2009-07-05 Gottesdienst im Grünen

Gottesdienst im Grünen als Jugendsonntag mit dem Anspiel "McJesus" von Mathew Pole, übersetzt von Sonni Maier, inszeniert vom Jugendkreis Schwann-Dennach / Ansprache zum Anspiel mit Joh 6,35-40 von Pfarrer Friedhelm Bühner

Liebe Gemeinde im Grünen, liebe Kinder, Erwachsene, Konfirmanden, 

herzlich willkommen bei „McJesus“ mit dem universalen Angebot

an Jesus-Burgern zur freien Auswahl, mit und ohne Beilagen, 

abgewrackt oder aufgemotzt kann man ihn haben, 

für jeden Geschmack gibt es ihn hier.

Sie müssen nur sagen, welchen Jesus-Burger Sie gerne hätten!

Geht es ihnen nicht manches Mal so, 

wenn sie Zeitschriften lesen, mit Freunden oder Nachbarn diskutieren, 

Du Dich als Schüler in Reli über Jesus auseinander setzen musst, 

und Du am Ende völlig den Überblick verloren hast, 

dass Du plötzlich denkst: Dieser Jesus, den ich von kindauf 

kennen und vielleicht sogar lieben gelernt habe, den gibt‘s ja heute

in allen Variationen!

Jeder bastelt sich wohl „seinen“ Jesus zurecht, ganz so, wie er 

ihm gefällt, wie er ihm schmeckt: Aber kann das noch derselbe sein?

Ist das noch das Original? 

Da müssen auf jeden Fall auch viele „Fälschungen“ im Umlauf sein!

Vom Fast Food wissen wir, dass es ziemlich ungesund ist. 

Die meisten wissen das zwar, aber essen es trotzdem gern. 

Zu viele Zusatzstoffe, zu viel Fett, sind da drin. 

Gilt das womöglich auch für so manchen „Jesus im Angebot“, 

den sich die Läden und Kirchen dieser Welt immer wieder trendy 

ausdenken?

Im Anspiel gab es da den „Pappi-Schlappi-Jesus“, 

das ist der mit dem einfachen und schnellen Jesus:

Jesus, der Dich immer versteht, der total „Menschliche“. 

Er denkt und fühlt genau wie Du, 

würde Dir nie widersprechen oder etwas von Dir verlangen, 

was Dir nicht gefällt. 

Es ist der Jesus meiner Wünsche. 

Ganz so wie ihn der Philosoph Ludwig Feuerbach beschrieben 

hat: Glaube als Projektion. Jesus als Anhängsel, aber eben leider

überhaupt nicht echt. 

Und da gab es den „Terminator Jesus“ im Angebot. 

Erinnern Sie sich noch: Der mit dem strengen Beigeschmack, 

mit kräftig Knoblauch und Pfeffer. 

Jesus, der Polizist und Ordnungshüter, 

der der es den Unanständigen und Gesetzlosen schon zeigen wird. 

Wahrscheinlich liegt dieser Jesus heute nicht mehr so im Trend

wie früher, aber es gibt ihn noch. 

Das ist der Jesus, der es mir leicht macht, mein eigenes Herz 

in Unschuld zu waschen, mich in Sicherheit zu wiegen: 

Ich bin schon recht. Jesus ist meine „rechte Hand“. 

Viel beliebter heute kommt mir dagegen der „Mini Jesus“ vor, 

von dem wir im Anspiel gehört haben. 

Sie wissen nicht mehr, um wen es da ging?

Das ist der Jesus für den kleinen Hunger, für zwischendurch, 

die „Milchschnitte“ als Pausensnack. 

Von diesem Jesus erwarten wir gar nicht, dass er satt macht, 

er kann es auch nicht, so klein wie er daher kommt. 

Er soll einfach unseren Magen anregen, ein gutes Gefühl geben, 

Bewahrung und Liebe und so. 

Die „Handvoll Spiritualität“ im grauen Alltag gewissermaßen, 

ohne Anspruch auf mein Leben, 

ohne tieferes Nachdenken über mich und das Ziel meines Lebens. 

Alle diese drei Jesus-Angebote haben eines gemeinsam: 

Sie sind Fälschungen des echten Jesus,

denn den gibt es nur im Original. 

Den echten Jesus gibt es weder in einer Light-, noch in einer

Strong-Version!

Man muss ihn nehmen, wie er wirklich ist. 

Und wirklich ist, dass dieser Jesus uns zu einer Entscheidung 

herausfordert, nämlich: 

- Willst Du, dass ich Dein Herr und Heiland sein darf?

- Willst Du, dass ich Dich von nunan gesund ernähren darf?

- Willst Du mich als „das Brot des Lebens“ haben?

