2010-05-23 Pfingstfest

Predigt über Johannes 4,19-26 / Pfarrer Friedhelm Bühner

Liebe Gemeinde, 

Pfingsten, das ist das Fest des Heiligen Geistes. 

Und so soll es heute darum gehen, dass wir sein Wesen und sein 

Wirken zu verstehen beginnen. An der Geschichte einer Frau. 

Denn um es gleich zu Anfang zu sagen: Das wichtigste Werk des 

Heiligen Geistes ist es, dass ER - Menschen zu einem lebendigen 

Glauben führt. 

Wahrscheinlich kennen Sie noch die Worte Martin Luthers vom Konfirman-

denunterricht auswendig, seine Erklärung zum dritten Glaubensartikel:

„Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft

noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben 

oder zu ihm kommen kann; 

sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, 

mit seinen Gaben erleuchtet, 

im rechten Glauben geheiligt und erhalten ...“ u.s.w.

Darin hat das Pfingstwunder seinen Niederschlag gefunden. 

In der Erkenntnis, dass jeder Mensch von Gott her angerührt werden 

muss, um zur Erkenntnis der Wahrheit zu kommen. 

Jesus Christus, seine Göttlichkeit, sein Leiden und Sterben für mich 

sind sind uns von Natur aus total fremd ...

Aber Gottes Geist schafft diese Wende ...

Er kann mich, der ich zunächst wie ein „toter Stein“ bin, zum Leben erwecken, 

zum Christenmenschen machen. 

So ist unser Predigttext heute ein Abschnitt aus einem Gespräch, 

an dessen Ende ein Mensch zum Glauben kommt. 

Ein Gespräch, das Jesus geführt hat - mit einer samaritanischen Frau. 

Wir hören auf Johannes 4, die Verse 19-26:

19 Die Frau spricht zu ihm (Jesus): Herr, ich sehe, dass du ein Prophet 

bist.20 Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr 

sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten soll. 21 Jesus 

spricht zu ihr: Glaube mir, Frau, es kommt die Zeit, dass ihr 

weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten 

werdet. 22 Ihr wisst nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was 

wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden. 23 Aber es kommt 

die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater 

anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater 

will solche Anbeter haben. 24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, 

die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. 25 Spricht 

die Frau zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der da 

Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen. 

26 Jesus spricht zu ihr: Ich bin's, der mit dir redet.“

1. Von Jesus erkannt

„Ich sehe, dass du ein Prophet bist!“, sagt diese Frau zu Jesus. 

Denn der hat ihr die Umstände und Sehnsüchte ihres Lebens aufgedeckt:

„Mit fünf Männern warst du verheiratet und mit dem, den du jetzt hast, 

lebst du (auch) nur so zusammen“ (V18 - In der Schriftlesung haben wir 

die Vorgeschichte gehört).

Nicht verurteilend, nicht verletzend hat Jesus das gesagt, aber so, 

dass der Frau ihr Leben mit seiner Schuld und seiner unerfüllten 

Sehnsucht vor Augen gestanden ist. 

Oft ist das der erste Schritt zum Glauben, liebe Gemeinde, dass wir 

unter der Zuwendungvon Jesus entdecken, wie es wirklich um uns steht: 

Dass unsere Sehnsüchte im Tiefsten unerfüllt bleiben ohne Gott

und dass wir das Ziel verfehlen, das Gott für unser Leben hat. 

Es braucht die Diagnose, damit das Gespräch über den Glauben 

für uns zur Therapie werden kann. 

Und so führt Jesus die Frau weiter auf ihrem Weg zum persönlichen 

Glauben. 

2. Zur Anbetung befreit

„Wo soll man anbeten?“, fragt sie. 

Sie stellt damit eine theologische Grundsatzfrage. 

Denn die Juden und die Samaritaner stritten viel über dieser Frage. 

Will sie diskutieren, um sich damit den persönlichen Anspruch von 

Jesus vom Leibe zu halten? ( - ) 

In Gesprächen manchen wir diese Erfahrung ja manchmal, dass man, 

solange man nur diskutiert, die Dinge auf Distanz halten kann: 

Reden wir nicht über mich! „Und ach übrigens: Was ich schon immer

mal fragen wollte ...“ ( - ) 

Aber hier ist es anders!

Hinter der Frage der Frau steht viel eher die Sehnsucht: 

Wo ist der Ort, an dem ich wirklich die Nähe Gottes erfahren kann, 

der Ort, wo mein innerer Schrei nach Gott gehört und mein Gebet erhört wird, 

der Ort, an dem ich Vergebung bekomme und einen neuen Anfang 

machen kann?

Jesus wirbt um das Vertrauen der Frau mit den Worten: 

„Glaube mir“ - und er führt sie im Gespräch weiter, 

über die Frage nach dem rechten Ort der Anbetung hinaus. 

