2009_09_20

Predigt über Matthäus 6,25-34 / Pfarrer Friedhelm Bühner

Liebe Gemeinde,

Ich will heute Morgen keine Predigt über Ihre Köpfe hinweg halten. 

Das kann leicht passieren, wenn es da um das „Sorgen“ geht. 

Wenn Menschen alles haben, was sie brauchen, 

dann „sorgen“ sie sich nicht. 

Dann hört sich das Wort vom „Nichtsorgen“ naiv und lebensfern an. 

Aber gibt es das überhaupt, dass jemand gar keine Sorgen hat?

In der Regel sorgen sich die Menschen um vieles: um das Geld,

um den Job, um die Gesundheit, um die Rente, um die Kinder, 

um die Ehe. 

Auch junge Leute sorgen sich schon um vieles. 

Ihr Konfirmanden? ...

Sorgen können uns richtig zusetzen. 

Sie setzen unser Leben unter Druck, nehmen uns die Luft zum Atmen. 

Manch einer kriegt sogar Atemnot, Asthma oder Herzbeschwerden, 

Bluthochdruck, Magenkrämpfe. 

Oft genug schlagen Sorgen aufs Gemüt, machen depressiv. 

Wir machen uns ja oft keine Vorstellungen, wie die Gedanken 

unseren Körper, unsere Seele, unsere Gefühle, unsere Entscheidungen, 

ja unser ganzes Leben beeinflussen. 

Schon der römische Kaiser Marc Aurel, der ein großer Menschenkenner 

war, schrieb: „Nicht die Tatsachen bestimmen unser Leben, sondern 

wie wir darüber denken.“ 

Die Gedanken im Kopf und Herzen können eine Sache gut oder 

böse machen. Ja, die Gedanken bestimmen unser Leben. 

So wie wir denken, so handeln wir auch. 

Es gibt Menschen, die bewegen sich in einer wahren Festung von 

irrigen, falschen Gedanken und Gefühlen. 

Sie kommen aus diesem Gefängnis nicht mehr heraus. 

Christus will uns befreien aus solchen psychischen und geistlichen 

Gefängnissen. 

Er will uns befreien aus dem gefährlichen Sog, mit dem uns die 

Sorgen herunterziehen. 

Er will uns befreien, indem er unseren Blick von den Sorgen 

wegwendet und uns eine neue Blickrichtung, eine neue Perspektive gibt. 

Also um diesen Blickwechsel geht es heute:

Wem vertrauen wir mehr, den irrigen Überzeugungen, die wir im Herzen, 

in unseren Gedanken produzieren? 

Oder der Zusage von Jesus: 

„Euch wird das alles zufallen, was ihr braucht. Euer Vater weiß doch 

um euch, um eure Situation, um euer Leben.“ 

Wir hören das Wort Gottes für diesen Sonntag aus Matthäus 6, 

die Verse 25-34

„Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen 

und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen

werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib

mehr als die Kleidung?

Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten 

nicht, sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer 

Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?

Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zu-

setzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?

Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien 

auf dem Felde an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch 

spinnen sie nicht. 

Ich sage euch: dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit

nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.

Wenn nun Gott das Gras auf dem Felde so kleidet, das doch heute

steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht

viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen?

Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen?

Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden?

Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer 

Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet zuerst nach dem

Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das 

alles zufallen. 

Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für 

das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene 

Plage habe.“ 

Ist das nicht auch Ihre Erfahrung, dass Gott ihnen schon so oft 

geholfen hat? 

„In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet?“ 

Im Rückblick auf mein Leben kann ich wirklich sagen: 

Gott sorgt für mich. Sogar in ganz schwierigen Situationen. 

Das Vertrauen auf ihn ist nicht umsonst. 

Aber dann ist es auch immer wieder so: 

Trotz aller Erfahrungen der Durchhilfe machen wir uns doch immer wieder 

neu Gedanken, wie alles werden wird. 

Immer wieder gehen uns Sorgen von der Seite an und wollen uns 

beherrschen. 

Deshalb ist dieses Wort von Jesus, das wir heute hören, so wichtig. 


1. Nicht sorgen, sondern danken. 

Jesus sagt zu seinen Jüngern: „... euer himmlischer Vater weiß, 

was ihr nötig habt.“ 

Es ist schön, dass Jesus in diesem Zusammenhang nicht einfach 

von Gott spricht. Er spricht vom Vater. 

Ein Vater, wenn er ein rechter Vater sein will, sorgt für seine Kinder, 

übt Fürsorge für sie. 

Ein Kind hat ein Problem. Es kommt zum Vater oder zur Mutter. 

Man redet darüber. Das Problem, das dahintersteckt, ist noch nicht 

gelöst, aber die Sorgenfalten lösen sich, weil der Vater oder die Mutter 

darum weiß und es jetzt auch ihre Sorge ist. 

Wer Jesus Christus sein Leben anvertraut hat, der hat einen Vater im 

Himmel. Und er kann dafür danken. 

Er kann darüber immer wieder neu ins Staunen kommen. 

Gott ist nicht nur „der da oben über dem Sternenzelt“, der letzte Urgrund, 

der Allmächtige. 

Nein, er ist sein Vater. 

Wer sein Leben ihm anvertraut hat, der ist sein Kind, sein Geschöpf, 

gehört zu ihm. 

Ihm danken, heißt: ihn ansehen, ihn an meiner Seite sehen. 