Nicht als Häppchen oder Pausenbrot, 

sondern als die Hauptnahrung Deines Lebens?

Nahrung, die Deine bisherigen Essgewohnheiten auf den Kopf stellt, 

weil sie vielleicht nicht immer schmeckt, 

aber die total gesund ist die viele Folgekrankheiten Deines Lebens 

beseitigt?

Zum Beispiel 

- Deinen unstillbaren Hunger nach dem Sinn Deines Lebens oder

- Deinen Hunger nach Leben über den Tod hinaus und 

- Deinen Hunger nach Vergebung und einem neuen Anfang. 

Das alles sind Grundbedürfnisse, die kein „MacJesus“ stillen kann, 

weil sie alle nicht wahr sind und deshalb schädlich für Körper und 

Geist und wir unsere Zeit unser Geld mit ihnen nur verschwenden. 

Von Jesus, dem Original, haben wir in der Schriftlesung gehört, 

wie er von sich selbst gesagt hat (Joh 6,35): 

„Ich bin das Brot des Lebens. 

Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; 

und wer an mich glaubt, 

der wird nie mehr Durst haben“

Erinnern Sie sich noch?

Und erinnern Sie sich noch an den vierten Kunden, der gerne einen 

„echten Jesus“ wollte?!

Der wusste schon mal, dass man bei den Jesus-Angeboten aufpassen 

muss! Dass es da Unterschiede gibt! 

Und dass man ausdrücklich nach dem Original fragen muss!

Überall dort, wo uns ein Jesus nach unserem Geschmack angeboten 

wird, da kann etwas nicht stimmen!

„Ich will ihn nicht so, wie ich ihn gerne hätte!“ 

„Ich will den einen, wahren Jesus, den aus der Bibel!“

Sagt er dem Kassier, der ihn schließlich in eine theologische Buch-

handlung schicken will. 

Aber unser Kunde hat‘s geblickt: Er will auch keine der 33 dort angebotenen

Theologien, „mit und ohne Wunder, ... Theologie zum Selber zusammen 

basteln“, sondern bleibt doch lieber bei der Bibel, die er hat. 

Liebe Gemeinde im Grünen, 

in dem Anspiel heute ging es um den echten Jesus und den Hang

von uns Menschen, sich blenden zu lassen.

Und worauf wir achten sollten, dass das immer weniger geschieht. 

Was bei Lebensmitteln die „QS-Zeichen“, die Qualitäts- und Ursprungs-

zeichen sind, das ist in Glaubensfragen die Bibel im Original. 

Sie zu lesen und zum täglich Brot zu machen, 

ist durch kein Andachtsbuch und keinen Roman zu ersetzen. 

Auch der  Gottesdienst als Ort, an dem wir Gottes Stimme im Original hören 

und zu uns sprechen lassen, ist durch keinen Waldspaziergang oder 

irgend etwas anderes ersetzbar. 

Allerdings macht das nur Sinn, wenn die Bibel, von der wir sprechen, 

auch das Original ist, aber davon können wir wirklich ausgehen!

Jesus sagt: „Ich bin das Brot des Lebens. 

Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; 

Und wenige Verse weiter präzisiert er das mit den Worten

„Wer an mich glaubt, wie die Schrift es sagt ...“ (Joh 7,38). 

Wir sind also bei der Echtheitssuche nicht der Beliebigkeit ausgeliefert. 

Schon Jesus hat sich selbst festgelegt: 

„Glaube an mich, wie es die Schrift sagt ...“.

Wer Jesus noch nicht kennt, der sollte in der Bibel nach ihm suchen

und wer ihn bereits kennt, der sollte die Bibel lesen, 

um an ihm dran zu bleiben, nicht wirr zu werden angesichts so 

vieler Billigangebote auf dem Jesus-Markt. 

Jesus weiß, was wir brauchen und was gut für uns nicht. 

 

Dabei meint er uns immer ganz. 

Er lädt uns ein, mit ihm zu leben, damit unser Lebenshunger endgültig 

gestillt wird und wir in Ewigkeit leben.. 

Amen

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Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

Donnerstag, 21.06.2018
14:30 Uhr in Schwann:
Asylarbeit in Straubenhardt (Gustav Bott, Netzwerk Asyl)
18:30 Uhr:
Biblellesen und Austausch für Jugendliche im GH Schwann
19:00 Uhr:
Jugendkreis 16+ im GH Schwann
Freitag, 22.06.2018
17:00 Uhr:
Bubenjungschar 6-12 Jahre im GH Schwann
18:15 Uhr:
Mädchenjungschar 8-13 Jahre im GH Schwann (Gewusst wie)
Sonntag, 24.06.2018
9:15 Uhr:
Gottesdienst in Dennach (Pfarrer M.Gerlach)
10:00 Uhr in Schwann:
Kindergottesdienst