
Ereignis: Alle hoffen für das Klima, aber wer ist bereit, wirklich etwas
dafür zu tun. 
So werden in Deutschland die Atommeiler nach und nach abgebaut, 
aber weltweit gesehen läuft der Trend genau umgekehrt. 
Wir spüren erstmals, dass die Zeit des lockeren Schuldenmachens
die Weltwirtschaft an den Rand des Zusammenbruchs geführt hat. 
Und jetzt: Gibt es überhaupt ein schlüssiges Rezept zum 
Gegensteuern, eines, bei dem alle mitmachen?

Wir erleben, wie die Unsicherheit und Unberechenbarkeit weltweit
zunimmt. 

Und so nehmen auch die Sorgen der Menschen zu. 
Übrigens ist das etwas, was Jesus für die Zeit vor seiner Wiederkunft
vorhergesagt hat: » … auf Erden wird den Leuten bange sein, und sie 
werden zagen, … und sie werden verschmachten vor Furcht und vor 
Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden;« (Lukas 21, 25f)  
Weltwirtschaftskrisen, Aufruhr und Rebellionen, Atomkriege, 
gesellschaftliche Umbrüche, Naturkatastrophen, Hungersnöte. 
Wir müssen damit rechnen.


Aber dem allem können Christen getrost entgegensetzen: »Es wird 
nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind.« (Jesaja 8, 23)

Gottes Licht hat mit dem Kommen von Jesus in unsere Welt 
ein für allemal die dunkle Prognose dieser Welt erhellt.  
»Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben«.  
Ein Sohn, der von sich sagt: 
»Ich bin als Licht in die Welt gekommen, auf dass,
wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe.«  (Joh 12, 46)  


2. Licht scheint in die Finsternis.
Das geht uns an. Dazu eine wahre Geschichte, die Sie vielleicht
sogar im Fernsehen mit verfolgt haben (1):


Am Donnerstag, dem 5. August 2010 stürzt die kleine Gold- und Kupfer-
mine San José in der Atacama-Wüste in Chile ein. 
33 Bergleute werden eingeschlossen. 
Von ihnen fehlt zunächst jedes Lebenszeichen. 
Die Rettungsversuche gestalten sich dramatisch. 
Eine Woche später erklärt das Bergbauministerium, 
die Wahrscheinlichkeit sei gering, die Kumpel noch lebend zu finden.  
Doch nach 2 ½ langen Wochen, am Sonntag, dem 22. August, geht die Sensationsmeldung um die Welt: Die Verschütteten sind knapp 700 
Meter unter Tage lebend geortet worden. 

Bald war der Kontakt zur Außenwelt hergestellt. 
»Licht« leuchtete für die in großer Tiefe Eingeschlossenen auf. 
Und zwar von dem Augenblick an, als zunächst mit einer kleinen 
Sonde der Kontakt von oben hergestellt war.


Zwar waren die Mineros noch immer in der Tiefe eingeschlossen, 
aber sie wussten und erlebten es: An unserer Rettung aus diesem
Gefängnis wird fieberhaft gearbeitet. 
Sie wurden mit Nahrung, Medikamenten und Licht in ihrem Gefängnis 
versorgt und über den Stand der Rettungsarbeiten ständig auf dem 
Laufenden gehalten. 
Per Videoschaltung konnten sie sogar mit den Angehörigen sprechen.


Noch in Gefangenschaft leuchtete für diese Bergleute Licht auf 
in der Finsternis. 
Mit allen verfügbaren technischen Mitteln wurde jetzt an der Rettung 
der Bergleute gearbeitet. 
Und es sollte noch weitere 7 ½ Wochen dauern, 
bis sie am 13. Oktober abends alle ans Tageslicht geholt werden konnten. 

Ihre Rettung konnte nur durch Hilfe von außen kommen. 
Und während der letzten Phase der Rettung kamen sogar Helfer 
von oben zu den Eingeschlossenen in die Tiefe. 



3. Rettung für unsere Welt ist bei Gott beschlossen – sie ist 
unaufhaltsam im Kommen
Das ist die frohe und lichte Botschaft des Jesaja an Heiligabend 2011:
»Es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind.« (Jesaja 8, 23) 

So steht es im Vers vor unserem heutigen Bibelabschnitt. 
Was immer die kommende Zeit uns bringen wird, wir können uns 
schon jetzt am Licht des kommenden Tages erfreuen. 
Wir sind nicht mehr hilflos eingeschlossen in einer Welt, 
in der möglicherweise nach und nach die Lichter ausgehen. 

Genau so wenig sind wir hilflos und heillos ausgeliefert an Mächte, 
die Gott und Jesus entgegen stehen. 
Jesus hat alle, die ihm vertrauen, 
die sich ihm angeschlossen haben, die mit ihm leben, befreit. 

Er hat sie - durch diesen Glauben - zu Kindern des Vaters im Himmel
und damit auch zu Erben seiner Herrlichkeit gemacht.

 Jesus ist das Licht der Welt und sagt von sich selbst: »Ich bin das Licht 
der Welt; wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, 
sondern wird das Licht des Lebens haben.« (Johannes 8, 12)  


Illusionslos dürfen wir uns eingestehen:
Wir können uns nicht selber retten, genauso wenig wie die chilenischen 
Mineros. 

