Predigt anhand von drei Luftballons (gelb mit Smiley, schwarz und Herzform) ... Idee von Pfarrer Tobias Geiger, Filderstadt-Sielmingen

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,

jedes Jahr am Ende des Konfirmandenunterrichts lasse ich Euch 

Jugendliche vor meinem geistigen Auge vorbeiziehen

und ich denke darüber nach, welches Thema für die Konfirmation

denn zu Euch passen könnte?

 

Einige von Euch waren sehr lebhaft, haben gut mitgemacht, 

andere waren stiller - und trotzdem irgendwie bei der Sache. 

Aber manchmal habt ihr auch lebhaft geschwätzt – dann musste 

ich oder auch Natalie tief Luft holen, um nicht in die Luft zu gehen. 

Gelegentlich haben wir schon auch mal Luft abgelassen – 

und es ist ein bisschen lauter geworden. 

 

So entsteht schließlich ein Thema für die Konfirmation.

Es geht um Luft – genauer gesagt um Luftballons. 

In einem alten Schlager heißt es: »Kauf dir einen bunten Luftballon, / 

nimm ihn fest in deine Hand; / stell dir vor, er fliegt mit dir davon / 

in ein fernes Märchenland.« 

 

Luftballons sind ein Symbol für unsere Träume und Wünsche. 

Neben unseren Konfirmandinnen und Konfirmanden liegt ein gelber Luftballon. 

Ich will Euch bitten, kräftig hinein zu blasen. 

Jeder Lungenzug bedeutet einen Lebenstraum. 

    • Einmal reinblasen für gute Noten.
    • Einmal reinblasen für den Traumberuf.
    • Einmal reinblasen für Führerschein und Traumauto. 
    • Einmal reinblasen für den Auftritt bei Dieter Bohlen.
    • Einmal reinblasen für die große Liebe. 
    • Einmal reinblasen für das Traumhaus. 
    • Einmal reinblasen für das Konto in Lichtenstein. 

 

Und jetzt den Luftballon gut festhalten, damit aus den Träumen 

nicht gleich die Luft raus ist. 

 

Liebe Jungs und Mädels, ich würde gerne die gold-gelbe Farbe 

des Luftballons als Verheißung für Eure Zukunft nehmen. 

Das wäre schön, wenn Ihr mit fröhlichem Gesicht die Erfüllung 

Eurer Träume erlebt. 

Ich wünsche euch von Herzen Erfolg und alles Gute aber 

versprechen kann ich es nicht. 

 

Die Konfirmation ist keine Garantie für Glück und Dauergrinsen. 

Viel eher werdet Ihr erleben, dass mancher Lebenstraum zerplatzt. 

Nicht jedes Mädchen kann Germany’s Next Topmodel werden. 

Nicht jede Karriere endet auf dem Chefsessel. 

Träume sind leider oft Schäume. 

Und deshalb dürft Ihr jetzt die Nadel nehmen und den Luftballon 

zum Platzen bringen. Also, lasst es so richtig krachen!

 

Nicht alle unsere Wünsche werden Wirklichkeit. 

Und selbst wenn sich Träume erfüllen, dann sieht im Alltag manches 

anders aus. 

- Der Traumberuf ist nicht immer toll, sondern kann auch anstrengend sein. 

  • Die Ehe mit dem Traumpartner ist nicht immer nur Zuckerschlecken,

sondern manchmal auch Rhabarberkompott. 

  • Und auch bei einem Traumhaus muss man den Rasen mähen 

und den Müll raus bringen. 

Und je mehr wir haben, desto größer wird oft die Angst, 

etwas davon wieder zu verlieren ...     

 

Und damit kommen wir zum zweiten Luftballon, diesmal mit 

der Farbe schwarz. Junge Leute haben nicht nur Träume, 

sondern müssen auch Stress aushalten. 

