2008-12-24 Weihnachtsmusical

24.12.2008 Ansprache zum Weihnachtsmusical "Warum feiern wir Weihnachten?" / Pfarrer Friedhelm Bühner

Liebe weihnachtliche Gemeinde, 

 

„Alle Jahre wieder ...“

 

... erleben wir diese ganz eigenartige Verbindung von adventlicher

Hektik und dem guten Gefühl, wenigstens in der Weihnachtszeit 

wieder einmal mit unseren Lieben daheim besinnliche Stunden zu 

verbringen. 

 

... da gehen wir ans Karten- und Briefeschreiben und in der 

Tat ist das ein schöner Brauch. Wenigstens gibt es noch eine Zeit 

im Jahr, da interessiert uns nicht einmal die Finanzkrise, da schreiben 

und tun wir das, was uns eigentlich wichtig erscheint. 

 

... Weihnachten ist eine schöne Zeit, eine kauffreudige Zeit, 

was bei der jetzigen Weltlage sogar ausdrücklich gelobt werden muss, 

aber ist das alles?

Ist Weihnachten eine Inszenierung?

Ein „Alle Jahre wieder kommt das Christkind ...“, fliegt auf die Erde

und bringt Geschenke mit?

Ein anmutiges Märchen für Gemütlichkeit und dann bis nächstes Jahr!?

 

Also ich verstehe den Julian, der sich über so ein falsches Theater

aufregt und so richtig traurig ist. 

Denken denn die Erwachsenen, Kinder könne man hinters Licht

führen, wie mit dem Klapperstorch, der angeblich die Kinder

bringt!?

 

Liebe Erwachsene, unterschätzt Eure Kinder nicht!

Sie blicken mehr als Ihr meint und riechen den „faulen Braten“, 

der oft auch das Weihnachtsfest bestimmt:

Warum soll denn ein Julian oder eine Sabrina oder ein 

Max Weihnachten feiern, wenn das alles doch gar nicht stimmt?

Warum vom Christkind reden und singen, wenn es doch ins Reich 

der Märchen gehört?

 

Liebe Gemeinde, mit so einer Enttäuschung im Bauch geht Julian 

in die Schulferien und will es wissen!

Er geht auf  Weihnachtsmärkte und hört Antworten wie „Das ist doch

eine tolle Erfindung der Menschen“ und er versteht: Aha, damit wird

also Geld verdient!

Da weiß der Christbaumverkäufer nicht, was er verkauft, 

er nur Angst um seine schönene Bäume

und sogar die Sternsinger sind von ihrer Sache nicht wirklich

überzeugt. 

Natürlich gibt es auch die, die vom großen „Fest der Liebe“ tönen,

ein Mal im Jahr, aber sonst wissen sie mit Jesus auch nicht viel 

anzufangen, leben auch ohne ihn ganz gut.

„Alle Jahr wieder eben ...“ kommt das Christkind aus der Schublade!

 

Aber ist das ein „Fest der Liebe“, wo doch jeder weiß, 

dass außerhalb unserer fein gestalteten Wohnzimmer keine stille 

Nacht ist, kein Friede auf Erden ist, sondern vor allem Streit und 

Egoismus?

 

 

 

„Warum feiern wir eigentlich Weihnachten?“

ist unser Weihnachtsstück heute überschrieben. 

Und diese Frage gilt uns allen. 

 

Liebe Gemeinde am Weihnachtsabend, 

die Frage, „Warum feiern wir eigentlich Weihnachten“, ist eine ganz

persönliche Frage und jeder gibt darauf eine Antwort, so oder so!

 

Aber eines will ich an dieser Stelle gleich sagen:

Sie sollten damit rechnen, dass dieses Weihnachtsfest Sie verändern 

könnte, sie anrühren, also einen „Mehrwert“ bekommen gegenüber

dem Vorjahr, dem besinnlichen Zusammensein unter einem leuch-

tenden Tannenbaum!

 

Warum sollten Sie mit mehr rechnen?

Weil die Oma, die sich mit Julian ins Café gesetzt hat und es ihm 

erklärt hat, Recht hat. 

Jesus kam nicht in eine Welt der Krippenspiele und der goldenen 

Rauscheengel, wenn sie nur ein Bluff sein sollen für das, was man 

selbst nicht glaubt. 

 

Die Welt des Christkinds war eine harte Welt, eine Welt voller Un-

gerechtigkeit, so wie heute. 

Die Volkszählung, deretwegen Maria und Josef nach Bethlehem zogen, 

war erzwungen. Sie mussten da hin.

Keine Spur von „leise rieselndem Schnee“, 

die Hotels waren voll und der Stall war die letzte Möglichkeit, 

eine Zumutung!

Überall lauerten die römischen Besatzer und selbst dem 

eigenen König Herodes konnte niemand trauen. 

Er war ein Tyrann, ein Mörder, kein Schimmer von Demokratie

und friedlichen Zuständen. 

Das ganze Volk war in Bewegung, da wurde geschubst und getrickst. 

