2010-01-24

Predigt über 2. Korinther 4,6-10 / Pfarrer Friedhelm Bühner 

Wir hören den Predigttext für diesen Sonntag aus dem 2. Brief

des Apostels Paulus an die Korinther, Kapitel 4, die Verse 6-10:

„Denn Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, 

der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, dass durch

uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit

Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.

Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die 

überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. 

Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht.

Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. 

Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. 

Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. 

Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserem Leibe,

damit auch das Leben Jesu an unserem Leib offenbar werde“.

Liebe Gemeinde, 

die Geschichte der Schatzsucher ist lang. 

Die Geschichten davon waren nicht wegzudenken aus Jungscharlagern, 

die auch manche von uns erlebt haben:

„Der Schatz vom Silbersee“, „Der Schatz von Tuscarora“ 

und wie sie alle heißen. 

Die Schatzsucher verkörpern den Traum der Menschen, 

einmal den großen Coup zu landen und ausgesorgt zu haben fürs Leben. 

Das ganze läuft dann ab wie ein Krimi. 

Erst sehnt man sich nach dem Schatz und setzt alles ein, 

um ihn zu bekommen. 

Dann muss man ihn sichern - und der Rest besteht aus der Angst,

ihn wieder zu verlieren. 

Der Schatz, zu dem der Apostel Paulus uns hinführen will, 

ist von ganz anderer Art: 

Um ihn zu heben, muss man niemand etwas wegnehmen. 

Kein Rost kann ihn auffressen, 

kein Wasserschaden ihn vernichten, 

das Finanzamt interessiert sich nicht dafür

und Diebe haben auch keine Chance. 

Dieser Schatz ist von einer ganz anderen Art. 

Aber diese andere Art zu entdecken, ist für viele auch wieder ein Problem!

Schon die Korinther haben dem Paulus, wenn ich‘s mal so sagen 

darf, Geheimniskrämerei vorgeworfen. 

Sie haben gemeint, wenn der Schatz, den er zu bringen vorgegeben hat, 

wirklich so groß wäre, dann müsste er doch öffentlich glänzen und

imponieren. 

Er müsste dafür sorgen, dass wirtschaftliche, gesundheitliche und 

persönliche Probleme wie Schnee vor der Sonne verschwinden. 

Ein Christ, der diesen Schatz hat, müsse doch einfach immer und 

überall gesund und erfolgreich sein, 

einfach cool und „geil“, wie man heute sagt. 

Aber Paulus redet nicht von einem allgemeinen Schatz, 

sondern von einem besonderen Schatz, eben Gottes Schatz

und bei dem, sagt Paulus, da ist eben manches anders:

Er kommt nicht in Hochglanzverpackung daher, 

sondern Gott packt seine herrlichen Gaben oft unscheinbar ein. 

In „irdenes Gefäß“, sagt der Luthertext, 

aus Ton also, Terrakotta, zerbrechlich, ohne Banderole und anderen 

peppigen Schnickschnack. 

Ohne Bild: Die Bibel, das Evangelium, Jesus - gibt sich in die Hände

von fehlbaren Menschen. 

Damit ist klar: Das Wichtigste ist nicht das Drumherum, sondern der

Inhalt, Jesus Christus und seine Worte.

ER überstrahlt alles!

Dieser Inahlt bewährt sich unter schwierigsten Bedingungen

und ist vielleicht die Besonderheit des Schatzes!

Erst unter Schwierigkeiten zeigt er seine schönsten Facetten. 

Auch wenn er sich angreifbar macht, 

an der Zerbrechlichkeit dieser Welt und der Menschen teilnimmt. 

Aber gerade darin kann er sich so richtig entfalten, 

überwinden, befreien und ganz Neues entstehen lasen. 

Drei Dinge sind hier besonders wichtig: 

1. Es geht um einen Schatz, der leuchtet

Die Lichter, die seit der Aufklärung in der Welt angezündet worden sind, 

sind beachtlich. Wir sehen die Lichtblicke in der Medizin und in der Technik.

Wir profitieren auf vielen Gebieten davon und sind dankbar dafür. 

Aber gleichzeitig sehen wir, dass die Schatten, die damit verbunden sind, 

länger werden. 

Es werden eben nicht nur Medikamtente und Kühlschränke, Computer

und hilfreiche Dinge hergestellt, sondern auch Killerviren, Videospiele,

die Gewalt verherrlichen, Bomben und Raketen. 

Da leuchtet doch in Christus ein ganz anderes Licht auf, 

dem diese Zweideutigkeit nicht anhaftet!

Zwar ist sein Bodenpersonal auch mit Mehrdeutigkeit behaftet, 

die Verpackung, was Gemeinde und Kirche betrifft, 

auch nicht immer glanzvoll und überzeugend. 