Bitte einmal reinblasen für die Schule, für die Vier in Mathe, 

für Hausaufgaben und Strafarbeiten. 

 

Und auch sonst läuft nicht immer alles rund. 

- Die Karte fürs Handy ist schon wieder leer – bitte reinblasen. 

  • Die Eltern verlangen, dass Du am Wochenende um Zwölf daheim bist – bitte reinblasen. 

 

Zum Frust kommen die Sorgen. 

  • Werde ich eine Lehrstelle finden? 
  • Wie entwickelt sich das Klima / die Strahlung in unserer Welt? 
  • Bleiben die Menschen in meiner Familie gesund? 

 

Sorgen wird man nicht so einfach los. 

Sie blähen sich immer mehr auf, bis einem schwarz vor Augen 

wird – bitte in den Luftballon blasen. 

 

Und dann gibt es noch die Dinge, über die wir nicht gerne reden. 

Dinge, für die wir uns schämen; 

  • wo wir etwas getan haben, was nicht in Ordnung ist. 
  • Der Klassenkamerad, über den alle ab lästern – und ich wage nicht, ihm zu helfen. 
  • Die Lügen, die ich meinen Eltern erzähle; 
  • die Gemeinheiten gegenüber meinen Geschwistern, 
  • der Neid auf gute Freunde – all’ das sind schwarze Flecken in 
  • meinem Leben, all’ das füllt den schwarzen Luftballon. 

 

Die Bibel nennt das Sünde. 

Sünde trennt uns von unseren Mitmenschen, 

Sünde macht Beziehungen kaputt. 

Und Sünde trennt uns vor allem von Gott. 

 

Er hat uns seine Gebote und er hat uns ein Gewissen gegeben. 

Eigentlich wissen wir genau, was gut ist und was nicht. 

Und trotzdem schaffen wir es nicht, das Richtige zu tun. 

Und irgendwann gehen wir sogar daran kaputt – weil wir nämlich 

nicht wissen, wohin mit unserem Frust, wohin mit unseren Sorgen, 

wohin mit unserer Schuld. 

 

Und genau hier kommt Gott ins Spiel. 

Genau hier lässt er uns nicht im Stich. 

Gott durchkreuzt die Macht des Bösen. 

Gott schickt seinen Sohn Jesus Christus in die Welt, 

um uns die Schuld abzunehmen. 

Ihm dürfen wir bringen, was uns das Leben schwer macht. 

Und so möchte ich Euch Konfirmanden einladen, 

Eure schwarzen Luftballons hierher zum Kreuz bringen. 

Blast noch einmal alles hinein, was Euch Angst und Sorgen macht. 

Und dann bindet den Luftballon zu und bringt ihn zum Altar  

zum den Altar.

 

Jesus hat in seinem Leben dunkle Stunden durchstehen müssen. 

Sein schwärzester Tag war der Karfreitag, als er gekreuzigt wurde. 

Der Hügel Golgatha, auf dem Jesus starb, 

war nicht nur die Hinrichtungsstätte der Römer. 

Sondern wir wissen durch Ausgrabungen, dass Golgatha der 

Schuttplatz von Jerusalem war. 

Die Menschen brachten ihren Müll dorthin; 

alles, was sie nicht mehr gebrauchen konnten und wollten. 

 

Und vielleicht fragt Ihr jetzt: 

Was geht mich ein 2000 Jahre alter Müllplatz an? 

Ganz einfach: Weil Jesus der Sohn Gottes war, hat sein Tod das 

Kreuz zu einem Zeichen der Hoffnung für Zeit und Ewigkeit gemacht. 

Niemand muss sich mehr mit dem abschleppen, 

was sein Leben schwer und dunkel macht. 

Sondern wir Menschen sollen wissen, dass wir unsere Last, unseren Müll

und unsere Schuld am Kreuz abladen können. 

 

Wir können mit Jesus im Gebet sprechen und ihm sagen, 

was uns bedrückt. 