Und der Stall für das Christkind war weder umsonst noch billig. 

Während die einen durch Wucherpreise reich wurden, 

haben andere ihren Frust und ihre Sorgen an der Theke im Dorf

mit Alkohol hinunter zu spülen versucht. 

Läuft es heut anders? - Stoff für ein Märchen ist das jedenfalls nicht!

 

Es war die Welt, in der ein junges Mädchen (Maria) ihr Kind zur Welt

brachte. Da wurde Jesus hinein geboren. 

Und deshalb tut man diesem Stoff Gewalt an, wenn man ihn verkitscht, 

zum Märchen macht!

Das „Christkind“ und sein Auftrag in dieser Welt sind toternst und 

nur wer - wie Julian - die Frage bis zur Gewissheit stellt: 

- WARUM MUSSTE JESUS DIESEN WEG EIGENTLICH GEHEN?

- IST DIE GESCHICHTE VOM KIND GOTTES IN DER KRIPPE

AUCH WIRKLICH WAHR?, 

der hat verstanden, was Weihnachten ist!

Für den verändert Weihnachten das Leben!

Dem begegnet im Kind in der Krippe Gott und er wird selber ein 

„Kind „Gottes!

 

Weihnachten, liebe Gemeinde, 

schminken wir uns das getrost ab, ist nicht das besinnliche Ensemble 

von Maria und Josef, das unseren  Erwartungen so nahe kommt.

 

Weihnachten ist der rauhe Alltag, die Wirklichkeit, in der wir leben

und die auch durch unsere Sündhaftigkeit so ist, wie sie ist. 

Eine unerlöste Welt, die viel vom Frieden reden und ihn selber 

nicht halten kann. Im Großen wie im Kleinen.

Ein Welt, die Milliarden neue Schulden machen muss und wo jeder

hofft, dass ein anderer sie schon einmal bezahlen wird. 

Eine Welt der Verschiebebahnhöfe, der erhobenen Zeigefinger, 

die natürlich immer auf die Anderen zeigen. 

 

Aber Gott hat das nicht kalt gelassen.

Er wollte die Menschen, die er einmal geschaffen hat und immer noch 

liebt, die aber so herzlich wenig nach IHM fragen, nicht verloren 

gehen lassen. Er wollte sie retten und ihnen dazu einen Weg ebnen, 

den sie gehen können: Den Weg über Jesus, als Kind in einer 

Futterkrippe geboren, der von Anfang an nichts anderes vor hatte, 

als später einmal für unsere Sünden am Kreuz zu sterben. 

 

Das passt doch wirklich nicht einem besinnlichen Märchen, 

die in aller Regel enden: „Und wenn sie noch nicht gestorben sind, 

dann leben sie noch heute ...“

Nein, Jesus der ist gestorben und nach drei Tagen wieder auferstanden!

Und für jeden, der ihn als persönlichen Heiland annimmt, wird er 

zum Retter. 

Das ist kein Märchen, sondern Wirklichkeit!

 

Märchen dagegen sind all unsere Versuche, dieses Fest umzufunktionieren

in etwas, was nie gemeint war. Und was diese Tage dann so hohl und 

macht, zur reinen Äußerlichkeit, zu einem Stress, der gar nicht nötig ist. 

Weil Gott - uns - doch etwas schenken will!

Nämlich seinen Sohn, das größte Geschenk, das es geben kann!

Und den brauchen wir nicht in Watte packen und beweihräuchern, 

sondern der kommt zu uns und bringt Freude mit, die nie vergeht, 

wo ihm Menschen die Tür öffnen und Platz machen. 

 

Die Oma im Weihnachtsstück hat das Julian so klasse erklärt!

 

Hören wir also auf, an Weihnachten eine künstliche Welt zu inszenieren, 

die uns und unseren Kindern nur etwas vorspielt, 

doch die tatsächlich ein Märchen ist. 

 

Das echte Jesuskind ist kein Märchen!

Es ist erwachsen geworden und für uns am Kreuz gestorben, 

ist der größte Liebesbeweis Gottes, den es übehaupt geben kann. 

Geben wir ihm doch unser verwundetes und blutendes Leben!

Unsere zerbrochenen Beziehungen, unser Ego!

Lassen wir Jesus einziehen in unser Haus!

Und feiern wir mit IHM - wirklich - Weihnachten!

 

Damit kann man das Schöne dieses Festes, die Geschenke

und Besuche, die wir bekommen und bei andern machen, 

wirklich von Herzen pflegen!

Aber bleiben wir dabei doch nicht stehen, sondern feiern wir 

Weihnachten mit Inhalt, mit Jesus und der Bibel, der echten Weihnachts-

botschaft:

„O du fröhliche, 

o du selige, 

gnadenbringende Weihachtszeit!

Welt ging verloren, 

Christ ist geboren: 

Freue, freue dich, o Christenheit!“

 

Das ist Weihnachten!

Christ ist geboren!

Wer an IHN glaubt, ist nicht mehr verloren. 

Amen

 

Hier geht's zur Predigt vom Familiengottesdienst




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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