2010-07-04 Gottesdienst im Grünen

Predigt über Markus 8,34-38 zum Anspiel "Dem Trend der Zeit folgen" (M. Janz, Wie das Leben so spielt, S. 59ff) / Pfarrer Friedhelm Bühner


Liebe Gemeinde im Grünen, liebe Kinder, Erwachsene, Konfirmanden, 

„Dem Trend der Zeit folgen“ war unser Anspiel heute überschrieben. 

Und wie geht es Ihnen?

Beobachten Sie nicht auch mit großer Aufmerksamkeit, 

was Sie vielleicht verpassen könnten?

„Unser Leben währet 70 Jahre und wenns hoch kommt, so sind‘s 

80 Jahre ...“ steht schon in der Bibel (Psalm 90). 

Schauen Sie da nicht auch gelegentlich neidvoll auf andere, 

was die mehr haben und mehr genießen vom Leben?

Vorgestern Abend war ich mit meiner Familie auf der Abifeier 

am Neuenbürger Gymnasium. 

Über 100 Schulabgänger haben da ein cooles Programm geboten 

bekommen unter dem Motto „13 Jahre gut geblufft“, 

ein Motto, das viel mit unserem Thema heute morgen zu tun hat. 

Und da in Neuenbürg, da hat man so richtig gespürt, 

wie lebenslustig und motiviert die meisten jungen Leute waren, 

die da ihr Abschlusszeugnis bekommen haben. 

Die haben vor, was aus ihrem Leben zu machen, 

die wollen nicht rumhängen. 

Ihre Schülerzeitung, in der all das steht, ist halb so dick wie ein 

Otto-Katalog geraten. 

Tolle Leute und wieder steigende Chancen für alle jungen 

Leute mit Schulabschluss. 

„Herzlichen Glückwunsch!“ kann man da nur sagen!

Egal mit welchem Abschluss. 

„Jetzt schnell rein ins Boot und sich mitnehmen lassen von der Welle

des Lebens! Es gibt doch so viele Optionen! 

Wenn Du sie nur alle voll ausreizt“ - sagen sich da viele. 

Das Leben - ein Pokerspiel?

Viele von uns haben schon gemerkt, dass man im Leben, 

auch voll aus der Kurve fliegen kann. 

Vor kurzem war ich mal wieder auf einem Klassentreffen. 

30 Jahre nach meinem ersten Abschluss (das war damals 

die Realschule). 

Und ich war total ernüchtert: 

Erstens habe ich eine ganze Reihe Mitschüler gar nicht mehr erkannt. 

und dann hatten Sportskanonen von damals fast alle inzwischen 

dicke Bäume, sahen überhaupt nicht gesund aus. 

Manche waren sogar schwer krank, einer fast blind

und etliche hübsche Mädels von damals haben schon mehrfach

ihren Namen gewechselt, sind geschieden oder nach vielen 

Beziehungen wieder mal Single.

Wir waren doch alle mal total begeistert ins Leben gestürmt. 

Aber nur wenige haben offenbar daran gedacht, dass die Trendwelle, 

in der man sich lange Zeit wohlfühlen kann, 

zuletzt von Gott wegführt. 

Und einen zuletzt überhaupt nicht gut „aussehen“ lässt. 

Aber bitte nicht falsch verstehen: Dem „Trend der Zeit“ folgen ist nicht

immer gleich schädlich. 

Vieles, was uns angeboten wird, ist ja gesund und im richtigen Maß auch gut: 

Radfahren z. B., mehr Bewegung, sich auch mal was gönnen, 

sich mehr Zeit nehmen für die Familie, die Kinder. 

Aber alle diese Sachen können auch etwas Vereinnehmendes haben.

Sie faszinieren uns und geben uns nicht nur, 

sondern können auch ganz viel nehmen:

Vor allem den Blick auf das Wichtigste: Auf Gott, 

der allein am Besten weiß, was gut für uns ist und der nicht nur

der Linienrichter im Spiel des Lebens sein will, 

sondern mein Couch, mein Trainer, der für sich in Anspruch nimmt, 

mir die Richtung vorzugeben. 

Das schmeckt mir nicht unbedingt. 

Seine Kabinenpredigten sind die Gottesdienste am Sonntag. 

Sein Handbuch die Bibel und ihren Inhalt, 

den ich so verinnerlichen soll, 

dass daraus ein Spiel wird wie gestern gegen Argentinien. 

Diese deutsche Mannschaft hätte nie gewinnen können 

wenn jeder Spieler für selbst hätte entscheiden können, welche Trainings-

einheiten dem einzelnen gerade angenehm und passend vorkommen. 

Und dafür entscheidend wichtig ist der Trainer. 

Wer ihm nicht vertraut, der hat schon verloren. 

Denn es kommt nicht darauf an, 

die gegnerischen Mannschaften einfach zu kopieren in der Spielweise, 

sondern gemeinsam stark zu sein, 

gemeinsam ein großes Ziel zu verfolgen - 

und dafür auch bewusst gegen den Trend zu laufen. 

Wir wissen noch nicht, 

ob das für die deutsche Mannschaft am Ende gelingt. 

Denn es gibt ja noch andere Mannschaften, die ähnlich vorgehen. 

Aber für alle, die in ihrem Leben das große Ziel bei Gott erreichen wollen, 

ist es auf jeden Fall so. 

Da wird gewinnen, wer für das ganz große Ziel bewusst auf alles

verzichtet, was den „Trainer“ Gott zur Randfigur macht, 

was mir die Zeit, Kraft und Motivation nimmt, 

auf den „Sieg“ zu setzen. 

Wer ans Ziel bei Gott kommen will, muss aufpassen, 

dass ihn nicht Dinge, die eigentlich gut sind, 

unmerklich gefangen nehmen, zum Beispiel:

- mein Beruf, die Karriere, wenn sie mir wichtiger werden als die Zeit

für Gott und den Gottesdienst

- der Sport, ob individuell oder im Verein, 

wenn er zur Sucht wird oder zur Konkurrenz für anderes, 

wo ich von Gott her eine Aufgabe habe, sie aber nicht 

annehme, weil mir eben der Sport wichtiger ist

- mein Fernseher oder Computer vielleicht, die mir die Zeit rauben, 

möglicherweise auch 

- die eigene Familie

wenn für sie alle übrige Zeit investiert wird und sie 

dann leicht ein Grund dafür wird, sich bei Gott zu entschuldigen. 

Aber Jesus sagt: Wer nach eigenen Maßstäben sein Leben (und das 

Leben seiner Familie) sichern will, der wird es verlieren. 

So wie im Fußball: Da kann keine Mannschaft gegen den eigenen 

Trainer Weltmeister werden. 

Sie wird vielleicht trotzdem einige gute Spiele abliefern, 

alles geben, sich voll reinhängen - aber sie wird dabei auspowern

und am Ende draußen sein. 

Was heißt das auf uns übertragen: 

Es lohnt, sich bewusst gegen den Strom zu schwimmen - für Jesus 

und mit Jesus und alles andere hintenan zu stellen. 

Am Sonntag und am Werktag. 

In der Schriftlesung haben wir gehört (Markus 8,35):

35 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; 

und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums 

willen, der wird's erhalten.

Tiefe Freude, Zufriedenheit und Geborgenheit erährt, 

wer sich für Jesus als Trainer entscheidet 

und sich auf das große Ziel Gottes ausrichtet. 

Er wird am Ende gewinnen -, 

selbst als Verlierer in diesem Leben. 

Amen 

Eindrücke vom gemeinsamen Gottesdienst und dem anschließenden Grillen

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Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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