2008-06-22

Predigt über 2. Thessalonicher 3, 1-5 / Pfarrer Friedhelm Bühner
Wir hören den Predigttext für diesen Sonntag aus dem 2. Thessa-
lonicherbrief des Apostels Paulus, Kapitel 3, die Verse 1-5:

„1 Weiter, liebe Brüder, betet für uns, dass das Wort des Herrn laufe
und gepriesen werde wie bei euch 2 und dass wir erlöst werden
von den falschen und bösen Menschen; denn der Glaube ist nicht
jedermanns Ding. 3 Aber der Herr ist treu; der wird euch stärken
und bewahren vor dem Bösen. 4 Wir haben aber das Vertrauen zu
euch in dem Herrn, dass ihr tut und tun werdet, was wir gebieten.
5 Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und
auf die Geduld Christi.“




Liebe Gemeinde, liebe Konfirmanden,
der Bau von Straßenbrücken ist eine Aktion mit ganz viel Vorbereitung
und Planung.
Die Pendler, die jede Woche auf der A8 in Richtung Stuttgart fahren
und dort einen Brückenneubau nach dem anderen beobachten können,
kriegen es hautnah mit, wie langsam manche Baustellen deshalb vorwärts
kommen.

Warum ist das so?
Doch vor allem deshalb, weil es bei Brückenbauten am meisten
auf das Fundament ankommt, auf das, was ein Vorbeifahrender
gar nicht sieht, das, was großteils unter der Erde liegt.

Manchmal erst nach Monaten wird ein Brückenpfeiler gegossen
und werden anschließend die schweren Eisenträger aufgelegt!
Da ist die Planung alles - und die Planung muss am Fundament
ansetzen, dem wichtigsten Teil des Ganzen!
Würde eine Baufirma an dieser Stelle schludern, wäre auch
alles andere büchstäblich für die Katz.
Aufs Fundemant kommt alles an und das braucht manchmal viel Zeit!

Auch Paulus verweist seine Gemeinde in turbulenter Zeit auf
das Fundament des christlichen Glaubens und Lebens:
Auf die Treue Gottes.
Und sagt: Auf diese Treue können Christen bauen.
Wie ein Zentralpfeiler, der alles andere trägt, steht der Satz in der
Mitte unseres Predigtabschnitts: »Der Herr ist treu.«
Und von dieser Zusicherung werden alle weiteren Aussagen getragen.


1. Der Herr ist treu – deshalb betet für offene Türen!

Mission und Evangelisation, sagt Paulus, ist nicht die Sache weniger
Aktivisten!
Überhaupt lässt sich in dieser Sache durch menschliche Aktivität
allein nichts ausrichten.
Türen, die für das Evangelium verschlossen sind, kann nur Gott öffnen.
Alle Menschen, die Gottes Wort weiter geben, Missionare und Mitarbeiter
sind darauf angewiesen, dass das passiert.

Deshalb brauchen sie betende Hände, Gemeindeglieder mit
brennendem Herzen, die dafür eintreten, dass auch heute noch möglchst
viele Jesus kennen lernen, IHM ihr Leben übergeben.
Und solches Beten für andere ist alles andere als nebensächlich,
es ist aktiver Einsatz dafür, dass das Evangelium nicht nur „läuft“,
sondern auch sein Ziel erreicht.
»Helft kämpfen mit Beten!« steht in Römer 15, 30 und dazu fordert
Paulus seine Gemeinde auf: „Helft kämpfen mit Beten!“

Christsein und Schicksalsergebenheit passen überhaupt nicht
zusammen!
Und wenn da gesagt wird, dass Gott ja ohnehin alles tut, was er
will - ob mit oder ohne unser Gebet -, dann ist das für Christen ein
ganz unsinniger Satz.

Denn wer Gott als den Allmächtigen bekennt, der kann dahinter
doch nicht die eigene Bequemlichkeit verstecken wollen, sondern will
Gott damit als den alleinigen Gott loben und preisen, neben dem
es keinen anderen gibt.

Und wenn jemand im Vaterunser bittet: »Dein Wille geschehe!«,
dann tut er das doch in der Gewissheit, dass dadurch das Beste
passiert, das es für diese Welt und für ihn geben kann.

Natürlich kommt letztlich immer Gottes Wille zum Tragen,
aber ein Grund zur Resignation ist das nicht, sondern Grund IHN
zu loben und zu preisen!

Am Erstaunlichsten aber ist doch, dass der Allmächtige uns Menschen
in sein Handeln mit hinein nimmt!
Er will gebeten sein.
Das Gebet wird uns ausdrücklich aufgetragen.
Nur Gott - kann Türen für das Evangelium öffnen.
Und gleichzeitig - sollen Christen darum bitten, dass genau das
passiert!

Auch hier in Dennach / Schwann.
Auch da gibt es etliche, bei denen wir sagen müssen „Der Glaube ist nicht
jedermanns Ding“.  Aber Gott kann Türen öffnen.
Und er will es tun, gerade solche Menschen zu sich ziehen,
es bewirken, dass sie sich „versöhnen lassen“ mit Gott.
Aber trauen wir es Gott zu beten deshalb für sie zu Gott, dass er ihnen
das Herz öffnet, als ob alles aussichtslos wäre?!

Beim Beten, liebe Gemeinde, wächst immer auch mein vielleicht noch
kleines Vertrauen zu Gott.
Und beim Beten tragen Beter an Freud und Leid derer mit, die bestimmte
Aufgaben auszuführen haben.
Bei Paulus ist es die Sehnsucht danach, dass das Evangelium laufe,
sich ausbreite, viele erreiche und sie dadurch gerettet werden,
dass durch jeden, der ein neues Leben findet, Gott gelobt wird. 
Außerdem ist er erfüllt von der Bitte um Befreiung von den Angriffen
böser Menschen.

»Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein
Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit« (1. Korinther 12, 26).–
Dieser Grundsatz des Zusammenlebens in der Gemeinde Jesu
Christi wird beim Beten füreinander praktisch erkennbar.

Weil Gott diese Welt liebt,
weil seine Gnade alle Menschen erreichen soll zu ihrem Heil,
weil seine Barmherzigkeit zuverlässig ist,
deshalb sollen Christen für die Ausbreitung des Evangeliums im
Gebet einstehen.
Und Gott wird dieses Gebet nicht unbeantwortet lassen.


2. Der Herr ist treu – deshalt haltet am apostolischen Wort fest!

Durch Jesus Christus ist den Glaubenden eine ganz neue Gemein-
schaft mit Gott eröffnet worden.
Und zu dieser Gemeinschaft gehört auch ein neuer Lebensstil.
Nicht mehr gekennzeichnet durch einen Katalog an Geboten und
Verboten, sondern der neue Lebensstil erwächst aus der besonderen
Beziehung zu Gott.
»Wandelt würdig des Gottes, der euch berufen hat«
(1. Thessalonicher 2, 12) – das ist der Maßstab.

Natürlich ergeben sich daraus auch ganz klare Verhaltensweisen,
die bei Jesus und in den neutestamentlichen Briefen immer wieder
beschrieben werden.
Es geht darum, dass die Lebensart der Christen mit der Art ihres
Gottes übereinstimmt.

Deshalb ist es absolut wichtig, dass ich weiß, was Gottes Art ist.
Und diese Art wird uns offenbart in seinem Wort.

Es ist das Wort, das Jesus und die Apostel verkündigt haben.
Deshalb steht dem Wort der Heiligen Schrift meine höchste Aufmerk-
samkeit zu!
Weil sich hier kein anderer als der heilige Gott persönlich zu Wort
meldet, „verpackt“  in die Worte eines Paulus, eines Petrus oder
Jakobus. Und es ist doch nicht anders zu haben.

Deshalb kann Paulus sagen: »Im Herrn haben wir das Vertrauen zu
euch, dass ihr tut, was wir euch einschärfen« (V. 4).
Es geht für die Christen darum, das Wort der Apostel als Wort
ihres Herrn - als Gottes Wort - anzunehmen und ihm zu gehorchen.

Ohne die enge Bindung an dieses Wort werden wir von den heftigen
Winden »aus unterschiedlichen Richtungen« (Epheser 4, 14) orientie-
rungslos herum getrieben.
Im Hören und Gehorchen aber vollzieht sich das, was Paulus hier
anspricht: Der treue Herr »wird euch stärken und bewahren vor dem
Bösen«.
Schon Jesus hat seinen Jüngern gesagt: »Meine Schafe hören meine
Stimme.« Wie geht das?
Indem sie bei seinem Wort bleiben, werden sie dadurch sowohl gefestigt
als auch bewahrt.

So lässt sich hier schön sehen, wie für Paulus der Glaube nie eine reine
Herzensangelegenheit war.
Zum Glauben gehört eine neue Lebensart und eine Liebe zum Wort
Gottes, dem ich mehr gehorchen will als allem, was Menschen mir
sagen können.



3. Der Herr ist treu – deshalb richtet euch auf sein Werk aus!
Gottes Tun, liebe Gemeinde, umschließt die Vergangenheit, die Gegenwart
und die Zukunft.
Er wird das, was er angefangen hat, auf jeden Fall auch zu Ende führen.
Das ist so sicher, wie das „Amen“ in der Kirche.

Was heißt das für Menschen, die Jesus nachfolgen?
Dass sie den Kopf weder in den Sand stecken dürfen - noch sich im
Augenblick verlieren!
Bei Gott geht es immer ums Ganze:

- Seine rettende und suchende Liebe kommt zu ihrem großen Ziel.
- Christus hat mit seiner Gemeinde Geduld und trägt sie durch alle
Anfechtungen und Anfeindungen hindurch.
- Gleichzeitig hat Gott mit seiner Welt Geduld, unerhört viel Geduld,
damit noch vielen „geholfen wird und sie zur Erkenntnis der Wahrheit“
kommen (1. Tim 2,4).

Durch diese Geduld Gottes sollen die, die Jesus nachfolgen, neue Zuversicht
bekommen: ER ist treu. ER ist zuverlässig. ER hat alles in der Hand,
wird zu seiner Zeit alles wenden.
Was seine Gemeinde geglaubt hat, das soll sie auch schauen.

Deshalb:
Lassen Sie uns verstärkt beten um offene Herzen.
Lassen Sie uns ganz neu unser Leben auf Gottes Wort gründen und
unser Leben an seinem Werk ausrichten!
Amen



Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

Mittwoch, 20.06.2018
19:00 Uhr:
Teenkreis 13+ im GH Schwann
Donnerstag, 21.06.2018
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Asylarbeit in Straubenhardt (Gustav Bott, Netzwerk Asyl)
18:30 Uhr:
Biblellesen und Austausch für Jugendliche im GH Schwann
19:00 Uhr:
Jugendkreis 16+ im GH Schwann
Freitag, 22.06.2018
17:00 Uhr:
Bubenjungschar 6-12 Jahre im GH Schwann
18:15 Uhr:
Mädchenjungschar 8-13 Jahre im GH Schwann (Gewusst wie)
Sonntag, 24.06.2018
9:15 Uhr:
Gottesdienst in Dennach (Pfarrer M.Gerlach)