Die Frage nach der „richtigen Gemeinde“ ist auch heute nicht

die entscheidende Frage!

Entscheidend ist, dass es zur Anbetung des Vaters im Himmel „im 

Geist und in der Wahrheit“ kommt. Das sagt Jesus. 

Bei der Anbetung im Geist und in der Wahrheit geht es nicht um 

irgendwelche Formen des Gottesdienstes und der Anbetung (über 

alles das wird diskutiert, wenn Sie das Stichwort einmal im Internet

abfragen!), sondern es geht um den Zugang zu Gott, der uns durch

Jesus eröffnet wird. 

ER schenkt den Geist, der das Bekenntnis zu Jesus ermöglicht, wie 

es in 1. Kor 12, Vers 3 heißt: „Niemand kann Jesus den HERRN nennen

außer durch den Heiligen Geist“. 

ER ist die Wahrheit, der tragfähige Grund für mein Leben. 

Wahrheit und Treue, das ist der Lebensraum, der uns allein durch 

Jesus eröffnet wird. 

Nur bei IHM kommt es zur rechten Anbetung!

Was rechte Gottesverehrung und Anbetung ausmacht, das hat 

Martin Luther einmal so erklärt: 

„Ist der Glaube und das Vertrauen recht, dann ist auch dein Gott

der rechte Gott - und umgekehrt -, wo das Vertrauen falsch und 

unrecht ist, da ist auch der rechte Gott nicht. 

Denn die zwei gehören (immer) zusammen: Glaube und Gott. 

Das nun sage ich: Woran du dein Herz hängst und worauf du dich 

verlässest, das ist eigentlich dein Gott“ . 

Jesus befreit zur Anbetung. 

ER allein. 

3. Zum Glauben geführt

„Ich weiß, dass der Messias kommt!“, sagt die Frau. 

Sie hat ihren Katechismus gelernt, in der Schule und im Religions-

unterricht aufgepasst. 

Aber Jesus sagt: „Ich bin es!“- als Antwort auf ihr Fragen, 

ja als Antwort auf alle Sehnsucht und auf alles Suchen der Menschen, 

bis heute. Auch als Antwort auf Dein Suchen. 

Und das Suchen Deiner Kinder, Deiner Nachbarn, Deiner geliebten 

oder ungeliebten Arbeitskollegen. 

„Ich bin es!“ - Sagt Jesus!

Entscheidend ist, dass das nicht einfach so als „Na klar doch ..., das haben

wir doch damals gelernt im Konfirmandenunterricht ..., das weiß ich schon“

gesagt wird und ganz oberflächlich bleibt, sondern zu Herzen geht!

In mein Herz eindringt: „Ich bin es!“, sagt Jesus ...

„Ich bin der, der für Dich (für Deine Lebensschuld, für Deine Gottferne)

den Weg ans Kreuz ging - und der Dich nach Hause lieben will zum Vater.

Die samaritanische Frau hat diesen Durchbruch erlebt. 

Sie findet zum Glauben und wird zu einer Botin für die Menschen ihrer 

Stadt: „Kommt, seht ..., ob ER nicht der Christus sei!“ (V. 29). 

Bis heute ist das so: Wenn ein Mensch überwältigt wird und Jesus 

erkennt, da kann er den Mund nicht mehr halten, muss es weiter 

sagen, wen immer er trifft. 

Schließlich ist Gott mit ihm zum Ziel gekommen!

Schließlich hat hier ein Mensch erfahren: Den, ich gar nicht suchte, 

der hat mich gefunden - und das Verrückte dabei: Er hat die ganze 

verborgene Sehnsucht meines Lebens gestillt. 

Was bewirkt der Heilige Geist, liebe Gemeinde, das haben wir am 

Anfang gefragt. 

Wenn wir die samaritanische Frau fragen würden, dann würde sie 

wahrscheinlich antworten: 

„Der Heilige Geist hat mich zum Glauben geführt und will 

dasselbe bei allen Menschen bewirken.

Er füllt dich nicht mit Licht, das alle Dunkelheit vertreibt

und legt nicht eine Kraft in dich, die dich zum Helden macht, 

aber - er lehrt dich, die Hand von Jesus zu fassen, Dein Leben IHM

zu übergeben, in der frohen Zuversicht:

ER ist jetzt mein Hirte - und er soll mich von nunan lehren, meinen 

Lebensweg mit Jesus zu gehen, zurück zu lassen, was Ihm nicht

gefallen und was mich nicht glücklich machen kann. 

Und ER schafft in mir die felsenfeste Gewissheit: Dieser Weg mit 

Jesus ist Gottes Weg und er bringt mich ans Ziel“. 

Von Jesus erkannt. 

Zur Anbetung befreit. 

Zum Glauen geführt. 

Das ist einfach nur großartig. 

Amen




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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