Aber wir haben in diesem äußerlich bescheidenen Rahmen 

einen Inhalt, der auch heute immer wieder Menschen im Innersten trifft

und verändert. 

Die Korinthergemeinde wollte gerne aus sich selbst heraus leuchten, 

ihre Gaben und Aktivitäten ins rechte Licht stellen. 

Paulus aber vertrtitt einen anderen Ansatz.

Es sind nicht die Gaben, die besonders leuchten sollen, 

auch nicht die Träger, sondern vor allem der Geber!

ER ist der Einzigartige, der wirklich Neues bringt!

2. Es geht um einen Schatz, der prägt

Paulus selber hat am Anfang seines Lebenswegs

diesem Christusschatz auch nichts zugetraut. 

Er hat ihn als eine Irreführung konsequent bekämpft, 

bis ihm vor Damaskus in Syrien im wahrsten Sinne des Wortes

ein Licht aufgegangen ist. 

Seine biografischen Berichte zeigen, 

dass er nicht von sich aus aufgebrochen ist aus seiner selbst ver-

schuldeten Unwissenheit, Gott selber hat ihm die wahren Lichtverhältnisse

zurecht gerückt. 

Im Dickicht seiner selbst gezimmerten Lebenspläne und Aktivitäten

ist ihm aufgegangen, dass wahre Gotteserkenntnis immer mit 

Christus verbunden ist: ER ist der Schatz, der irdischen, begrenzten 

Gefäßen zu uns kommt:

- In den Worten unserer Bibel, die oft von Augen- und Ohren

zeugen stammen, 

- im Evangelium, 

ist er so präsent, dass er begriffen und angenommen werden kann. 

Weil Paulus vom Zentrum her denkt und lebt, 

kann er die Begrenzung des Rahmens aushalten. 

Er arbeitet aber auch daran, dass der Rahmen hemmender ist

als es menschlich unvermeidbar ist. 

Es soll nicht die äußere Form überzeugen, 

sondern der Inhalt - Jesus Christus, die Retterliebe Gottes, die in

IHM zu jedem Menschen auf dieser Welt kommen will - soll glänzen!

3. Es geht um einen Schatz, der trägt

Dass die ungeheure und Menschen umkrempelnde Christuswirklichkeit

missverstanden auch wird, das irritiert weder Paulus und sollte

auch uns nicht überraschen. 

Eigentlich könnte man ja denken, dass die ungeheure Herrlichkeit

des Christus so überzeugend sein müsste, 

dass die Leute reihenweise ihrem Charme erliegen und von 

ihr überzeugt werden. 

Aber so war es schon in der ersten Christengeneration nicht. 

Sie ist mit viel Widerstand konfrontiert worden 

und die Erfolgsbilanz des Paulus ist auch nicht gerade berauschend. 

Im Gegenteil: Es formiert sich eine Gegnerschaft.

Bedrängnis wird beschrieben und Verfolgung, Unterdrückung

und sogar Menschen, die bei der Verbreitung dieser guten Botschaft

ums Leben kommen. 

Aber die Aufzählung der Bedrängnisse hat nicht zum Ziel, 

Mitleid zu erzeugen oder den Märtyrer zu spielen.

Im Gegenteil: In den äußeren Ereignissen, in den Angst und 

Schwachheit mitspielen, wird der innere Trost und die Geborgenheit

spürbar, die der auch heute wirksame Christus in diesen 

Geschehnissen hervor bringt (s. Ermordung von jungen Christen 

im Jemen im Sommer 2009; eine verschleppte Familie mit drei 

Kinder, die bis heute nicht frei ist ...)

Wer sich in eigenen Worten und Taten, 

vielleicht aber auch in seinem tollen Gemeindewachstumskonzept sonnt, 

der verbreitet eher eine Show. 

Gerade am eigenen Ende wird die Größe und Herrlichkeit Gottes 

darin erfahren, dass er nicht allein lässt und neu mit uns anfangen will. 

Menschen, die einmal von der Christusherrlichkeit „erleuchtet“ worden sind, 

fallen - wenn sie fallen - nicht mehr auf die eigenen Füße, 

sondern in die Hände Gottes. 

Und das ist doch das wunderbarste Wissen eines Christen: 

Nicht ich und meine Kräfte halten mich, sondern der Herr der 

Herrlichkeit. In allen Lagen. 

Deshalb will ich in meinem Leben zu allererst dafür einsetzen, 

dass noch in vielen Menschen diese „Erleuchtung“ entsteht, 

dass auch sie zur „Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes“ kommen

und Jesus als ihren Retter annehmen. 

Dieser Schatz leuchtet, er prägt und er trägt. 

Wo Menschen Jesus begegenen, sich für ihn öffnen 

und von ihm führen lassen. 

Amen

(Diese Predigt übernimmt Vorarbeiten von Pfarrer Johann Ubben, Bad Harzburg)




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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