Unser aller Rettung musste von außen kommen – und sie kam. 
»Ein Sohn ist uns gegeben«. 
Wer zu ihm kommt, sich ihm mit Haut und Haaren anschließt, 
der ist gerettet, hat Zukunft. 



4. Und das darf ein Nachfolger von Jesus jetzt von der Zukunft 
erwarten:
Weihnachten war nur der Anfang. 
Danach kam Karfreitag, Ostern, Himmelfahrt ...
Die ganze Schöpfung rauscht nicht einfach dem Untergang entgegen, sondern erwartet das „Licht aus der Höhe“ ein zweites Mal.

Schon vor 3.000 Jahren ist König David ein ewiges Königreich 
verheißen worden. 

Und Jesus Christus wird es verwirklichen und auf unserem Planeten 
seine Herrschaft des Friedens aufrichten: »Die Herrschaft ruht auf 
seiner Schulter.« 

Gleichzeitig werden das Böse und alles, was sich noch gegen Gott 
aufbaut in dieser Welt, entmachtet. 
Wir können uns das heute kaum vorstellen, 
ist aber auch nicht nötig, denn wenn es so weit ist, werden alle es sehen.

Jesus hat denen, die ihm nachfolgen, 
die sich in diesem Leben von der Dunkelheit in sein Licht stellen lassen, versprochen, dann dabei zu sein!



Dieser kommende Jesus Christus besitzt alle Qualitäten, 
um diese Welt dem Einfluss des Bösen zu entreißen. 

Das drücken schon die Namen aus, die uns Jesaja überliefert:
- „Wunder-Rat“ - Jesus weiß wirklich „wundersamen“ Rat, 
die Völker recht zu führen. 
- „Gott-Held“ - er ist der starke Gott, dem niemals die Hände 
 gebunden sind. 
-„Ewig Vater“ - Bei ihm sind alle, die ihm gehören, für immer geborgen und daheim. 
- „Friede-Fürst“ - Jesus, der Sohn Gottes, hat wirklich das Zeug, 
die Menschheit von der Geißel von Krieg, Terror und Gewalt 
zu befreien. Er ist kein Täuscher, sondern tut, was er sagt. 



Die neue Zeit, die Gott da in Jesajas Bildern vor uns aufleuchten lässt, 
wird wirklich gut sein, unvergleichlich z. B. mit den Rückschlägen, 
die auf den sogenannten „arabischen Frühling“ gefolgt sind ...


Und es gilt: Der Gott der Bibel wird alle seine Verheißungen erfüllen, 
an seinem Volk Israel, an denen, die Jesus gehören 
und an den Völkern der Welt.

Seit Weihnachten können wir wissen: Gottes Rettungsaktion ist unum-
kehrbar. Licht scheint in der Finsternis.
Auch wenn es davor noch dunkler werden wird. 

Jesus ist schon jetzt da und lädt jeden ein, ihm nachzufolgen, 
ihm, der bis zum Ziel an ihrer Seite bleiben wird. 

Jesus war auch in der Tiefe bei den eingeschlossenen Mineros in Chile, 
während sie auf ihre Rettung warteten und bangten. 
Einer der Geretteten hat es vor laufender Kamera so gesagt: 
»Gott war von Anfang an dabei – ohne Ihn hätte nichts so ausgehen 
können, wie es letztendlich geschehen ist!« 

Und als sie aus der Rettungskapsel stiegen, 
trugen sie alle graue T-Shirts, bedruckt mit den Worten: »Danke Herr«
(natürlich auf spanisch!). 
Und auf dem Rücken: Psalm 95, 4: »In seiner Hand sind die Tiefen 
der Erde, und die Gipfel der Berge gehören ihm.« 
Und darunter: »Ihm sei alle Ehre und Herrlichkeit!«. 
Und auf einem Ärmel stand in großen Buchstaben »Jesus« (2).


»Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude«. 
Das hat Chile nach der vermutlich aufwendigsten und schwierigsten 
Rettungsaktion in der Geschichte des Bergbaus erlebt. 
In der Hauptstadt Santiago haben die Sirenen geheult an diesem Tag.
Die Menschen sind mit chilenischen Flaggen auf die Straßen gezogen 
und haben gefeiert!

Was verbindet uns mit den geretteten Bergleuten?

Wenn wir in diesem Leben umkehren aus der Dunkelheit und 
vor Jesus ins Licht Gottes treten, dann steht uns nicht der Untergang, 
sondern eine noch viel größere Befreiung bevor:
Die aus der Finsternis und Dunkelheit dieser Welt: 
Dann, wenn Jesus herrschen wird auf dem Thron Davids 
und Friede sein wird ohne Ende. 
Der Eifer des Herrn Zebaoth wird es tun, heißt es hier.


Was für eine Freude, was für ein Jubel wird das sein?!

Und welche Gnade steckt doch dahinter, 
dass wir in diesem Leben die einmalige Chance haben, 
uns bei Jesus aus der Dunkelheit ins Licht Gottes (in Sicherheit) 
zu bringen ...
Amen

(Diese Predigt übernimmt Vorarbeiten von Pfarrer i. R. Fritz Ehmendörfer, Lienzingen)




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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10:15 Uhr:
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Donnerstag, 13.09.2018
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