Wegsehen von unseren Sorgen. Den Blickwechsel vollziehen. 

Auf ihn sehen, der um meine Sorgen weiß. 

Dieser Vater ist auch für die Vögel da und für die Lilien auf dem Feld. 

Es sind seine Geschöpfe. 

Sie kommen aus seiner Hand und sie gehören ihm 

und er steht für sie ein. 

Die Vögel sind uns gegenüber erstaunlich unbeschwert und lebensfroh. 

Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen. 

Und der himmlische Vater ernährt sie doch. 

Ja, sogar den Vögeln ist Gott wie ein guter Vater. 

Und sie danken ihm schweigend, in dem sie einfach sorglos leben. 

Umso mehr haben doch Christen wir allen Grund, dem Vater zu danken. 

Er ist für uns da. Er steht an ihrer Seite, er steht für sie ein. 

Er ist ihr himmlischer Vater, der alles kann und weiß. 

Allein schon dadurch, dass sie dankbar zu ihrem Vater aufschauen,

bekommen sie eine neue Perspektive. 

Durch das Danken lösen sich manche Sorgenfalten. 

2. Nicht sorgen, sondern bitten. 

Zu diesem guten Vater können wir kommen mit allem, was uns 

auf der Seele hängt. 

Wir können es ihm sagen und indem wir es tun, geben wir ihm damit

die Ehre. Denn wer ihm alles hinlegt, sagt ihm ja damit, 

dass er sich um ihn kümmert, 

dass er seine Zukunft allein aus seiner Hand erwartet. 

 

Jesus lehrt uns ja das Bitten ganz eindringlich. 

Er bittet Gott um das Größte: "Dein Reich komme, dein Wille geschehe, 

wie im Himmel so auf Erden..." 

So dürfen wir auch unsere eher bescheidenen Bitten vor ihn bringen. 

Er kann alles tun, das Große und das Kleine. 

Seine Möglichkeiten sind grenzenlos. 

Glauben wir das doch und rütteln wir nicht daran!

Das Beten überwindet das Sorgen in uns.

Wenn wir beten, dann treten wir vor Gottes Angesicht, 

und damit treten wir das Sorgen unter unsere Füße. 

Und bleiben wir auch dann dran am Bitten und Beten, wenn es scheint, 

als ob Gott gar nicht hören will!

Gott schaut auf unsere Treue. 

Er schaut, ob wir es ernst meinen mit unserem Beten, 

ob wir allein von ihm abhängig sein wollen. 

An unserem anhaltenden Gebet hängt viel. 

3. Nicht sorgen, sondern glauben. 

Am Ende unseres Textes steht das Schlüsselwort, 

auf das es ankommt: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes 

und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“ 

Ja, wir sollen sorgen, aber dafür, dass unser Glaube wächst, 

dass der Herr Macht in unserem Leben bekommt. 

Wir sollen sorgen dafür, dass Gott überall an der ersten Stelle steht 

und das Sagen hat. 

Jesus sagt: Kümmert euch doch zuerst um die Sache Gottes, 

stellt seine Sache in die Mitte,

die Sache, die oft genug am Rande unseres Lebens steht. 

Lasst Gott bei euch ganz wichtig sein! 

Wenn wir das tun, dann kommt alles irgendwie in Ordnung, 

gerade das, worum wir uns so sorgen. 

Denn Jesus heißt den Seinen ja: „.. so wird euch das alles zufallen.“ 

Dazu gehört Mut und Vertrauen. 

Manchmal kann es dann einem vorkommen, als ob man über 

einem Abgrund hängt. 

Da überblicke ich keinen einzigen Tag. 

Da lebe ich von der Hand in den Mund. 

Aber ich habe mich meinem Herrn verschrieben auf Gedeih und Verderb. 

Und dieser Herr hat es verheißen: „So wird euch das alles zufallen.“ 

4. Nicht sorgen, sondern hoffen. 

Bei allem, was uns so in unserem Leben Sorge machen will, 

sollen wir eines nicht aus dem Auge verlieren, nämlich dass

„das Wesen dieser Welt vergeht.“ (1. Kor. 7,31). 

Unsere Welt läuft auf ein Ziel zu. 

Auch unser eigenes Leben. 

Das relativiert alles, was es in unserem Leben gibt. 

Die Freude, das Leid, der Gewinn, der Verlust. 

Deshalb sollen wir uns auch nicht über Gebühr um Irdisches sorgen. 

Dazu gehört auch unsere Gesundheit, unsere irdischen Güter,

unser irdisches Glück, sogar unser Ehepartner und unsere Kinder. 

Aber wer sein Leben Leben Jesus anvertraut hat, weiß, dass er 

nicht dem Ende entgegen geht, sondern dem Anfang, der Zukunft 

Gottes, dem Tag seiner Herrlichkeit. 

Diese Herrlichkeit ist das wohltuende Kontrastprogramm zu all meinem

Sorgen. 

Ja, in Gottes Reich wird es einmal keinen Mangel, keine Sorgen mehr geben. 

Das Wort „sorgen“ kommt dann nur einem zu, 

dem, von dem die Bibel sagt: „Er sorgt für euch.“ 

Im Danken, im Bitten, im Glauben und im Hoffen lassen Sie uns doch 

diesem HERRN allein die Ehre geben!

Amen. 

(Diese Predigt nimmt die Vorarbeiten von Frau Marlene Trick, Neuenbürg, auf)




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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Sonntag, 24.06.2018
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