Wir können ihm um Vergebung bitten, wo wir Fehler gemacht haben. 

Er schenkt Vertrauen, wenn Angst und Sorge unser Leben verdunkeln. 

 

Christen haben die Gewissheit: Jesus kann auch scheinbar 

aussichtslose Situationen verändern. »Gekreuzigt, gestorben und 

begraben« – das war sein Ende auf Golgatha. 

Aber drei Tage später war Jesus wieder da. 

Auferstanden von den Toten, um allen zu zeigen: Hass, Tod und 

Gewalt haben nicht das letzte Wort. 

Sondern nichts und niemand kann uns von Gottes Liebe trennen, 

wenn wir Jesus unser Leben gegeben haben und ihm ganz konkret 

nachfolgen. 

 

Jesus hat uns auch vorgelebt, wie wahre Liebe aussieht, 

die Sorgen und Not der Leute hat er wirklich ernst genommen, 

viele Kranke im Namen Gottes geheilt. 

Er hat Zöllner und Sünder zu einem neuen Leben verholfen. 

Da, wo Jesus ist und etwas zu sagen hat, da herrscht ein guter Geist. 

Auch heute. 

Da sind Menschen, die sich anstecken lassen von der Liebe Gottes, 

Menschen, die einander als Schwestern und Brüder begegnen. 

Der Leistungsdruck, die Konkurrenz untereinander, der Neid auf andere, 

die mehr haben als wir – all´ das gilt hier nicht. 

Hier müssen wir nicht etwas aus uns machen, sondern dürfen 

entgegen nehmen, was uns Gottes Liebe schenkt. 

 

 

Und damit komme ich zum dritten und letzten Luftballon: 

Ein rotes Herz. Das sieht jetzt vielleicht ein bisschen nach 

Valentinstag aus und ich hoffe, Ihr findet das nicht zu kitschig. 

Aber so will ich deutlich machen, dass Gottes Liebe unser Herz 

verändern will. 

Auch für Christen gibt es zerplatzte Lebensträume und 

schwarzen Ballast aus Sünde und Schuld. 

Aber in der Gemeinschaft mit Gott werden sie umgestaltet zu anderen

Menschen. 

Und darum geht es bei der Konfirmation: Dass Gott uns in seine 

Gemeinschaft einlädt. Dass wir unser Ja sagen zu seiner herzlichen 

Einladung zum Leben mit ihm. 

 

Was wir sind und was wir haben an Begabungen und Fähigkeiten, 

verdanken wir nicht uns selber. 

Vorhin haben wir es miteinander ausgesprochen: »Ich glaube an Gott, 

den Schöpfer«. Keiner von uns hat sich selbst geschaffen. 

Sondern Gott hat uns ins Leben gerufen. 

Er will, dass unser Leben gelingt. 

Er will uns seine Liebe schenken. 

Und er fragt nach unserer Antwort. 

Was werden wir Gott sagen? 

 

Nach diesem Gottesdienst will ich mit Euch Konfirmanden

noch zusammen vor die Kirche hinaus ziehen

und dort sollt ihr so einen roten Herz-Luftballon bekommen, 

den wir dann miteinander in die Luft steigen lassen. 

 

Als ein Zeichen, dass wir zu Gottes Einladung Ja sagen. 

Als ein Zeichen, dass wir Jesus nachfolgen wollen. 

Mit ganzem Herzen. Zusammen mit anderen Christen.

 

Ich schenke Euch deshalb jetzt den roten Herz-Luftballon ...

Haltet ihn noch ganz fest in der Hand, 

wir lassen sie erst am Ausgang zusammen in die Luft steigen ...

 

Denn darum soll es gehen, 

dass Du zu Gottes Einladung JA sagst und Dich von niemand

und nichts davon abbringen lässt.

Gott gebe Dir den Mut und die Kraft dazu!

Amen

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Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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